Spieletipps für Familien und Paare

6 Brettspiele und Kartenspiele für euren Urlaub

Sonne, Strand, Urlaub – Zeit für ein Brettspiel oder Kartenspiel! Was aber für die Familie in den Koffer packen? Was macht im Pärchen-Urlaub Laune? Wir haben Tipps für euch.

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Von Autor/in Fabian Ziehe

Kartenspiel "Duck & Cover": Ente gut, Ende gut

"Duck & Cover", der Humor hinter dem Spiel-Titel ist gewöhnungsbedürftig: Es spielt auf einen US-Lehrfilm aus dem Jahr 1951 an. Dieser erklärte seinerzeit Kindern, was tun, wenn eine Atombombe explodiert: "ducken" und "sich bedecken". Das Kartenspiel selbst aber hat mit Bomben rein gar nichts tun. Die Designer spielen mit "Duck" eher auf die Enten im Spiel an - und mit "Duck" und "Cover" auf die beiden Optionen, die man hat, wenn man am Zug ist.

Jeder nimmt also sein Set mit Karten mit Werten von eins bis zwölf und legt sie im Drei-mal-Vier-Raster unsortiert vor sich aus. Von einem zentralen Stapel werden dann diese Zahlen aufgedeckt - und jeder muss seine Karte dann bewegen: Entweder, man deckt mit der Karte (oder später dem ganzen Kartenstapel) eine benachbarte andere Karte links, rechts, darüber oder darunter zu ("Cover"). Oder man legt die Karte neben einen andere ("Duck"). Das Ziel dabei: Im Spielverlauf möglichst viele Karten zudecken, gerade die mit hohen Ziffern.

Auch die Jury "Spiel des Jahres" hat im Jahrgang einige kleine Spiele nominiert, die sich gut für das Reisen und den Urlaub eignen.

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Top-Titel der Saison gekürt Das Brettspiel "Bomb Busters" ist "Spiel des Jahres 2025"

Bei der Verleihung "Spiel des Jahres 2025" hat das Brettspiel "Bomb Busters" gewonnen. Als Kinderspiel zeichnete die Jury "Topp die Torte" aus, als Kennerspiel "Endeavor: Die Tiefsee".

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Denn wenn eine Karte zu bewegen wäre, die schon abgedeckt ist, muss man "Quack" sagen. Machen das alle, wird die Karte beiseitegelegt. Ist eine bestimmte Menge an Karten aus dem Spiel, endet die Runde - oder aber, einer hat es geschafft, alle Karten auf einem Stapel zu sammeln. Dieser bekommt seine Punkte gutgeschrieben, alle anderen zählen die dann noch offenen Karten zu Minuspunkten zusammen. Nach drei Runden wird final abgerechnet.

"Duck & Cover" ist ein Kartenspiel, das einen fiebern, fluchen und quaken lässt - eine so für hübsche und kurzweilige Situationen am Tisch sorgt. Man kann die Abdeck-Aufgabe pfiffig und weniger pfiffig lösen - aber manchmal hat man auch einfach Dusel oder Pech - und das sorgt dafür, dass jeder mal gewinnen kann und viel Emotion in die Runde kommt. Und: Die Enten sind so witzig gezeichnet, dass man sich wunderbar daran erfreuen kann, wenn es das Schicksal mal wieder ganz übel mit einem meint.

Kartenspiel "Henrys Hennen": Hirnknoten-Gaudi mit Hühnern

Ei, Ei, Ei, was ist da los im Hühnerstall? Wenn die drei Hennen, die rote Heike, die blaue Hilda und die grüne Hedda, ihre Eier jonglieren, kommt man beim Zählen ins Schwitzen. "Henrys Hennen" ist ein kleines Kartenspiel mit großem Hirnknoten-Potential: Reihum hat jeder seinen Stapel Karten und legt die oberste Karte ab. Dabei schauen wir alle Eier auf den ausliegenden Karten an und entscheiden: Welche Henne (Farbe) zeigt nun die meisten Eier? Und wer hat diese Henne vor sich ausliegen? Ich? Du? Wir?

