Im Konkurrenzkampf der Filmanbieter sind Sequels und Prequels der großen Publikumserfolge meist eine sichere Bank – doch nicht immer tritt der erwartete Erfolg auch ein: Fünf berühmte Filmstoffe – und warum sie neu verfilmt wurden oder noch verfilmt werden.
Die nackte Kanone
Schneewittchen
Gladiator II
Ghostbusters 2
Spaceballs 2
„Die nackte Kanone“: Endlich wieder Schenkelklopfen
Da ist er also wieder: der schusselige Polizist Frank Drebin. Naja, nicht ganz. Hauptdarsteller Leslie Nielsen ist schließlich 2010 verstorben. Liam Neeson spielt nun Frank Drebin Jr., den Sohn der Polizei-Niete aus Los Angeles. Glücklicherweise ist er genauso unfähig wie sein berühmter Vater. An seiner Seite: Baywatch-Star Pamela Anderson. Ihr soll er aus der Patsche helfen.
Der krachende Slapstick der „Nackten Kanone“ passt scheinbar perfekt in die Zeit. Ein Schenkelklopfer ohne politische Untiefen. Es droht also wenig Gefahr, im amerikanischen Kulturkampf an falscher Stelle anzuecken. Aber ob der Humor aus den 80er- und 90er-Jahren heute noch funktioniert? David Zucker, Regisseur der früheren Episoden, glaubt jedenfalls nicht daran.
Filmkritik: „Die nackte Kanone“ mit Pamela Anderson und Liam Neeson
Mitten im Kulturkampf: „Schneewittchen“ von Disney
Die märchenhafte Neuverfilmung des berühmten Animationsfilms von 1937 galt als sicherer Erfolg. „Schneewittchen“ von Disney: Was konnte da schon schiefgehen? Doch das Remake von 2025 zeigte, wie schnell ein vermeintlich harmloser Stoff in die Kulturkämpfe der Gegenwart geraten kann.
Zuerst kritisierte der kleinwüchsige Schauspieler Peter Dinklage aus „Game of Thrones“ die rückständige Geschichte über „sieben Zwerge, die zusammen in einer Höhle leben“. Weißen Rassisten war die kolumbianische Hauptdarstellerin Rachel Zegler als Schneewittchen nicht weiß genug. Zegler selbst rief zur Befreiung Palästinas auf. Kritiker sahen darin einen Seitenhieb auf Gal Gadot, ihre Gegenspielerin im Film als Königin. Gadot hatte im israelischen Militär gedient.
Gemetzel ohne Risiko: „Gladiator II“
Im Alten Rom ist alles erlaubt. Der gute, alte Sandalenfilm scheint eine geschmeidige Vorlage für neuverfilmtes Gemetzel zu sein. Das gilt besonders für den Klassiker „Gladiator“ von Ridley Scott von 2000. Mit Russell Crowe in der Hauptrolle spielte er weltweit fast 460 Millionen Dollar ein.
24 Jahre später drehte Ridley Scott „Gladiator II“. Nicht mehr mit Crowe, sondern mit Paul Mescal als Kämpfer für die Entrechteten. Mit noch mehr Blut und noch mehr monströsen Effekten. Gemotzt hat darüber niemand – außer ein paar Historikern. Ach, Gladiatoren haben gar nicht gegen Haie oder Nashörner gekämpft? Na, und wenn schon. Das Alte Rom ist doch eigentlich auch nur Fantasy.
Den Erfolg einfrieren: „Ghostbusters: Frozen Empire“
Oh ja, diese beiden Herren haben schon mal frischer ausgesehen. Als Geisterjäger waren Ernie Hudson und Bill Murray bereits 1984 unterwegs. Doch für einen Kurzauftritt im Sequel von „Ghostbusters“ sind auch sie noch einmal reingeschlüpft in ihre Kärcher-Uniform.
Ist der paranormale Spaß aus der 80ern noch anschlussfähig? Dan Aykroyd stand 1984 ebenfalls vor der Kamera und hatte am Drehbuch mitgeschrieben. Er glaubt nicht an den Erfolg der mittlerweile vierten Neuauflage. Vielsagend ist zumindest aber der Untertitel des Films. „Frozen Empire“: Das passt perfekt zu den Bemühungen sämtlicher Prequel- und Sequel-Macher. Es gilt den Erfolg von einst für immer einzufrieren.
Pläne für „Spaceballs 2”: Satire-Prequel zum Prequel-Original?
„Star Wars“ hat seine langatmigen Prequels bekanntlich schon hinter sich. Wir wissen längst, wie aus der Sternenrepublik das Imperium und aus Anakin der böse Darth Vader wurde. Doch dass nun auch die Star-Wars-Satire „Spaceballs“ 2027 neu verfilmt wird, ist vielleicht der größte Triumph des Prequel-Sequel-Trends. Was wird das werden? Ein Prequel der Satire zum Prequel des Originals?
Werden wir 40 Jahre nach dem Start von „Spaceballs“ also erfahren, wie Lord Helmchen zu seinem viel zu großen Helmchen gekommen ist? Wird sich aufklären, wann der Sternenzerstörer losgeflogen ist, der 1987 schier endlos an der Kamera vorbeisegelte? Wenn aber ein Sequel, eine Weitererzählung daraus werden sollte, lautet die Frage zwangsläufig: Was haben die Spaceballer beim „Durchkämmen der Wüste“ gefunden? Meine Vermutung: ein Drehbuch für ein neues Sequel des Prequels des Originals.