Schwitzen und schaffen

Hitze-Helden aus Rheinland-Pfalz

Wenn die Temperaturen über die 30-Grad-Grenze springen, macht vielen von uns die Hitze zu schaffen. Wer Glück hat, verdient dann sein Geld in klimatisierten Räumen oder an einem schattigen Platz.

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Es gibt aber auch andere Jobs, bei denen man den hohen Außentemperaturen nicht ausweichen kann. Wie diese Menschen bei ihrer Arbeit gut durch den Tag kommen, erfahrt ihr in unserer Serie der Hitze-Helden aus Rheinland-Pfalz.

Sabine Gottschalk sitzt als Glasapparatebauerin vor einem Brenner, aus der eine Flamme mit etwa 60-70 Zentimeter Länge kommt. Und dann wird es richtig heiß: Die Verarbeitungstemperatur der Röhren, aus denen mal medizinische Geräte werden, liegt bei 1.200 Grad! Sabine sagt dazu: "Es läuft das Süppchen runter". Wenn es zu heiß wird und sie sich nicht mehr konzentrieren kann, macht sie früher Feierabend und hat sozusagen Hitzefrei.

Hausmeister Wolfgang aus Trier fängt seine Arbeit bei einem Kaminofenbauer momentan um 6 Uhr an, um die Mittagshitze zu vermeiden. Doch er möchte auf die Arbeit seiner Kollegen aus der Schweißabteilung aufmerksam machen, die teilweise mit einer Umgebungstemperatur von um die 60 Grad zu tun haben! Hinzu kommt dann auch noch die Schutzkleidung. Mehr Hitze geht kaum.

Postbote Alexander Müller meidet die pralle Sonne. Für ihn ist die Hitze reine Gewöhnungssache:

Das ist zwar ein bisschen anstrengend. Aber wenn man das jahrelang macht, klappt das schon.

Roland Keller arbeitet auf dem Wochenmarkt in Koblenz und Montabaur und verkauft dort Brot. Er hat zwar ein Zelt als Sonnenschutz, aber dort geht die Temperatur spielend auch mal über 40 Grad. Sein Rezept: Viel trinken!

Frank Simon startet bei der großen Hitze mit seiner Arbeit auf dem Bauhof in Saffig schon um 6 Uhr – also eine Stunde früher als üblich. So lässt sich zumindest morgens die Hitze besser ertragen.

Wenn aber Hecken geschnitten werden müssen, kommen zu der großen Hitze noch Mücken dazu. Das ist gerade kein einfacher Job für ihn und seine Kollegen.

Harald Zimmermann arbeitet als Gärtner in seiner Baumschule in Neustadt/ Wied. Eines seiner Arbeitsorte ist auch das Gewächshaus und das dortige Thermometer hat gerade die 40-Grad-Grenze geknackt ...

Yesil Ramazan betreibt ein Döner-Restaurant. Für ihn sind die Temperaturen ein echtes Problem:

Wenn es draußen 40 Grad hat, sind es am Döner-Spieß gleich 50 bis 60 Grad.

Wenn andere im Wasser planschen, auf dem SUP paddeln oder mit dem Jetski über den Rhein huschen, ist das die Arbeitszeit von Tobias Völker aus Bingen. Denn er verleiht diese Sportgeräte. Und die müssen auch bei dieser Hitze in Schuss gehalten werden.

Volker Bach arbeitet seit 20 Jahren als Dachdecker und auch bei knapp 40 Grad geht es jeden Tag rauf aufs Dach. "Wenn es doch zu heiß wird, dann machen wir auch mal früher Feierabend", gesteht er im SWR1 Interview. Aber er ist daran gewöhnt und die Hitze macht ihm und seinen Kollegen nicht so viel aus, fügt er hinzu.

Jenni Puth ist Schornsteinfegermeisterin und muss bei dem Wetter natürlich auch auf ungedämmte Dachböden oder aufs Dach klettern. Erschwert wird das Ganze durch ihr Arbeitswerkzeug, darunter ein Kehrgerät mit einer Kugel, die zwei Kilogramm wiegt. Um sich zu schützen, trinkt sie viel Wasser, trägt eine Mütze und Sonnencreme – "aber viel mehr kann ich da leider gar nicht machen", erklärt sie bei SWR1.

Isolde und ihre Kolleginnen aus der Textilreinigung in Bernkastel-Kues macht nicht nur die Hitze zu schaffen. Gleichzeitig ist es in der Reinigung auch immer schön feucht und damit schwül. Dazu kommt, dass der Juli für Isolde Hochsaison bedeutet.

Doch die Damen bleiben cool, ihr Tipp: Unterarme ab und an etwas nass machen und den Ventilator immer im Blick behalten.

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