SWR Kultur bietet eine Fülle an Konzerten für Sie. Einige zum Download, viele ein Jahr lang zum Nachhören. Stöbern Sie und finden Sie schöne Musikschätze.
Sie finden hier außerdem die Radio-Sendetermine von Konzerten aktueller Festivals.
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Die Musiker in der Epoche der Empfindsamkeit fokussierten sich auch als Reaktion auf die Ideen der Aufklärung und ihre Betonung der Vernunft ganz auf's Gefühl, auf Stimmungen und unmittelbares Erleben. Überschwängliche Emotionalität galt ihnen nicht als Peinlichkeit, sondern als Ausweis des sittlichen Menschen. Um dies in Musik umzusetzen, schienen den Komponisten die weichen, warmen und tiefsinnigen Töne der Viola oft geeigneter als der höhere, schärfere Klang der Violine; und hinsichtlich Virtuosität und Brillanz steht die Bratsche ihrer kleineren Schwester ja ohnehin nicht nach, wie Francesca Venturi Ferriolo, die Gründerin und Leiterin vom Ensemble „Salon violet", betont.
Wenn Beethoven auf Lachenmann trifft, ist Aufhorchen angesagt! In diesem Abokonzert des SWR Symphonieorchesters prallen scheinbar konträre ästhetische Welten aufeinander. Aber: "Beethoven hat bewusst nicht mehr komponiert, um zu gefallen", sagt Helmut Lachenmann. Der große "Abenteurer" der zeitgenössischen Musik und Verfechter der Musique concrète instrumentale feierte im November seinen 90. Geburtstag. Und obwohl er ganz andere Klanggestalten aus seinem Notentext herauskratzen, klopfen und (nach-) klingen lässt, stellt sich Lachenmann doch in Beethovens Tradition - als Rebell und Freidenker.
Franz Schuberts populäres Oktett in F-Dur gibt dem franz ensemble seinen Namen - und den Antrieb, neue Klangwelten zu erschließen. Musiker*innen schalten mühelos vom Trio- in den Oktett-Gang. Auf dem Programm in Bad Kreuznach: Beethovens Es-Dur-Septett trifft auf Berwalds selten gehörtes B-Dur-Septett. Zwei meisterhafte Kammermusikwerke, ein Abend voller Entdeckergeist, frischem Schwung und der charmanten Freiheit, für die das franz ensemble steht.
Der Franzose debütierte 1986 mit dem Orchestre de Paris unter Georg Solti. 2012 wurde er als ICMA Artist of the Year ausgezeichnet und sammelt seitdem hochrangige internationale Plattenpreise. Bavouzet legte zwei Ravel-Gesamteinspielungen vor und beherrscht den Drahtseilakt zwischen Respekt vor der Partitur und eigenem gestalterischem Freiraum in Vollendung. Sein Repertoire ist außergewöhnlich umfassend, der Zyklus seiner Beethoven-Sonaten brachte ihm nicht nur 2008 in Peking höchste Ehre. Feinfühlig ergründet er den Subtext jeder Komposition und koloriert die Klänge mit ganz eigenen Nuancen.
Laura Lootens, Preisträgerin des renommierten Andrés Segovia-Wettbewerbs, interpretierte auf ihrer Gitarre berühmte Werke von Isaac Albéniz und anderer spanischer und katalanischer Komponisten. Sie bescherte dem Publikum einen unvergesslichen Sommerabend in St. Ignaz in Mainz und blieb ihrem Wort treu: "Es ist meine Leidenschaft die Musik zum Leben zu erwecken, das Publikum zu packen und mitzureißen in die Weiten der Klänge. Nichts kann meine Gefühle, Ideen und Fantasien so widerspiegeln wie das Musizieren."
Aus der Stuttgarter Stiftskirche: Selten gehörte Vokalmusik vom noch jungen Felix Mendelssohn Bartholdy und danach das Ensemble Feuervogel mit englischen Christmas Carols aus der Renaissance, bearbeitet für Blockflötenensemble und Gesang.
Italien - ein Sehnsuchtsland! Seit Jahrhunderten zieht es Künstler aus aller Welt in seinen Bann - so auch Strauss: "Aus Italien" ist Zeugnis seiner "Empfindungen beim Anblick der herrlichen Naturschönheiten Roms und Neapels", weckt "fantastische Bilder entschwundener Herrlichkeit, Gefühle der Wehmut und des Schmerzes inmitten sonnigster Gegenwart", sei aber "kein klingender Reiseführer". Respighi hingegen inspirierte die Gregorianik. Sein Violinkonzert verknüpft das Schlichte, Herbe, Altertümliche der Choräle mit spätromantischer Klangsinnlichkeit. Gegensätzliches vereint sich dann auch in "These Worlds in Us". Mazzoli erzählt eine Geschichte von Schmerz und Glück, "die völlig neu und doch seltsam vertraut ist".
