Treffpunkt Klassik – Die Neuesten Beiträge
Musikthema Die Aktualität von Nikolaus Harnoncourt
Nikolaus Harnoncourt hat als Dirigent die Interpretationsgeschichte des 20. Jahrhunderts wie kaum ein zweiter aufgemischt. Sein Name steht stellvertretend für die Bewegung der sogenannten „historischen Aufführungspraxis“. Was ist von seinem umfassenden musikalischen Erbe als Dirigent und Autor geblieben? Christoph Vratz begibt sich auf die Spurensuche.
Reportage Klassik trifft Kurve
Zwei Welten stoßen aufeinander: Klassik trifft Kurve. Das Stuttgarter Kammerorchester macht ein Konzert mit den Fußballfans des VFB Stuttgart. Zum ersten Mal findet dieses Format statt, und die Tickets waren zwei Stunden nach Verkaufsstart alle weg. Gelingt die Verständigung dieser Welten, von denen man meint, dass sie unterschiedlicher nicht sein können? Ilona Hanning hat sich ins Getümmel gestürzt.
Buch-Tipp „Vom Jazzgeiger zum Weltstar“: Ein Buch über den fast vergessenen Helmut Zacharias
Helmut Zacharias: Der Name dieses „Zaubergeigers“ war einmal für Millionen selbstverständlich, heute klingt er wenn, dann nach einem Echo aus der Rundfunk- und Fernsehgeschichte. Der Musikwissenschaftler Andreas Jakubczik hat genau hingehört und ein Buch mit unzähligen Dokumenten, Bildern und Fundstücken des einst berühmten Geigers geschrieben. Man blättert darin nicht durch ein Musiker-Leben, sondern hört förmlich mit, wie sich ein Jahrhundert verschiebt, meint SWR Kultur-Rezensent Andreas Maurer.
Album-Tipp Widerständig und unkonventionell: Sinfonien und Tondichtungen von Elsa Barraine
Das Leben der 1910 geborenen Komponistin Elsa Barraine ist spannend und vielfältig – und genau das ist auch über ihre Musik zu sagen. Als Komponistin wurde sie gleich zweimal mit dem renommierten Rom-Preis ausgezeichnet, sie hat als Dozentin am Pariser Konservatorium unterrichtet, beim Rundfunk und bei einem Schallplattenlabel gearbeitet, und sie war, vor allem während der deutschen Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg, eine politische Aktivistin in Frankreich. Das Orchestre National de France, mit dem die Komponistin schon zu Lebzeiten eng zusammenarbeitete, hat jetzt unter seinem Chefdirigenten Cristian Măcelaru zwei ihrer drei Sinfonien und zwei Tondichtungen aufgenommen.
Reihe: Versteckte Gefahren der klassischen Musik Ist ein "Liebestod" denn überhaupt noch ein Tod?
In ihrer neuen Folge zu den "Versteckten Gefahren der klassischen Musik" ist die Schriftstellerin und Performerin Mara Genschel beim Buchstaben I angekommen – und macht sich Gedanken zu Richard Wagners Isolde.
Buch-Tipp Jens Brockmeier: Über Sprache, Zeit und die Musik von Hans Werner Henze
Im Jahr 1926 wurden mehrere namhafte Komponisten geboren, die das 20. Jahrhundert auf unterschiedliche Weise musikalisch geprägt haben. Während György Kurtág als Meister der Knappheit und der kunstvollen Verdichtung gilt, hat Morton Feldman den entgegengesetzten Weg gewählt und Musik von teils außergewöhnlicher Länge komponiert. Hans Werner Henze zählt auch zu diesem Komponisten-Jahrgang. Er wiederum hat einen Weg eingeschlagen, der sich durch eine möglichst zeitlose Art des Komponierens auszeichnet, gepaart mit einer auffälligen Breite der Gattungen und literarischen Bezüge. Nun ist ein neues Buch erschienen, dass Henzes Zeit und seinen Stil beleuchtet. Christoph Vratz hat es gelesen.
Glosse Wie zeitgemäß sind Diven?
In einer Welt, in der Stars ihre Privatsphäre teilen, scheinen Diven mit geheimnisvoller Ausstrahlung selten. Ist das Zeitalter der unnahbaren Ikonen endgültig vorbei?
Song des Monats Der Februar-Song von Lars Reichow: "Der Chefarzt"
Lars Reichow will im Krankenhaus mal nach dem Rechten sehen - aber er hat auch wirklich Bauchweh. Und so begegnet ihm nicht nur ein vielstimmiger Mediziner-Chor, sondern auch: der Chefarzt. Eine besondere Erscheinung mit Wunderkräften. Davon kann Reichow jetzt - wiedergenesen - ein Lied singen.
Kommentar Rolando Villazón sucht Papagena und erntet Kritik
Der Startenor Rolando Villazón sorgt für Wirbel: Für seine Mozart-Tour sucht er junge Sängerinnen, die mit ihm das berühmte Papageno-Papagena-Duett aus der Zauberflöte interpretieren. Der Haken: Eine Gage gibt es nicht. Ist das eine einmalige Karrierechance an der Seite eines Weltstars oder ein fragwürdiges Signal an den künstlerischen Nachwuchs? Zwischen Begeisterung und Empörung entfacht sich eine Debatte über Förderung, Fairness und den Wert von Kunst. Albrecht Selge mit einem Kommentar.