Ein Beispiel: Die blaue Hilda jongliert die meisten Eier. Und sowohl ich als auch die links neben mir haben eine blaue Karte. Dann rufe ich nach dem Umdecken meiner Karte: "Wir!" Und was bei einem Gleichstand? Dafür liegt ein Stoff-Spiegelei in der Mitte. Schnell draufklopfen! Wer Letzter ist, ja, wer überhaupt einen Fehler macht, bekommt alle ausliegenden Karten in seinen Stapel – und erntet hämisches Gegacker der anderen. Schließlich gewinnt, wer alle Karten los ist.

Da heizt rasch manches Hirn auf wie in einem Eierkocher. Und wer noch dichter ans Gelbe im Ei will, ergänzt das Ganze mit der Küken-Henry-Variante oder weiteren Herausforderungen, bis jeder am Tisch hartgekocht ist. Das kleine Kartenspiel ist so simpel und schnell wie wild und witzig – und funktioniert auch mit jüngeren Kindern.

Geschicklichkeitsspiel "Holterdiepolter": Fieser die Glocken nie klingeln

Man kennt das: Man hat einiges in der Hand und will eins davon ablegen - und, "holterdiepolter", purzeln auch weitere Dinge runter. Verflixt! Das gleichnamige Spiel im Hosentaschen-Format macht daraus ein hübsches Geschicklichkeitsspiel - verpackt in einer Mini-Box.

Die Ausgangslage: Jeder hält in der Hand oder gleich der geschlossenen Faust fünf Dinge: Muschel, Ring, Würfel, Schlüssel, Platte. Eine Karte wird aufgedeckt und entsprechend dieser müssen wir einige Dinge aus der Hand herausarbeiten, während der Rest in der Hand oder Faust verweilen muss. Bei jedem Fehler: Neustart!

Wem das als erstes gelingt, erhält ein Glöckchen in der Größe jener, die den Osterhasen aus Schweizer Schokoladenproduktion um den Hals hängen. Eine Trophäe: Wer irgendwann drei davon in der Hand hält, der gewinnt. Blöde nur, dass wir die Glocke mit in die Hand oder Faust nehmen müssen, wenn die nächste Karte umgedreht wird. Purzelt sie mit heraus, ist sie futsch und wieder weg. 

"Holterdiepolter" lehrt uns, uns wunderbar und ungehemmt am eigenen Unvermögen zu weiden. Und an dem der anderen, na klar! Alleine gewinnen ist viel unwichtiger als gemeinsam zu scheitern. Ungeschickte Pfoten? Neigung zu schwitzigen Händen? Grobmotorik als Leistungsfach in der Schule? Dann ist "Holterdiepolter" das richtige Spiel.

Kartenspiel "2 Win": Zocken und Zittern mit Ziffern

Es ist wie so oft bei kleinen Spielen: "Warum hat da noch niemand ein Spiel draus gemacht?" Bei "2 Win", aufgemacht im poppigen 80er-Jahre-Look, spielt man Ziffernkarten von 1 bis 9 in drei Farben vor sich aus - immer zwei, so dass sie zusammen eine zweistellige Zahl zwischen elf und 99 bilden. Einzige Regel: Jede ausgelegte Zahl muss eins größer als die vorherige sein. 

Mit den neun Karten auf der Hand kommt man da nicht weit - aber man darf nachziehen. Wenn man die höchste Zahl ausgelegt hat. Wenn man die meisten Sterne auf den Karten hat (es sind je Karte null bis drei aufgedruckt). Wenn man einen Pasch, also zwei gleiche Ziffern ausgelegt hat. Und wenn man drei gleichfarbige Karten in Folge auf einen der beiden Stapel gelegt hat. Und: Vor jedem Ausspielen geben wir eine Karte an den Mitspielenden links weiter.

