Brückenbauen statt „Traumastriptease“
„Wer bist du in Hundeheimat?“ – wurde Don Pablo Mulemba als Junge von seinem Vater gefragt. Hundeheimat sei dabei aber nicht gleichzusetzen mit Deutschland, betont der Journalist und Podcaster. Für ihn stehe sie symbolisch für die großen Fragen rund um Identität und Zugehörigkeit.
Diesen Fragen geht er in seinem Buch „Hundeheimat“ nach. Darin schildert Mulemba auch, welche rassistischen Erlebnisse seine Familie im Eberswalde der 1990er Jahre durchmachen musste.
Er wolle damit keinen „Traumastriptease“ ablegen. Seine Hoffnung ist, dass „Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, sehen, ich bin gar nicht allein“, so Don Pablo Mulemba im Gespräch.
Brückenbauen statt „Traumastriptease“: Don Pablo Mulemba über „Hundeheimat“
Die Vergangenheit nicht ruhen lassen
Schweigen und Vergessen hinterlassen Lücken in der Geschichte eines Ortes. Diese Lücken möchte eine geisterhafte Erzählerin in dem neuen Roman von Shida Bazyar füllen: „Die Lücken“ spielt in dem fiktiven Dorf Heimesbach im Hunsrück, das Shida Bazyars Heimatstadt Hermeskeil nachempfunden ist.
Ein hochaktueller und zugleich zeitloser Roman, der zu Recht für den Deutschen Buchpreis nominiert ist, findet unsere Rezensentin.
Shida Bazyar und ihr Roman „Die Lücken“: Hochaktuell und zugleich zeitlos
Ein Monster entdeckt die Menschlichkeit
Es hat keinen eigenen Namen und ist aus vielen verschiedenen Körperteilen zusammengesetzt: Frankensteins Monster. Mary Shelleys Roman „Frankenstein“ aus dem Jahr 1818 ist ein literarisches Meisterwerk, das zeitlose Fragen nach Menschlichkeit und Verantwortung stellt.
Das hat auch den französischen Comic-Künstler David Sala an dem Klassiker begeistert. Er hat „Frankenstein“ als Comic mit zauberhaft schönen Bildern umgesetzt. Im Gespräch verrät er, warum und wie er dem Monster Menschlichkeit und Schönheit verleiht.
Ein Monster entdeckt die Menschlichkeit – „Frankenstein“ als Comic
Alles Vertraute wird erschüttert
Wie erinnert man sich an sein Leben, wenn man seiner Wahrnehmung nicht mehr trauen kann?
Emma Cline erzählt in ihrem kühnen Roman „In die Schweiz“ von einem Demenzkranken, der sterben will. Das Buch steht auf der Longlist des Booker Prize.
Kühner Roman von Emma Cline: „In die Schweiz“
Geistreich und herrlich grotesk
Lange wurde der Debütroman der Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Valeria Gordeev erwartet. Nun hat die in Tübingen geborene Autorin eine großartige Geschichte vorgelegt, die zwischen Berlin und Moskau changiert und eine Vielzahl absurder Episoden in Gang setzt.
„Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle“ heißt der vielversprechende Roman, der auch auf der Longlist des Deutschen Buchpreises steht.