Arbeiten mit Holz

Holztablett mit Furnierarbeiten

Schreinermeister Ruben Keitel zeigt den Bau eines Holztabletts, dessen Oberfläche mit einer Furnierarbeit, eine sogenannte Marketerie, bedeckt ist. Viel Vergnügen beim Nachbauen!

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Stand

Von Autor/in Ruben Keitel

1. Materialliste & Maße

Wir gehen für dieses Beispiel von einem Tablett-Endmaß von ca. 450 x 300 mm aus. Sie können die Maße natürlich nach Ihren Wünschen anpassen.

Holz & Metall:

  • Bodenplatte: 1x Multiplex (Birke oder Pappel), 6 mm stark.
  • Maß: ca. 430 x 280 mm (Das genaue Maß hängt von der Tiefe Ihrer Nut ab!)
  • Vorder- & Hinterstück (Kopfstücke): 2x Massivholz (z. B. Eiche, Buche oder Nussbaum)
  • Maß: je 300 mm lang, ca. 50–60 mm hoch, 20–25 mm dick
  • Seiten: 4x Aluminium-Rundstangen.
  • Maß: Durchmesser 8 mm oder 10 mm. Länge ca. 430 mm (Sichtbarer Bereich + Einlasstiefe)

Verbrauchsmaterial:

  • Holzleim (für die Nut)
  • 2-Komponenten-Kleber (Epoxy) oder Montagekleber (für das Aluminium)
  • Schleifpapier (Körnung 120, 180, 240)
  • Holzöl oder Lack zur Versiegelung

2. Benötigtes Werkzeug

  • Oberfräse (mit 6 mm Nutfräser) oder Tischkreissäge.
  • Standbohrmaschine (oder Akkuschrauber mit Bohrständer) & Holzbohrer (passend zum Alu-Durchmesser)
  • Forstnerbohrer (ca. 20–25 mm) für das Griffloch
  • Stichsäge
  • Zwingen

3. Die Bauanleitung

Schritt 1: Zuschnitt und Vorbereitung

Sägen Sie die Massivholzteile (Vorder- und Hinterstück) exakt auf die gleiche Länge (300 mm). Die Kanten müssen absolut rechtwinklig sein. Sägen Sie die 4 Alustangen auf 430mm Länge zu. Feilen Sie die Schnittkanten des Aluminiums leicht an, damit diese keine Grate aufweisen (und sich leichter in die Löcher einführen lassen).

Schritt 2: Die Nut für den Boden fräsen

Dies ist der wichtigste statische Schritt. Die 6 mm Bodenplatte muss in die Kopfstücke eingelassen werden.

1. Stellen Sie Ihre Oberfräse oder Tischkreissäge so ein, dass die Nut ca. 8–10 mm tief wird.

2. Die Nut sollte etwa mind. 5–8 mm von der Unterkante des Holzes entfernt platziert werden.

3. Fräsen Sie die Nut entlang der Innenseite beider Massivholzteile durchgehend oder Eingesetzt.

4. Wichtig: Messen Sie nun den Abstand zwischen den Nuten (im zusammengesteckten Zustand) bzw. berechnen Sie die Breite des Bodens: Sichtbare Breite + 2x Nuttiefe - 1mm Luft. Schneiden Sie jetzt erst die Multiplexplatte final zu.

Schritt 3: Die Grifflöcher

Damit das Tablett gut tragbar ist, fräsen wir Griffe in die Massivholzteile.

1. Markieren Sie die exakte Mitte der Massivholzteile.

2. Zeichnen Sie die Form des Grifflochs an (z. B. ein Langloch von 8–10 cm Breite).

3. Bohren Sie links und rechts am Ende der Markierung mit dem Forstnerbohrer je ein Loch.

4. Sägen Sie das Stück zwischen den Löchern mit der Stichsäge heraus.

5. Runden Sie die Kanten des Grifflochs mit der Oberfräse (Abrundfräser) oder Schleifpapier gut ab, damit es angenehm in der Hand liegt.

Tipp: Bei höherer Stückzahl kann auch eine Frässchablone angefertigt werden. 

Schritt 4: Bohrungen für die Alu-Stangen

Die Alu-Stangen bilden die Seitenwände und verbinden (zusammen mit dem Boden) die Konstruktion.

1. Markieren Sie auf den Innenseiten)der Massivholzteile die Positionen für die Alu-Stangen.

  • Eine Stange weit oben, die andere Stange auf der Höhe der Nut.

2. Sacklöcher bohren: Bohren Sie nicht komplett durch das Holz (außer Sie möchten das Alu von außen sehen). Bohren Sie ca. 10–15 mm tief in das Holz hinein ("Sackloch").