Album-Tipp Sehnsucht nach der Heimat: „Forgotten Melodies“ von Alexander Malofeev
Auf seiner Debüt-CD spielt Alexander Malofeev Werke von vier russischen Komponisten: Michail Glinka, Nikolai Medtner, Sergej Rachmaninow und Alexander Glasunow.
Buch-Tipp Marcus Seibert: Das Buch der vergessenen Musikinstrumente
Carnyx, Trumscheit oder Glasharmonika? Das sind alles Musikinstrumente, die heutzutage vergessen sind. Der Autor Marcus Seibert hat diesen Instrumenten sein neues Buch gewidmet.
Musikgespräch Oxana Omelchuk bekommt den Heidelberger Künstlerinnenpreis 2026 verliehen
Soll sich künstlerische Arbeit zu aktuellen Ereignissen, zu aktueller Politik positionieren? Oxana Omelchuk würde das auf jeden Fall bejahen würde. Im Mai letzten Jahres wurde sie für Heidelberger Künstlerinnenpreis 2026 ausgewählt, die Jury hebt insbesondere Omelchuks „kraftvolle wie poetische“ Positionierung zum Weltgeschehen hervor. Nun wird im Rahmen der Preisverleihung ihr Werk und "alle flieger fliegen nach minsk" bei zwei Konzerten in der Stadthalle Heidelberg am 25. und 26. Februar aufgeführt.
Album-Tipp Von Melanie zu Mel – Sie änderte den Namen, um als Komponistin durchzustarten: Mel(anie) Bonis
Die Musik von Mel Bonis wurde kaum je aufgeführt oder aufgenommen. Jetzt wird der französischen Komponistin erstmals ein ganzes Album mit ihren Orchesterwerken gewidmet.
Mozart-Zeitgenosse zu Unrecht unbekannt Der Komponist Adalbert Gyrowetz: Früher gefeiert, heute vergessen
Zu Unrecht unbekannt: Das trifft vor allem auf den Mozart-Zeitgenossen Adalbert Gyrowetz zu. Dirigent Johannes Klumpp hat eine Reihe von Werken des gebürtigen Böhmen eingespielt.
Musikthema Kurtágs Klavier-Transkriptionen
György Kurtág knüpft in seinem kompositorischen Schaffen in besonderer Weise an die Musik der Vergangenheit an – auch an ältere Komponisten der abendländischen Musikkultur, zurückgehend bis zu Guillaume de Machaut. Ein besonderer Schaffenszweig sind seine Bearbeitungen für vier- oder sechshändig gespieltes Klavier. Torsten Möller hat sie sich aus Anlass des 100. Geburtstags von Kurtág genauer angeschaut.
Musikgespräch Karajans Lieblingsbariton: Zum Tod des Sängers José van Dam
Der belgische Bassbariton José van Dam zählte zu den bedeutendsten Sängern in seinem Fach. Jetzt ist er im Alter von 85 Jahren verstorben. SWR-Opernredakteur Bernd Künzig erinnert an die Paraderollen des Sängers und dessen zutiefst menschliche Interpretationen.
Album-Tipp Das Leonkoro Quartet mit „Out of Vienna“ – Webern, Berg und Schulhoff
Wenn jemand von Klassik in der Krise redet, kann er damit jedenfalls eines nicht meinen: dass es einen Mangel an großartigen jungen Streichquartett-Ensembles gäbe. Im Gegenteil. Eines der meistbeachteten ist seit ein paar Jahren das Leonkoro Quartet. Jetzt ist sein mit Spannung erwartetes zweites Album erschienen, mit lauter Wiener Musik. Damit sind aber keineswegs Mozart, Beethoven oder Schubert gemeint, sondern Webern, Berg und Schulhoff. SWR Kultur-Rezensent Albrecht Selge mit einer Empfehlung.
„Unglaubliche Intensität“ Der Oboist Lajos Lencsés zum 100. Geburtstag seines Freundes György Kurtág
„Er strahlt eine unglaubliche Intensität aus“, sagt der Oboist Lajos Lencsés über den ungarischen Komponisten György Kurtág, der am 19. Februar seinen 100. Geburtstag feiert.
Musikthema „Kurtág-Fragmente“, Nr. 3: Stele op. 33 für großes Orchester
György Kurtág ist ein Meister der Miniatur. Viele seiner Werke dauern nur wenige Minuten, einzelne Sätze zum Teil nur Sekunden. „Splitter“, „Zeichen“, „Fragmente“ – so bezeichnet der Komponist oft selbst seine Werke. Und gleichzeitig steckt für Kurtág im Kleinsten ein ganzer Kosmos. Seine Miniaturen sind Szenen, die viel mit uns und unserem Leben zu tun haben: Kleine Bühne, die die Welt bedeuten. Anlässlich des 100. Geburtstag des Komponisten beleuchtet SWR-Musikredakteur Rafael Rennicke in seiner dreiteiligen Reihe „Kurtág-Fragmente“ einige Werke Kurtágs nun selbst in fragmentarischer Form: ausschnitthaft, aber doch als Versuch, gerade im Bruchstück die Botschaft von Kurtágs Musik zu erkennen.