Irgendwann gehen einem die Karten aus oder man kommt hoch in die Achtziger oder Neunziger und kann nichts Höheres mehr legen. Dann ist die Runde vorbei - es gewinnt, wer zuletzt noch legen kann. Mehr ist das nicht an Regeln, den Rest gewinnt das Spiel aus sich selbst heraus: Ein spannender Wettkampf, in dem man sich auch über die Auslage der Mitspielenden beugen sollte und in dem man viel abwägen, taktieren, zocken kann. 

Rätselspiel "echoes - Die Titanic-Affäre": Zum Lauschen und Lugen

"Lauschen", ein schönes, klingendes Wort! Es meint zwei Tätigkeiten gleichzeitig: Zuhören und Verstehen. Und auch für das Sehen gibt es ein ähnliches Wort, das etwas altertümliche "Lugen" - am ehesten noch genutzt bei "um die Ecke lugen". Die Rätselspiel-Reihe "echoes" verbindet beides - und hebt sich so aus der Masse an Rätselspielen wie "Exit" oder "Unlock" heraus. Und: Es bietet sich gerade zum Reisen an.

Denn man kann es sogar beim Autofahren mitspielen - wenn ein anderer im Auto das Handling übernimmt. Dieser erhält sechs Bilder auf Pappe (die Kapitel) und 24 weitere Bilder auf Karten (die Handlungsteile). Zudem braucht er sein Handy oder Tablet mit einer speziellen App: Mit dieser scannt er die schön gemalten Bilder ab - um den Teil eines Hörspiels zu hören. Nur: Die Karten und damit die Hörspiel-Teile sind zunächst wild zusammengewürfelt. Ziel ist nun also, die Geschichte zu sortieren.

So ordnen wir einen Plot allein durch lauschen und lugen - und wir können dabei gut gemeinsam wie auch alleine grübeln und tüfteln. Zugegeben, es entwickeln sich keine Geschichten mit unendlich viel Wendungen und Tiefe, dann wäre das Rätsel kaum lösbar vor allem nicht in der angenehmen Stunde, die das Spiel dauert. Nähe und Atmosphäre baut sich trotzdem auf, weil wir sehr genau hören und ja selber die Geschichte stricken. Und: Die Fälle sind von Schauspielern eingesprochen und professionell vertont.

Im jüngsten Fall "Die Titanic-Affäre" müssen wir die Geschichte eines jungen Stewards erkunden. Andere Fälle entführen uns beispielsweise zu tragischen Geschehnissen in englischen Landhäusern, in illegale Kneipen von New York oder ins Wiener Burgtheater des 18. Jahrhunderts. Kleine Hör-Reisen wenn man selbst reist. Die nächste Reise wird übrigens zu einem Tatort-Fall des SWR gehen: Im September soll "Tatort - Der Geisterseher" erscheinen, in dem Lena Odenthal und Johanna Stern in der Pfalz den Mord an einem Bauern untersuchen.

Kartenspiel "Agent Avenue": Duell für zwei mit Schlapphut

Man ist Jäger, man ist Gejagter, so ist das als Superspion - und wenn einer den anderen enttarnen will, beginnt ein spannender Wettlauf. In "Agent Avenue" laufen wir uns auf einem Mini- Spielplan tatsächlich hinterher. Um den anderen einzuholen, gibt er ein kleines Spiel: Einer wählt zwei seiner insgesamt vier Handkarten aus, und bietet dem Gegenüber eine davon offen und die andere verdeckt an. 

