Infos zum Wolf

Bedenken zum Wolf im Kreis Kusel: "Wir möchten keine gerissenen Schafe sehen!"

In den vergangenen Monaten hat ein Wolf im Kreis Kusel immer wieder Damwild, Schafe und Ziegen gerissen. Aus diesem Grund hat es am Mittwochabend in Kusel eine Informationsveranstaltung für Tierzüchter und Interessierte gegeben.

Teilen

Stand

Der Veranstaltungssaal im Horst-Eckel-Haus in Kusel war bis auf den letzten Platz gefüllt, nicht jeder hatte einen Sitzplatz bekommen. Das zeigt: Das Thema Wolf beschäftigt die Menschen. Vor allem die Tierhalter sind in Sorge. Beate Heck vom Schaf- und Ziegenzüchterverband Rheinland-Pfalz sagt, niemand wolle morgens gerissene Tiere auf der Weide sehen.

Zur Not muss es möglich sein, einen Wolf zu entnehmen

Heck ist es wichtig, dass die Züchter aufgeklärt werden und bereit sind, aktiv ihre Herden zu schützen. "Wir haben in der Veranstaltung gehört, dass ein Schutzzaun Sinn macht." Damit müsse man es dem Wolf so schwer wie möglich machen, an die Tiere zu kommen. Im Notfall müsse es aber auch möglich sein, den Wolf zu schießen, findet Heck.

Kusel

Hunde zur Sicherheit an der Leine lassen Wolf im Kreis Kusel: Was Sie jetzt wissen müssen

Seit einigen Monaten ist ein Wolf im Landkreis Kusel unterwegs. Was hat das für Folgen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen für Sie. 

SWR4 RP am Morgen SWR4 Rheinland-Pfalz

Wolf muss zweimal in geschützte Herde eingedrungen sein

Mit dem Schießen des Wolfes ist es aber so eine Sache. Denn ein Wolf darf erst geschossen werden, wenn er zweimal in eine geschützte Herde eingedrungen ist, erklärt Beate Heck. Gerade für die Jäger, die einen sogenannten "Problemwolf" erlegen müssen, ist die Lage schwierig, meinte der Geschäftsführer des Landesjagdverbandes, Sven Bischoff, auf der Veranstaltung in Kusel.

Gericht hatte Wolfsabschuss im Westerwald gestoppt

"Ich glaube, die Erwartungshaltung von den Weidentierhaltern an die Jagd ist zu groß. Denn die gesellschaftliche Akzeptanz für einen Wolfsabschuss muss da sein." Außerdem müsse die gesetzliche Lage für die Jäger ganz sicher sein, denn sonst, so Bischoff, könne er keines seiner Mitglieder zur Jagd auf den Wolf motivieren. Erst im Dezember 2024 hatte das Verwaltungsgericht Koblenz den Abschuss eines Wolfs gestoppt, der mehrere Schafe im Westerwald gerissen hatte.

Mainz

Rechtliche Hürden Westerwälder "Problemwolf" wird vorerst nicht gejagt

Das rheinland-pfälzische Umweltministerium wird den sogenannten Problemwolf aus dem Westerwald zunächst nicht erneut zum Abschuss freigeben - obwohl das Tier wieder Schafe gerissen hat.

Der Tag in RLP SWR1 Rheinland-Pfalz

Julian Sandrini vom Kompetenzzentrum Luchs und Wolf (KLUWO) in Trippstadt stellte unter anderem Monitoringverfahren vor. Außerdem hat er gemeinsam mit einer Kollegin und einer Mitarbeiterin des Umweltministeriums erklärt, wie Tierhalter Schäden melden können. Auch Schutzmaßnahmen und deren Fördermöglichkeiten waren Themen. Wichtig sei für Waldbesucher, so Sandrini, dass vom Wolf keine Gefahr für den Menschen ausgehe. Sollte man einem begegnen, heißt es: Abstand halten, nicht anlocken und schon gar nicht füttern.

Ich habe Angst um meine Tiere

Unter den etwa 200 Besuchern der Veranstaltung gingen die Meinungen auseinander, ob der Wolf im Ernstfall geschossen werden soll oder nicht. Einig waren sich aber viele darin, dass es ohne Herdenschutz nicht mehr geht. "Ich habe Angst um meine Tiere. Wir sind Zuchtbetrieb von Merinolandschafen, die sind sehr wertvoll." Sein Betrieb liege voll im Präventionsgebiet. Daher tue er alles, um seine Schafe zu schützen. "Wir bauen Zäune und sind voll im Geschehen dabei!"

Kusel

Mehr Schutz für Schafe und Ziegen Wolf im Westen der Pfalz: Land erweitert Schutzgebiet für Weidetiere

Der Wolf ist in der Westpfalz zurück. Seit November zieht ein Wolfsrüde durch den Kreis Kusel. Das Land reagiert und erweitert das Wolfspräventionsgebiet.

Löllbach

Hat sich der Wolf hier niedergelassen? Wieder tote Schafe im Kreis Bad Kreuznach: Experten prüfen Wolfsangriff

Fünf tote Schafe, verletzte Tiere und DNA-Proben: Nach neuen Rissen in der VG Nahe-Glan wird geprüft, ob erneut ein Wolf in der Region unterwegs ist.

Schweisweiler

Erster Wolfsnachweis im Donnersbergkreis Wolfsspuren an totem Kalb bei Winnweiler entdeckt

In der Verbandsgemeinde Winnweiler im Donnersbergkreis wurden an einem toten Kalb Wolfsspuren gefunden. Das Kalb war erst wenige Tage alt.

SWR4 am Nachmittag SWR4

RLP

Zwischen Furcht und Fürsorge Streit um Wolf: Bund-Länder-Arbeitsgruppe soll Kompromiss finden

Der Bundesrat hat darüber beraten, ob der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden soll und welche Regeln dafür gelten sollen.

Daaden

Herkunft der Tiere nicht ganz klar Wölfe im Westerwald: Fünftes Rudel in Rheinland-Pfalz bestätigt

Am Mittwoch hat eine Wildkamera in der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf im Kreis Altenkirchen sechs Wölfe gefilmt. Damit steht fest: Es gibt ein neues Wolfsrudel im Westerwald.

Hachenburg

Viele Fälle im Westerwald Wölfe haben dieses Jahr 55 Weidetiere im Norden des Landes getötet

Weitere Weidetiere wurden verletzt oder sind verschwunden. Das zeigen Daten des Koordinationszentrums Luchs und Wolf. Die meisten Fälle: Im Westerwald, wo drei Wolfsrudel leben.

SWR4 am Montag SWR4

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
SWR

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!