Top-Titel der Saison gekürt

Das Brettspiel "Bomb Busters" ist "Spiel des Jahres 2025"

Bei der Verleihung "Spiel des Jahres 2025" hat das Brettspiel "Bomb Busters" gewonnen. Als Kinderspiel zeichnete die Jury "Topp die Torte" aus, als Kennerspiel "Endeavor: Die Tiefsee".

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Von Autor/in Fabian Ziehe, Andreas Haaß

Das Warten hat ein Ende: Bei der Verleihung am 13. Juli 2025 in Berlin hat "Bomb Busters" den begehrten Titel "Spiel des Jahres 2025" erhalten. Der Titel geht damit nach einem Jahr Pause wieder an den hessischen Verlag "Pegasus Spiele" - 2023 war er zuletzt mit "Dorfromantik" erfolgreich. Den Titel "Kinderspiel des Jahres 2025" konnte "Topp die Torte" erringen. Und beim "Kennerspiel des Jahres 2025" machte "Endeavor: Die Tiefsee" das Rennen - ein Spiel auch vom Verlag Board Game Circus mit Sitz im südbadischen Bad Krotzingen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald).

Die Preisträger 2025 bei der Verleihung "Spiel des Jahres" in Berlin sind "Bomb Busters" (Familienspiel), "Topp die Torte" (Kinderspiel) und "Endeavor: Die Tiefsee" (Kennerspiel).
Die Preisträger 2025 bei der Verleihung "Spiel des Jahres" in Berlin sind "Bomb Busters" (Familienspiel), "Topp die Torte" (Kinderspiel) und "Endeavor: Die Tiefsee" (Kennerspiel). Andreas Haaß

Bereits Mitte Mai 2025 waren je drei Titel in den drei Kategorien nominiert worden, die um den jeweiligen Titel konkurrierten. Wir stellen die Nominierten und die Preisträger vor.

Das Spiel des Jahres 2025

Das Kinderspiel des Jahres 2025

Das Kennerspiel des Jahres 2025

Jury "Spiel des Jahres": Bedeutung, Nominierung und Preisverleihung

Die nominierten Brettspiele und Kartenspiele für das "Spiel des Jahres 2025"
Die nominierten Brettspiele und Kartenspiele für das "Spiel des Jahres 2025" picture alliance/dpa/Spiel des Jahres e.V.

Das Familienspiel des Jahres 2025

Alle sind scharf auf den "Roten Pöppel", das ist der begehrteste Titel, den die elfköpfige Jury beim "Spiel des Jahres" verleiht. Den Preis gibt es seit Gründung des Vereins "Spiel des Jahres" und wurde 1979 erstmals verliehen. Dieses Jahr machte "Bomb Busters" das Rennen: Das Brettspiel des japanischen Autoren Hisashi Hayashi war als Favorit ins Rennen gegangen und holte auch den "Pöppel". Verlegt wird das Spiel vom hessischen Verlag "Pegasus Spiele".

Der weltweit begehrte Pöppel für das "Spiel des Jahres" geht dieses Jahr an den Japaner Hisashi Hayashi (links) und das Spiel "Bomb Busters".
Der weltweit begehrte Pöppel für das "Spiel des Jahres" geht dieses Jahr an den Japaner Hisashi Hayashi (links) und das Spiel "Bomb Busters". Andreas Haaß

Jedes Jahr werden drei Titel nominiert, von denen einige Wochen später einer zum Gewinner gekürt wird. Dieses Jahr waren mit "Flip 7" aus dem Stuttgarter Kosmos-Verlag und "Krakel Orakel" vom Topp-Verlag aus Gerlingen (Kreis Ludwigsburg) auch zwei Spiele aus Baden-Württemberg nominiert. Sie konnten sich allerdings nicht gegen den Favoriten durchsetzen.

Daneben empfiehlt die Jury weitere gute Spiele des Jahrgangs in der "Empfehlungsliste". Ausgezeichnet werden sollen Spiele für alle von jung bis alt, die einfach und zugänglich sind. Die Titel sollen auch neuen Spielenden vom "Kulturgut Brettspiel" überzeugen, Lust auf mehr machen und den ganzen Kosmos des Gesellschaftsspielens eröffnen. Am häufigsten konnte übrigens der Spieleerfinder Wolfgang Kramer aus Stuttgart den Titel holen, nämlich fünf Mal.

