„Ich interessiere mich nicht mehr für den Sinn des Lebens, nur noch für den Unsinn“, heißt es gleich zu Beginn des Buches. Kirsten Fuchs, selbst Mutter von zwei Kindern, ist sich sicher: „Mit Humor geht alles besser.“
Wäre das Buch ein Ratgeber, so die Autorin, wäre das einer der Tipps, die sie wirklich ernst meinen würde. Sogar babybedingter Schlafmangel lasse sich mit Humor sehr viel besser ertragen.
Das Kind spielt und plappert vor sich hin. Das Wort Kehrgrube taucht auf. Ich denke an Care-Grube. Stimmt, da landet man drin, wenn man zu viel Care-Arbeit macht.
Gesammelt hat Kirsten Fuchs den Großteil der Geschichten in den vergangenen zehn Jahren. Auch aus ihrer monatlichen Kolumne in „Das Magazin“. Wie sie Beruf und Muttersein unter einen Hut bringen kann, werde sie eher selten gefragt, sagt Kirsten Fuchs.
„Das liegt vielleicht auch an meiner ostdeutschen Herkunft.“ In der DDR war es sehr viel selbstverständlicher, dass auch Mütter zur Arbeit gegangen sind, als es lange in Westdeutschland der Fall war.
Spaß am Sprachspiel
Egal ob Wochenbett, Wäscheberge oder Wechseljahre – die Texte von Kirsten Fuchs leben von ihren Sprachspielereien. „Das habe ich schon als Kind in meiner Familie erlebt und auch meine eigenen Kinder spielen gerne mit Worten.“ Daraus ergäben sich häufig die Pointen von selbst.
„Wenn ich merke, dass es nicht flutscht, lasse ich einen Text lieber erstmal liegen.“ Wenn es denn flutscht, schreibt Kirsten Fuchs entweder für ihre Lesebühnen-Auftritte und Kolumnen, sie verfasst aber auch Theaterstücke, Kinderbücher und Romane. „Ohne diese Abwechslung, wäre mir langweilig.“
Erfolg mit „Mädchenmeute“
Geschrieben hat Kirsten Fuchs schon als Kind. Auf die Idee, Schriftstellerin zu werden, sei sie aber lange nicht gekommen, sagt sie. Deshalb hat sie erstmal eine Tischler-Lehre gemacht. Das Ziel: Möbelrestauratorin.
Aber dann klappte es doch mit den Schreibaufträgen. 2015 schließlich der erste richtig große Erfolg mit dem Roman „Mädchenmeute“ über eine Gruppe Jugendlicher.
„Jugendliche haben einen super interessanten Blick auf die Welt“, so Kirsten Fuchs. Es sei „sehr gesund“, wenn sich auch Erwachsene öfter mal an ihre frühere Perspektive aus der Jugend erinnern würden. Solch ein Perspektivwechsel reize sie auch beruflich.
Neuer Roman „Sneaker“
„Ich mag es, immer mal wieder von vorne anzufangen“, sagt die Autorin. „Ich möchte nicht satt werden oder irgendwas aus dem Effeff kennen.“ Es gäbe Dinge, die könne sie eben gut, und genau dort will Kirsten Fuchs schauen, wo sie noch Neues lernen kann. Folge davon ist auch der Roman „Sneaker“, der im Sommer 2026 erscheinen wird.
Darin geht es um einen Jugendlichen, der in einer seltsam heilen Welt lebt. Bei Langeweile bestellt er einfach ein neues Paar Turnschuhe. Die Beherrschung durch einen rundum digital verwalteten Alltag ist eines der Themen im Roman. Denn kritische Töne gehören bei Kirsten Fuchs – neben all dem Sprachwitz und treffenden Pointen – auch immer dazu.
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