Ein zerebrales Aneurysma mit wahrscheinlich einer Subarachnoidalblutung. Das kostet Felix Mendelssohn mit 38 Jahren das Leben. Sein Schicksal ist aber schon früher besiegelt. Er ist erblich stark vorbelastet, denn die Familie Mendelssohn verfolgt ein Schlaganfall- Mysterium. Mit 31 Jahren gibt es bei Felix Mendelssohn beim Baden im Rhein einen Vorfall, danach ist er geschwächt und hat immer wieder gesundheitliche Probleme. Wahrscheinlich litt er unter Bluthochdruck und einer Herzschwäche, heute wäre das gut einstellbar. Das ist das Fazit in Takt & Therapie mit SWR Musikredakteurin Ines Pasz und dem Arzt und Musiker Michael Jelden. Aber wie ist der junge Komponist damals damit umgegangen? Welche Behandlung gab es damals überhaupt, wie hat die Krankheit und das Wissen darum Mendelssohn beeinflusst? Fragen, die uns den Menschen und Künstler näherbringen.
Musikliste Felix Mendelssohn:
Klaviersonate b-Moll/ Sontraud Speidel
Streichquartett Nr. 2 a-Moll, op. 13, 2. Satz (Goldmund Quartett)
Lied ohne Worte für Klavier fis-Moll, op. 67 Nr. 2 (Leif Ove Ansdnes)
Die Klaviertrios markieren wichtige Wendepunkte in Beethovens schöpferischem Leben. Die Trios op. 70 zeigen seinen künstlerischen Wandel, als er zunehmend taub wurde und gleichzeitig von neuen Klaviertechniken beeinflusst wurde, wie der Kauf eines Erard im Jahr 1803 zeigt. Das sogenannte „Erzherzog“-Trio op. 97 war das letzte Stück, das Beethoven öffentlich aufführte. Das Linos Piano Trio möchte die Geschichte dieser Klaviertrios durch die Brille der Klaviere Beethovens erzählen und entführt sein Publikum in diesem Bruchsaler Schlosskonzert in den Salon der Wiener Klavierbauerin und Komponistin Nannette Streicher.
Linos Piano Trio:
Adagio - Improvisation im Wiener Stil um 1800
Louis Ferdinand Prinz von Preußen:
Allegro espressivo aus dem Klaviertrio Es-Dur op. 3
Ludwig van Beethoven:
Klaviertrio Es-Dur op. 70 Nr. 2
Nannette Streicher:
Marsch für Klavier Es-Dur, arrangiert vom Linos Piano Trio
Ludwig van Beethoven:
Klaviertrio B-Dur op. 97 „Erzherzog“
(Konzert vom 7. November 2025 im Kammermusiksaal Schloss, Bruchsal)
Das Stuttgarter Kammerorchester bringt seine meistgeklickten Hits auf Spotify in den Konzertsaal. Musikalisch moderiert wird der Abend von Kabarettist und Entertainer Lars Reichow.
Das Musiksommer-Publikum liebt es, hinter die verschlossenen Türen des Priesterseminars in der Mainzer Augustinerstraße zu blicken - und in dem Fall zu hören, denn auch 2025 durfte das Sommerfestival wieder in dessen Aula zu Gast sein. Auf der Bühne: ein faszinierendes Nachwuchs-Talent und ein hochvirtuoser Erzmusiker, die gemeinsam begeisterten. Und das, obwohl ihre Instrumente nicht unbedingt füreinander bestimmt zu sein scheinen. Doch Violoncello und Akkordeon sind erstaunlich kompatibel, wenn sie mit dem Duo Fliedl & Djoric in gelungenen Bearbeitungen zusammentreffen - von Bartóks "Rumänischen Volkstänzen" bis hin zu Piazzollas "Le Grand Tango".
„Tagesanbruch“ aus Ravels „Daphnis et Chloé“; das der Komponist als ein „großes musikalisches Freskogemälde“ bezeichnete. Im Ravel-Jahr 2025 erklingen außerdem Ravels berühmte Orchesterierung der „Bilder einer Ausstellung“. Als Solist tritt Daniel Müller-Schott im Mannheimer Rosengarten auf, dessen „intensive Expressivität“ die New York Times würdigte und ihn als „einen furchlosen Spieler mit überragender Technik“ beschrieb.