Das Spiel "Sky Team", erschienen beim Verlag Kosmos aus Stuttgart, hat vergangenes Jahr den Titel "Spiel des Jahres 2024" geholt.
Das Spiel "Sky Team", erschienen beim Verlag Kosmos aus Stuttgart, hat vergangenes Jahr den Titel "Spiel des Jahres 2024" geholt. picture alliance/dpa | Christoph Soeder

Das "Spiel des Jahres" gilt als weltweit wichtigste Auszeichnung – man spricht auch vom "Brettspiel-Oscar". Berühmtester Gewinner ist "Catan" des kürzlich verstorbenen Klaus Teuber. Das Spiel hat der Kosmos-Verlag aus Stuttgart 1995 veröffentlicht. Es wurde millionenfach verkauft und gilt mittlerweile als Initialzündung für eine neue, moderne Brettspiele-Welt.

Gewinner "Bomb Buster": Gemeinsam die richtigen Kabel kappen

Welches Kabel kappen? Bloß nicht das Rote erwischen! Die Uhr tickt, der Schweiß rinnt, die Kneifzange zittert. Das hier ist kein Hollywood-Blockbuster, sondern "Bomb Buster" - sozusagen ein Brettspiel-Thriller! Gemeinsam müssen wir die Bombe entschärfen. Jeder sieht nur seine Kabel vor sich und muss trotzdem blind bei den anderen schnibbeln. Man sollte keine Fehler machen, zumindest nicht zu viele. Deshalb gilt es, geschickt zu kombinieren - ohne sich dabei abzusprechen!

Jeder hat seine Kabel entsprechend den Nummern vor sich aufgereiht in Form von Papptafeln in einem Ständer. Die Mitspielenden sehen nur die Rückseite. Aber wir zeigen ihnen, wo die niedrigen und wo die hohen Werte sind. Den Wert von einem meiner Kabel darf ich verraten. Damit kann man kombinieren: Ich selbst etwa habe hier eine Zwei. Und beim Gegenüber müsste an der Stelle doch auch eine Zwei sitzen… habe ich recht, decken wir auf und kommen dem gemeinsamen Ziel näher. Blöd nur wenn ich ein gelbes Kabel erwische, das dazwischen steckt. Das bringt uns dem Abgrund näher. Ist es gar ein Rotes? Dann macht es sofort: Boom!

Das kooperative Deduktionsspiel "Bomb Buster" war der Favorit der Brettspiel-Szene aus dem diesjährigen Spiele-Jahrgang. Seine Nominierung hatten viele erwartet. Und das zurecht! Zumal der Einstieg simpel ist, man aber gemeinsam in einer Kampagne mit 66 Missionen immer weiter wachsen kann: Es gibt immer neue Herausforderungen durch kleine Regeländerungen. Da gibt es viel zu entdecken - und es bleibt immer spannend und angenehm knifflig am Tisch. Und wenn die Bombe doch mal platzt? Dann einfach nochmal probieren.

"Flip 7": Karten auslegen zum Zocken, Zetern und Zelebrieren

Das Kartenspiel "Flip 7" spaltet die Gemüter - weil es wirklich, wirklich simpel ist und man vor allem zwei Dinge dafür mitbringen sollte: Chuzpe und Dusel. (Welche zwei Dinge man tatsächlich mitbringt: Pech und Hasenfüßigkeit). Wer also sein Glück gerne herausfordert und ohne große Regeln viele Emotion am Tisch haben möchte, der ist bei diesem Kartenspiel richtig.

Das Prinzip ist einfach: Jeder bekommt reihum eine Karte offen vor sich. Die Karten haben Werte bis zwölf - und jede Zahl gibt es im Stapel so oft wie ihren eigenen Wert. Wir können reihum immer eine weitere Karte vor uns aufdecken lassen. Oder aussteigen und Punkte sichern. Denn: doppelt sich beim Aufdecken eine Zahl, sind wir raus aus der Runde - und es gibt auch keine Punkte. Dazu kommen wenige Sonderkarten, die die Situation am Tisch durcheinander wirbeln können. Am Ende schreibt sich jeder seine Punkte gut, sofern man sich eben nicht verzockt hat. Knacken einer oder mehrere die 200er-Marke, endet das Spiel.

Ja, da spielt Glück eine entscheidende Rolle. Wir wissen das - aber wenn wir am Zug sind, dann überkommt uns doch die irrige Annahme, wir könnten unser Schicksal selber lenken. Das liegt in unserer Natur - und "Flip 7" konfrontiert uns wunderbar mit unserer eigenen Uneinsichtigkeit. Wer da nicht Jubel, Häme, Freude oder Genugtuung empfindet, wer nicht wahlweise die Welt umarmen oder an ihr verzweifeln möchte, dem fehlt es an Emotion, Humor und Zockerherz. Aber das soll es ja auch geben.