3. Benutzen Sie einen Tiefenstopp am Bohrer, damit alle 8 Löcher gleich tief sind.

4. Prüfen Sie, ob die Alu-Stangen stramm, aber ohne Gewalt in die Löcher passen.

Schritt 5: Schleifen und Oberflächenbehandlung

Bevor Sie alles verleimen, müssen Sie schleifen und ölen. Wenn das Alu erst einmal montiert ist, erreichen Sie die Innenseiten nur noch schwer.

1. Schleifen Sie alle Holzteile bis Körnung 240.

2. Ölen oder lackieren Sie das Holz (außer in den Bohrlöchern und in der Nut, sowie die Außenkante des Bodens, dort muss der Leim halten).

3. Lassen Sie das Finish trocknen.

Schritt 6: Der Zusammenbau 

Jetzt wird es ernst. Legen Sie sich Zwingen bereit.

1. Geben Sie etwas Holzleim in die Nut der beiden Massivholzteile.

2. Geben Sie 2-Komponenten-Kleber (Epoxy hält am besten auf Metall und Holz) in die 8 Bohrlöcher für die Alu-Stangen.

3. Stecken Sie die Multiplexplatte in die Nut des ersten Holzstücks.

4. Stecken Sie die 4 Alu-Stangen in die Bohrlöcher des ersten Holzstücks.

5. Setzen Sie nun das zweite Holzstück auf die andere Seite: Fädeln Sie gleichzeitig die Bodenplatte in die Nut und die 4 Stangen in die Löcher ein. (Hier ist ein Gummihammer hilfreich – Achtung: Verwenden Sie ein Zulageholz, um keine Dellen zu schlagen!).

6. Pressen Sie alles mit Zwingen zusammen. Achten Sie darauf, dass das Tablett nicht windschief wird. Legen Sie es zum Trocknen auf eine absolut ebene Fläche.

Anleitung für Furnierarbeiten (Marketerien)

1. Werkzeug & Material

Bevor Sie starten, legen Sie sich bitte alles bereit. Sie benötigen keine komplette Werkstatt, ein stabiler Tisch ist völlig ausreichend.

  • Furniere: Mindestens zwei verschiedene Holzarten (z. B. heller Ahorn und dunkler Nussbaum) für den Kontrast. Schäl- oder Messerfurnier (ca. 0,6 mm dick) ist ideal.

Wichtig: Die zwei Furniere müssen exakt gleich dick sein.

  • Schneidewerkzeug: Ein sehr scharfes Bastelskalpell.
  • Schneidematte: Eine selbstheilende Matte (grün) ist am besten, um die Klinge zu schonen. Alternativ genügt ein Stück glattes Restholz.
  • Klebeband: Spezielles Fugenleimpapier (das angefeuchtet wird) ist der Profi-Standard. Für den Anfang reicht jedoch hochwertiges Malerkrepp (blaues oder gelbes Tape), das sich rückstandsfrei lösen lässt.
  • Holzleim: Furnierleim oder D3-Weißleim.
  • Trägerplatte: Ein Stück MDF oder Sperrholz, auf das Sie das fertige Bild aufleimen.
  • Zwingen & Zulagen: Schraubzwingen und zwei glatte, dicke Holzbretter zum Pressen.
  • Schleifpapier: Körnung 120, 180 und 240.

2. Die Vorbereitung (Design)

Wählen Sie für den Anfang am besten organische Formen (Kurven, Blumen), da diese deutlich einfacher zu schneiden sind. Geometrische Motive (z. B. Würfel, Sterne oder Schachbrettmuster) sind schwieriger, da der Schnitt hier leicht verlaufen kann und Ungenauigkeiten bei geraden Linien schneller auffallen.

1. Zeichnen: Zeichnen Sie Ihr Motiv auf Papier vor.

2. Übertragen: Übertragen Sie die Linien mit Kohlepapier auf das Hintergrundfurnier (das Furnier, das den Hauptteil des Bildes ausmacht). Achten Sie dabei auf die Maserung: Sie bestimmt die spätere Optik und Stabilität.

3. Der Schnitt (Die Fenstermethode)

Das Ziel ist es, ein „Fenster“ in das Hintergrundfurnier zu schneiden und dieses exakt mit dem anderen Holz zu füllen.

Schritt A: Das Fenster öffnen

1. Legen Sie das Hintergrundfurnier auf die Schneidematte.

2. Schneiden Sie mit dem Skalpell entlang Ihrer aufgezeichneten Linie.

Wichtig: Schneiden Sie nicht mit Gewalt in einem Zug durch. Machen Sie lieber 3–4 leichte Züge übereinander. Das verhindert, dass das Holz splittert.

