„Ich möchte lieber nicht.“ – Bartleby, der stille Rebell
Bartleby, die legendäre Figur aus Herman Melvilles Erzählung, ist der Inbegriff des passiven Widerstands. In einer New Yorker Anwaltskanzlei arbeitet er zunächst mustergültig – fleißig, zuverlässig und unauffällig. Doch dann beginnt er, sich zu verweigern. Nicht mit Wut oder Protest, sondern mit einem einfachen, höflichen Satz: „Ich möchte lieber nicht.“
Er prüft keine Akten mehr, erledigt keine Botengänge, schreibt schließlich gar nicht mehr – und weigert sich dennoch, die Kanzlei zu verlassen. Weder Überredung noch Drohungen können ihn bewegen.
Schon im 19. Jahrhundert zeigt Melville die Absurdität sinnentleerter Büroarbeit
Bartlebys sture, aber friedliche Verweigerung ist mehr als eine Arbeitsniederlegung – sie ist ein Infragestellen des ganzen Systems. Sein berühmter Satz klingt nach, wo immer Menschen sich fragen: „Muss das wirklich sein?“
Nach der gleichnamigen Erzählung von Herman Melville
Aus dem Amerikanischen von Elisabeth Schnack
Mit: Hans Helmut Dickow, Max Haufler, Johannes Schauer, Balduin Baas u. a.
Hörspielbearbeitung: Gert Hofmann
Regie: Peter Schulze-Rohr
SWF/BR 1963