"Krakel Orakel": Ruck Zuck zeichnen im Linien-Wirrwarr

Laut Schachtel ist es "das Zeichenspiel für alle, die nicht zeichnen können". Und das trifft es prima. Denn auf den abwischbaren Spielbrettchen, die jeder erhält, sind ganz viele Linien vorgezeichnet. Unsere Aufgabe ist es, einen zufällig gezogenen Begriff nur mit Hilfe dieser Linien so zu zeichnen, dass die Mitspielenden den am Ende auch erraten.

Denn "Krakel Orakel" spielen wir zusammen im Team. Neben den Begriffen, die wir gezeichnet haben, werden noch genauso viele Begriffe gezogen, wie wir Mitspielende sind. Aus dieser doppelten Menge an Begriffen müssen wir dann der Reihe nach die Zeichnungen der anderen erkennen.

Klingt einfacher, als es tatsächlich ist. Denn nicht immer passen die Linien zu der Vorstellung, wie man den Begriff zeichnen müsste. Hier kann am Ende also alles zu sehen sein, von minimalistischen Strichen bis zu tollen Kunstwerken. Spaß macht es aber auf jeden Fall, denn es liegt ja nicht am Zeichnenden, sondern an den vorgegebenen Linien

Das Kinderspiel des Jahres 2025

Der "Blaue Pöppel" für das "Kinderspiel des Jahres" ist für eine breite Spielerschaft eine ebenfalls wichtige Auszeichnung: Er soll eine Orientierung geben, was aktuell gute Spiele für Kinder zwischen 3 und 7 Jahren sind. Dieses Jahr hat "Topp die Torte" das Rennen gemacht. Auch in dieser Kategorie waren ursprünglich drei Titel nominiert. Weitere gelungene Kinderspiele des Jahrgangs listet eine Empfehlungsliste auf.

Bei der Verleihung des "Kinderspiel des Jahres 2025" konnte sich "Topp die Torte" des österreichischen Autors Wolfgang Warsch (3.v.l.) durchsetzen.
Bei der Verleihung des "Kinderspiel des Jahres 2025" konnte sich "Topp die Torte" des österreichischen Autors Wolfgang Warsch (3.v.l.) durchsetzen. Andreas Haaß

Um die Kinderspiele zu testen, besuchen die Jury-Mitglieder Kindergärten, Grundschulen und Horte – und sie werden unterstützt von Beirätinnen und Beiräten, die professionell mit Kindern arbeiten. Die Auszeichnung gibt es seit 2001, davor gab es seit 1989 den "Sonderpreis Kinderspiel".

"Cascadia Junior": Landschaften legen, damit sich Tiere tummeln

"Cascadia" war vor drei Jahren das "Spiel des Jahres" und wird bis heute überall gerne gespielt. Nun gibt es eine Junior-Version, die nun auch Kindern das Auslegen einer nordamerikanischen Gebirgslandschaft ermöglicht. Wir legen Landschaften mit Sechseck-Plättchen aus, die immer einem von fünf Tieren zugeordnet sind. Und versuchen, so zusammenhängende Landschaften und zusammenhängende Tiergruppen zu bilden.

Im Grunde ist das das "große Spiel" auf den Kern zusammengedampft - wenn auch erst die älteren Kindergartenkinder tatsächlich selbstständig spielen können. Und dann ist der Schritt zum einfachen regulären Familienspiel auch nicht mehr weit. Cascadia Junior hat im Spieleregal also eine beschränkte Haltbarkeit, wenn das lockende, "große" Cascadia auch greifbar ist.

Dafür macht "Cascadia Junior" auch Erwachsenen Spaß - und das ist das, was gute, moderne Kinderspiele mittlerweile auszeichnet. Tatsächlich werden ältere und taktisch versiertere Spielende eher gewinnen - allerdings gibt es am Ende Belohnungschips, die zufällig mal einen, mal zwei Siegpunkte geben. So können auch Jüngere und schwächere Spielende mal gewinnen. Und sonst? Nun, die Grundidee, Lebensräume für Tierarten zu schaffen, ist grundsympathisch. Und: Es sieht wirklich hübsch aus!

"Die Mäusebande": Gemeinsames Memory für die Zahnweh-Zahnfee

Was tun, wenn die Zahnfee Zahnweh hat? Na klar, dann helfen wir als mutige "Mäusebande" aus. Gemeinsam versuchen wir, bevor die Nacht zu Ende ist, alle großen und kleinen Zähne der großen und kleinen Waldtiere einzusammeln.

In der einfachen Variante liegen neun Waldfelder verdeckt aus, jedes zeigt drei verschiedene Tiere. Je mitspielende Maus darf sich heimlich ein Plättchen ansehen. Dann geht die Zahnsuche los. Leise natürlich, daher dürfen auch nur mittels der eigenen Spielfigur Hinweise gegeben werden. Haben wir am Ende alle Zähne zusammen, siegen wir gemeinsam, sonst müssen wir es nochmal probieren.