Musikthema „Kurtág-Fragmente“, Nr 2: Kafka-Fragmente op. 24 für Sopran und Violine
György Kurtág ist ein Meister der Miniatur. Viele seiner Werke dauern nur wenige Minuten, einzelne Sätze zum Teil nur Sekunden. „Splitter“, „Zeichen“, „Fragmente“ – so bezeichnet der Komponist oft selbst seine Werke. Und gleichzeitig steckt für Kurtág im Kleinsten ein ganzer Kosmos. Seine Miniaturen sind Szenen, die viel mit uns und unserem Leben zu tun haben: Kleine Bühne, die die Welt bedeuten. Anlässlich des 100. Geburtstag des Komponisten beleuchtet SWR-Musikredakteur Rafael Rennicke in seiner dreiteiligen Reihe „Kurtág-Fragmente“ einige Werke Kurtágs nun selbst in fragmentarischer Form: ausschnitthaft, aber doch als Versuch, gerade im Bruchstück die Botschaft von Kurtágs Musik zu erkennen.
Musikthema Das Akkordeon im brasilianischen Musik- und Tanzstil Forró
Das Akkordeon ist „Instrument des Jahres 2026“. Es wird in vielen Musikrichtungen eingesetzt: in der Volksmusik, der Klassik, dem Jazz und auch in der Tanzmusik. So auch in der Tanzmusik Lateinamerikas: dem argentinischen Tango, dem Merengue típico der Dominikanischen Republik, dem mexikanischen Norteño (Nortenjo) und dem brasilianischen Forró.
Buch-Tipp Erstmalige Aufarbeitung der Kontroverse zu Karajan und dem Nationalsozialismus
Herbert von Karajan zählt zu den prägendsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Mit seinen Interpretationen von Beethoven über Verdi bis Mahler setzte er Maßstäbe in der klassischen Musik. So unumstritten er aber in der Kunst war, so umstritten ist Karajan historisch. Vor allem sein Verhalten während der NS-Zeit wird bis heute kontrovers diskutiert, ohne, dass eine umfassende historische Aufarbeitung und Einordnung stattgefunden hat. Der Historiker Michael Wolffsohn zeichnet nun auf Grundlage zahlreicher, teils erstmals ausgewerteter Quellen und vielfältiger Perspektiven ein umfassendes Bild von Karajans Leben und Handeln während der NS-Zeit und in den Jahren danach. Das Ergebnis ist eine Figur zwischen „Genie und Gewissen“ im Spannungsfeld von Musik, Politik und Geschichte.
Musikthema "Kurtág-Fragmente", Nr. 1: Streichquartett op. 1
György Kurtág ist ein Meister der Miniatur. Viele seiner Werke dauern nur wenige Minuten, einzelne Sätze zum Teil nur Sekunden. „Splitter“, „Zeichen“, „Fragmente“ – so bezeichnet der Komponist oft selbst seine Werke. Und gleichzeitig steckt für Kurtág im Kleinsten ein ganzer Kosmos. Seine Miniaturen sind Szenen, die viel mit uns und unserem Leben zu tun haben: Kleinen Bühne, die die Welt bedeuten. Anlässlich des 100. Geburtstag des Komponisten beleuchtet Rafael Rennicke in seiner dreiteiligen Reihe „Kurtág-Fragmente“ einige Werke Kurtágs nun selbst in fragmentarischer Form: ausschnitthaft, aber doch als Versuch, gerade im Bruchstück die Botschaft von Kurtágs Musik zu erkennen. Hier die Nr. 1.
Sisyphos der Neuen Musik Der Komponist György Kurtág wird 100
György Kurtag hat nie an den Experimenten der Nachkriegs-Avantgarde teilgenommen. Jedes Stück ist ein kleines Universum voller Botschaften und Bezüge zu anderen Komponisten.
Musikgespräch Computerspiel trifft klassische Musik: Ein Fazit zum ARD Game Jam – Classical Edition
Am vergangenen Wochenende kamen beim ARD Game Jam Computerspiel-Entwickler und Musiker des SWR Symphonieorchesters zusammengebracht. SWR-Musikredakteur Sebastian Kiefl war vor Ort.
Musikgespräch „Regionale Hymnen“: Der Komponist Adrian Werum schreibt Fastnachtslieder
Sein erstes Fastnachtslied komponierte er auf einem Bierdeckel. Seitdem ist die Mainzer Fastnacht das Revier von Adrian Werum – als Narr wie auch als Musiker. Was ein gelungenes Fastnachtslied auszeichnet und welche Funktion die Musik in Karnevalszeiten hat, erläutert der Komponist und Orchesterleiter in SWR Kultur.