Der Veranstaltungssaal im Horst-Eckel-Haus in Kusel war bis auf den letzten Platz gefüllt, nicht jeder hatte einen Sitzplatz bekommen. Das zeigt: Das Thema Wolf beschäftigt die Menschen. Vor allem die Tierhalter sind in Sorge. Beate Heck vom Schaf- und Ziegenzüchterverband Rheinland-Pfalz sagt, niemand wolle morgens gerissene Tiere auf der Weide sehen.
Zur Not muss es möglich sein, einen Wolf zu entnehmen
Heck ist es wichtig, dass die Züchter aufgeklärt werden und bereit sind, aktiv ihre Herden zu schützen. "Wir haben in der Veranstaltung gehört, dass ein Schutzzaun Sinn macht." Damit müsse man es dem Wolf so schwer wie möglich machen, an die Tiere zu kommen. Im Notfall müsse es aber auch möglich sein, den Wolf zu schießen, findet Heck.
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Wolf muss zweimal in geschützte Herde eingedrungen sein
Mit dem Schießen des Wolfes ist es aber so eine Sache. Denn ein Wolf darf erst geschossen werden, wenn er zweimal in eine geschützte Herde eingedrungen ist, erklärt Beate Heck. Gerade für die Jäger, die einen sogenannten "Problemwolf" erlegen müssen, ist die Lage schwierig, meinte der Geschäftsführer des Landesjagdverbandes, Sven Bischoff, auf der Veranstaltung in Kusel.
Gericht hatte Wolfsabschuss im Westerwald gestoppt
"Ich glaube, die Erwartungshaltung von den Weidentierhaltern an die Jagd ist zu groß. Denn die gesellschaftliche Akzeptanz für einen Wolfsabschuss muss da sein." Außerdem müsse die gesetzliche Lage für die Jäger ganz sicher sein, denn sonst, so Bischoff, könne er keines seiner Mitglieder zur Jagd auf den Wolf motivieren. Erst im Dezember 2024 hatte das Verwaltungsgericht Koblenz den Abschuss eines Wolfs gestoppt, der mehrere Schafe im Westerwald gerissen hatte.
Rechtliche Hürden Westerwälder "Problemwolf" wird vorerst nicht gejagt
Das rheinland-pfälzische Umweltministerium wird den sogenannten Problemwolf aus dem Westerwald zunächst nicht erneut zum Abschuss freigeben - obwohl das Tier wieder Schafe gerissen hat.
Julian Sandrini vom Kompetenzzentrum Luchs und Wolf (KLUWO) in Trippstadt stellte unter anderem Monitoringverfahren vor. Außerdem hat er gemeinsam mit einer Kollegin und einer Mitarbeiterin des Umweltministeriums erklärt, wie Tierhalter Schäden melden können. Auch Schutzmaßnahmen und deren Fördermöglichkeiten waren Themen. Wichtig sei für Waldbesucher, so Sandrini, dass vom Wolf keine Gefahr für den Menschen ausgehe. Sollte man einem begegnen, heißt es: Abstand halten, nicht anlocken und schon gar nicht füttern.
Ich habe Angst um meine Tiere
Unter den etwa 200 Besuchern der Veranstaltung gingen die Meinungen auseinander, ob der Wolf im Ernstfall geschossen werden soll oder nicht. Einig waren sich aber viele darin, dass es ohne Herdenschutz nicht mehr geht. "Ich habe Angst um meine Tiere. Wir sind Zuchtbetrieb von Merinolandschafen, die sind sehr wertvoll." Sein Betrieb liege voll im Präventionsgebiet. Daher tue er alles, um seine Schafe zu schützen. "Wir bauen Zäune und sind voll im Geschehen dabei!"