Nun muss man wissen: Es gibt verschiedene Kartentypen, also "Agenten". Legen wir unsere erste Karte "Doppelagentin" vor uns aus, gehen wir einen Schritt zurück. Dafür geht es starke sechs Schritte nach vorne bei der zweiten. Bei der dritten und jeder weiteren folgenden geht es aber wieder nur noch rückwärts. So hat jede Karte einen Kniff. Bei der "Codeknackerin" bleiben wir immer stehen - aber wenn wir die dritte bekommen, haben wir sofort gewonnen. Und beim "Draufgänger" gehen wir gut nach vorne - nur mit der dritten Karte haben wir sofort verloren. 

So müssen wir bei den zwei angebotenen Karten des Gegenübers immer abschätzen: Nehmen wir die offen ausliegende Karte oder ist die verdeckte besser? Eine Hop-oder-Top-Entscheidung - und sie ist oft so, so knifflig! Weil wir den anderen lesen, Möglichkeiten einschätzen, Risiken abschätzen müssen. Weil wir in Sackgassen geführt werden - oder selber Fallen stellen können. Für Fortgeschrittene kommen dann noch Sonderkarten mit starken Fähigkeiten ins Spiel, wenn wir auf dem Rundlauf auf bestimmte Felder kommen. 

"Agent Avenue" hat zwar einige Spezialfälle, die in den Regeln teils etwas umständlich erläutert werden. Es ist kein Spiel für blutige Anfänger - und es ist natürlich super konfrontativ. Dafür entwickelt es aber mit einfachem Einsatz ein komplexes, reizvolles Duell, das immer wieder unerwartete Wendungen bieten kann. Man kann den Hauch des gegnerischen Superspions schon im Nacken spüren - und doch noch die Partie drehen. Ein Duell-Spiel, in dem es wirklich spannend und episch werden kann. 

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Vier Tipps: So passen Kartenspiele und Brettspiele in den Koffer

Der Platz im Koffer oder Rucksack ist rar und konkurriert mit Sonnencreme, Büchern und Reiseführeren. So passen noch ein paar Brettspiele (mehr) ins Gepäck:

  • Eine Packung, viele Spiele: In Spielekartons ist oft viel Luft. Wenn man das Inlay daheim lässt und alles klein zusammenpackt, gewinnt man Platz für mehr Spiele. Die Regeln lädt man sich aufs Handy, Würfel kann man für mehrere Spiele nutzen. Und: Beim Pärchenurlaub kann man das Material für den dritten und vierten Mitspielenden getrost zu Hause lassen.
  • Ab in die Tüte: Kartons sind sperrig. Unempfindlichere Spiele passen ebenso gut in Zip-Tüten. Dann sind sie auch vor ausfließender Zahnpasta oder freilaufender Sonnenmilch gesichert - und auch vor dem Sand am Strand. Ideal ist die Zip-Tüte übrigens auch für das Handgepäck im Flieger.
  • Wechsel zum Tablet: Viele Karten- und Brettspiele gibt es völlig platzneutral auch als App - und manche bieten sich auch zum gemeinsamen Spielen an. Das nimmt den haptischen, strom- und displayfreien Spaß am Spiel, gewiss. Aber: Bei schlechter Beleuchtung auf der Terrasse oder im Zelt ist ein Bildschirm überaus hilfreich. Und: Die App kennt die Regeln und zählt die Punkte!
  • Kleine große Spiele: Kleines Format bedeutet nicht beschränkter Spielspaß. Bekannt sind beispielsweise die Kartenspiele des Amigo-Verlags, die Mini-Spiele der japanischen Firma Oink Games und die Blechbox-Spiele von Game Factory. Die Button-Shy-Spiele, in Deutschland vom Frosted Games vertrieben, und die Hain-Spiele von Board Game Circus bestehen in der Grundversion aus gerade mal 18 Karten - das passt in jede Brieftasche!

Spiele für Ostern: Brett- und Kartenspiele für Erwachsene und Kinder

Wir haben Spiele getestet und die spannendsten, lustigsten und schönsten ausgesucht und stellen sie hier vor. Perfekt für das lange Osterwochenende für Kinder und Erwachsene.

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Fabian Ziehe
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