Ein Mann, eine Horde Pferde und eine Zigarette im Sonnenuntergang – so cool war Rauchen mal. Die Werbung ist gar nicht alt und hat doch einen ziemlichen Bart. Wie schnell sich Trends ändern können, auch wenn sie lange für unausrottbar galten, beweist die Zigarette.
Endlich entspannt, gesund und motiviert? Neujahrsvorsätze: Mit diesen Tipps vom Psychologen soll es 2026 klappen
Mehr Sport treiben, sich gesünder ernähren, mit dem Rauchen aufhören. Ein Heidelberger Psychologe erklärt wie aus guten Neujahrsvorsätzen auch dauerhafte Gewohnheiten werden.
Im 17. Jahrhundert grassiert die „Sauferei des Nebels“
Als der Tabak im 17. Jahrhundert nach Europa kam, sorgte er zunächst für Befremden: 1627 berichtet der kurpfälzische Diplomat von Rusdorf über eine neue Mode in den Niederlanden, die man eine „Sauferei des Nebels“ nennen könne: „Wüste Menschen pflegen nämlich den Rauch einer Pflanze, die sie Nicotiana oder Tabak nennen, mit unglaublicher Begierde und unauslöschlichem Eifer zu trinken und einzuschlürfen.“
Das Wort Rauchen musste erst noch erfunden werden. Man sprach zunächst vom „Tabaktrinken“ oder „Rauchschlürfen“. Der Gesundheit schien der Tabak den Zeitgenossen seinerzeit jedenfalls zuträglich.
Rauchen beim Lernen, damit die Geister nicht verloren gehen
So propagiert eine Flugschrift um 1700: „Dieses Toback-trinken führet auch den Schleim und die phlegmatische Feuchtigkeit aus und ist gut für die Wassersucht; weil dieser Rauch den Leib dünn und mager macht. Er ist eine treffliche Arznei wider das Keuchen; kurzen Atem und alten Husten.“
Mediziner priesen die beruhigende und sammelnde Eigenschaft des Tabaks und empfahlen das Rauchen allen geistig arbeitenden Menschen: „Einer, der studiert, muss notwendig viel Tabak rauchen, damit die Geister nicht verloren gehen und er wohl überlegen und beurteilen kann.“
Die Schmauchlümmel ersticken jeden honetten Menschen; der nicht zu seiner Verteidigung zu Rauchen vermag.
Die Zigarette: Schneller Zug für schnelllebige Zeiten
Im 17. und 18. Jahrhundert ist die Pfeife das herrschende Rauchgerät, um 1800 kommt die Zigarre hinzu, ab 1850 dann die Zigarette. Die Beschleunigung, die im Zeitalter der Industrialisierung die gesamte Gesellschaft erfasst, spiegelt sich im beschleunigten Rauchvorgang: Von der ewig vor sich hin schmauchenden Pfeife hin zur ruck zuck gedrehten und weggepafften Zigarette.
Allen Rauchmitteln gemeinsam: die großartigen Möglichkeiten der Selbstdarstellung. George Sand und Lola Montez rauchten demonstrativ in der Öffentlichkeit Zigarren und bewiesen sich so als emanzipierte Blaustrümpfe. Auch, wer als Unternehmer auf sich hielt; paffte Zigarre.
Mit dem Rauchen aufhören? Vielleicht dieses Jahr!
Später konnte sie aber auch für die Revolution stehen, so bei Fidel Castro und Che Guevara. Die Selbstgedrehte wies den Arbeiter aus, die lange Zigarettenspitze den weiblichen Vamp. Im 20. Jahrhundert wurde Rauchen Allgemeingut: 1950 rauchten in Deutschland 9 von 10 Männern.
In den 1960er- und 1970er-Jahren gehörte der blaue Qualm zum Kulturgut, gerade auch im Fernsehen. Dort durfte zuletzt allerdings nur noch einer rauchen: Altkanzler Helmut Schmidt, der seine Karriere ohne nicht durchgehalten hätte.
Leidenschaft braucht man nicht. Willen braucht man und Zigaretten.
Der Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs ist übrigens seit 1962 belegt. So wundert es kaum, dass die meisten, die rauchen, irgendwann einmal damit aufhören wollen. Vielleicht klappt‘s in diesem Jahr.
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