3. Nehmen Sie das ausgeschnittene Innenteil heraus. Sie haben nun ein Loch (das Fenster) in Ihrem Furnier.

Schritt B: Das Inlay anpassen

1. Legen Sie nun Ihr Kontrastfurnier (das Inlay) unter das Hintergrundfurnier.

2. Schieben Sie es so hin und her, bis Ihnen der Verlauf der Maserung gefällt.

3. Fixieren Sie beide Lagen mit etwas Klebeband, damit nichts verrutscht.

4. Nehmen Sie das Skalpell und ritzen Sie nun innerhalb des Fensters (also direkt an der Innenkante des Hintergrundfurniers entlang) das untere Furnier an. Das Hintergrundfurnier dient Ihnen dabei als Schablone bzw. Lineal.

5. Nehmen Sie die Furniere auseinander und schneiden Sie das angezeichnete Stück aus dem Kontrastfurnier komplett aus.

Pro-Tipp: Wenn Sie das Messer beim Schneiden ganz leicht (nur wenige Grad) nach innen neigen (Hinterschnitt), wird die Passung auf der Oberseite absolut dicht, da die untere Kante des Inlays minimal breiter ist als die obere.

4. Das Zusammensetzen (Fügen)

Jetzt kommt der entscheidende Moment:

1. Legen Sie das ausgeschnittene Inlay in das Fenster des Hintergrundfurniers.

2. Wenn Sie sauber gearbeitet haben, sollte es fast fugenlos passen. Falls es klemmt, schleifen Sie vorsichtig (!) mit einer Nagelfeile nach.

3. Kleben Sie die beiden Teile auf der Vorderseite mit dem Klebeband zusammen, sodass sie fest verbunden sind.

Hinweis bei Malerkrepp: Kleben Sie es auf die Seite, die später oben sein soll (Sichtseite). Nach dem Leimen kann es wieder abgezogen werden.

5. Das Verleimen (Pressen)

Das Furnierbild ist noch sehr fragil und muss auf die Trägerplatte aufgebracht werden.

1. Bestreichen Sie die Trägerplatte (MDF oder Multiplex) dünn und gleichmäßig mit Holzleim (einen Zahnspachtel benutzen).

2. Legen Sie Ihr Furnierbild darauf. (Achtung: Das Klebeband befindet sich auf der Sichtseite und muss nach oben zeigen!)

3. Legen Sie ein Stück Backpapier oder Plastikfolie darauf, damit austretender Leim nicht an der Presse festklebt.

4. Platzieren Sie eine glatte Zulage (ein anderes Brett) obenauf.

5. Pressen Sie das Ganze mit Schraubzwingen so fest wie möglich zusammen.

6. Lassen Sie es mindestens 4–6 Stunden (besser über Nacht) trocknen.

6. Das Finish

Sobald der Leim getrocknet ist:

1. Entfernen Sie die Zwingen.

2. Ziehen Sie das Klebeband auf der Oberseite vorsichtig ab (eventuell leicht mit einem Föhn erwärmen, damit keine Holzfasern ausreißen) oder schleifen Sie es weg.

3. Schleifen: Beginnen Sie mit 120er Papier und arbeiten Sie sich bis zur 240er Körnung hoch. Schleifen Sie immer in Richtung der Maserung. Beim Schleifen mit einem Exzenterschleifer muss darauf geachtet werden, dass das Furnier nicht durchgeschliffen wird.

4. Oberfläche: Tragen Sie ein Hartöl, Wachs oder Klarlack auf. Das Öl wird die Farben des Holzes „anfeuern“ und den Kontrast zwischen den Furnieren wunderschön hervorheben.

Häufige Fehler (und wie man sie vermeidet)

  • Splittern: Dies passiert, wenn man gegen die Maserung schneidet oder das Messer stumpf ist.

Lösung: Wechseln Sie die Klingen oft! Stabilisieren Sie das Holz bei kritischen Stellen ggf. vorher durch Klebeband.

  • Lücken: Wenn Licht durch die Fugen scheint.

Lösung: Mischen Sie etwas Schleifstaub des dunkleren Holzes mit Holzleim und spachteln Sie die Fuge vor dem finalen Schliff zu.

  • Welliges Furnier: Das Furnier ist zu trocken oder wellig.

Lösung: Besprühen Sie es leicht mit Wasser (Nebelfeuchte) und pressen Sie es vor der Verarbeitung zwischen zwei Büchern glatt, bis es trocken ist.

Die Bauanleitungen zum Ausdrucken

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Ruben Keitel