Zwei Länder, zwei Instrumente und Musiksprachen, zwei herausragende junge Künstler: Die Geigerin Moë Dierstein hat dieses Jahr den Deutschen Musikwettbewerb gewonnen. Gemeinsam mit dem Pianisten Jun-Ho Gabriel Yeo spielt sie auf Schloss Mainau ein kammermusikalisches Programm, in dem sich französische und deutsche Kompositionen begegnen: Beethovens Frühlingssonate ist als zeit- und jahreszeit-loses Stück ihr Ausgangspunkt, gefolgt von Clara Schumanns einzigen Werken für Geige und Klavier. Aus Frankreich dann Kompositionen von Lili Boulanger und César Franck - Musik voll lyrischer Tiefe, emotionaler Kraft und klanglicher Vielfalt.
Innovative Programme sowie eine beeindruckende und preisgekrönte Diskografie dokumentieren das Schaffen von Joseph Moog, 1987 in Neustadt an der Weinstraße geboren. Die Fachkritik zählt den u. a. mit dem Gramophone Classical Music Award ausgezeichneten Rheinland-Pfälzer zu den brillantesten Pianisten der Gegenwart und attestiert ihm, durch die Leichtigkeit und Stringenz seines Spiels das "Golden Age" der Klaviermusik wiederbelebt zu haben - gerne mit entdeckenswerten Repertoire-Raritäten, in Mainz mit Werken der führenden Pianisten-Komponisten im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert.
Lieblings-Trios des SWR Kultur New Talents: Der hintersinnige Witz von Haydn und Carl Philipp Emanuel Bach liegt dem Trio E.T.A. genauso wie die fein ziselierte Musik der zeitgenössischen Komponistin Isabel Mundry und Dvořáks schwelgerische Ausdruckskraft.
Das Trio Tenorizans hat 2024 beim Kammermusikwettbewerb "Á Tre" in Trossingen den ersten Preis gewonnen. Die drei haben sich im Studium am Königlichen Konservatorium in Den Haag gefunden und lieben es nicht nur zusammen auf ihren Instrumenten zu musizieren, sondern auch gemeinsam alte Musik zu singen. Daher rührt auch ihr Name: clausula tenorizans bezeichnet eine besondere Schlussformel in der Musik.
Maurice Steger, Hille Perl und Céline Pasche boten im optisch wie akustisch opulenten Barockrahmen der bis auf den letzten Platz gefüllten Mainzer Seminarkirche mit viel Esprit und Spielfreude Musik von Telemann bis Händel. Céline Pasche wurde u. a. von Maurice Steger ausgebildet; mit Hille Perl verbindet ihn eine langjährige künstlerische Partnerschaft, und so gelang dem bestens eingespielten Trio ein Konzertabend der Extraklasse - sehr zur Freude des Musiksommer-Publikums, das sich mit besonders viel Beifall bedankte.
Tuberkulose, Quecksilbervergiftung, Bleivergiftung, Hypermobiles Ehlers-Danlos-Syndrom, sehr wahrscheinlich Syphilis. Niccolo Paganinis Gesundheit ist ab seinem 30. Lebensjahr ein einziges Destaster. Der einzige Vorteil: das hypermobile Ehlers-Danlos-Syndrom, eine krankhafte Überdehnung der Gelenke ermöglicht ihm seine atemberaubende Virtuosität auf der Geige. Ansonsten ist alles Qual. Er verliert zunehmend seine Stimme, ist permanent erschöpft, ausgezehrt und hinfällig. Trotzdem ist er als „Teufelsgeiger“ permanent unterwegs, in halb Europa. Wie er das durchgestanden hat, wie man ihn heute heilen könnte, wie hilflos die Medizin damals war, das untersuchen SWR Redakteurin Ines Pasz und der Arzt und Musiker Dr. Michael Jelden in Takt & Therapie.
Musikliste: Niccolo Paganini
Caprice Nr.6 g-Moll/ Niklas Liepe
Violinkonzert Nr.2 h-Moll op.7 „La Campanella“, 2. und 3. Satz” / Michael Jelden
(Violine), Vogtland Philharmonie
Sonata concertata A-Dur, 2. Satz/ Augustin Hadelich (Violine), Pablo Sainz Villegas (Gitarre)
Cantabile D-Dur op.17 Jan Vogler( Violoncello), Ismo Eskelinen (Gitarre)