In der Version für Kinder ab sechs Jahren kommen mehr Waldkarten und drei Bösewichte ins Spiel. "Mäusebande" ist ein schön gestaltetes Memo-Spiel, an dem Kinder viel Freude haben dürften. Für mitspielende Erwachsene ist es eher weniger spannend.

Gewinner-Titel "Topp die Torte": Tolle Torten pfiffig schichten

Torte, das ist Schicht für Schicht zusätzlicher Genuss - und in "Topp die Torte!" versuchen die Nachwuchsbäcker, die farbigen Füllungen pfiffig übereinander zu stapeln. Passen Füllungen der neuen Schicht mit Füllungen der bisherigen Lage zusammen, wird das mit bunten Edelstein-Zuckerwürfel belohnt. Alle Züge laufen gleichzeitig - und jeder hat zwei neue Schichten zur Auswahl, die er so und anders herum auf die entstehende Torte setzen kann.

Mit den verschiedenen Edelstein-Zuckerwürfel füllen wir Fläschchen vor uns auf dem Tableau - alle Farben im Fläschchen müssen unterschiedlich sein. Ist das Gläschen voll, tauschen wir sie für Siegpunkte-Chips ein. Hinzu kommen noch ein Würfel und eine Möglichkeit, auch noch überzählige Farben zu verwerten. Am Ende gewinnt zwar der mit den meisten Siegpunkten, aber: Jeder hat vor sich nun eine hübsche Torte, also einen Hingucker als Belohnung.

In der Summe ist "Topp die Torte!" ein pfiffiger, aber auch durchaus anspruchsvoller Titel. Für ein Kinderspiel mutet es dem Nachwuchs einiges an Systemen und Regeln zu - was es freilich andererseits für Erwachsenen interessant macht. Es kratzt schon sehr an der Grenze zum klassischen Familienspiel, also dem Bereich des "Roten Pöppels". Bereits vorgestelltes "Flip 7" bringt man da bei Kindern, die zumindest rudimentär zählen können, eigentlich leichter auf den Tisch.

Das Kennerspiel des Jahres 2025

Das "Kennerspiel des Jahres" gibt es seit 2011 und kürt jenes Spiel, das aus Sicht der elfköpfigen Jury besonders gut den "nächsten Schritt" in die Welt des Gesellschaftsspiels eröffnet. Dieses Jahr machte "Endeavor: Die Tiefsee" das Rennen. Auch in dieser Kategorie waren drei Spiele nominiert. Daneben empfiehlt die Jury vier weitere gute Kennerspiele des Jahrgangs 2024 in der "Empfehlungsliste".

Das Brettspiel "Endeavor: Die Tiefsee" wurde bei der Verleihung in Berlin zum "Kennspiel des Jahres 2025" gekürt.
Das Brettspiel "Endeavor: Die Tiefsee" wurde bei der Verleihung in Berlin zum "Kennspiel des Jahres 2025" gekürt. Andreas Haaß

Das Einführen des Preises, der gerade in der Szene viel Beachtung findet, hat die grobe Kategorisierung von Spielen in Familien-, Kenner- und Expertenspiele etabliert. Zu letzterem gibt es keinen eigenen Preis der Jury "Spiel des Jahres". Denn das bräuchte dann eine weitere Jury – und Expertenspieler wüssten ohnehin, welche Spiele etwas für sie sind, betonen immer wieder Jury-Mitglieder.

Gewinner-Titel "Endeavor: Die Tiefsee": Tief tauchen für den Punkterausch

Bislang waren weniger Menschen in der Tiefsee unterwegs als auf dem Mond. Also warum nicht mal spielerisch in die großen Meerestiefen vordringen - zum Forschen! In "Endeavour: Die Tiefsee" tauchen wir von der Wasseroberfläche aus - markiert durch fünf Karten - hinunter in die Tiefe. Die oberen Schichten sind bekannt, aber: Je tiefer wir tauchen, umso mehr Karten decken wir zusätzlich auf und umso mehr offenbart sich der Spielplan.

In den verschiedenen Bereichen der Tiefsee bieten sich nun immer neue Möglichkeiten der Entdeckungen, um die wir konkurrieren und die wir taktisch nutzen müssen. Zudem gibt es viel zu tun: Die eigene Crew verbessern, die eigenen Fähigkeiten verbessern, nach Entdeckungen und Mehrheiten jagen, die Szenarien-Ziele erfüllen. Was einfach beginnt, eskaliert hinten hinaus - und es gibt Belohnungen ohne Ende.

Das macht "Endeavour: Die Tiefsee" gefühlt zum Favoriten der Szene, aber auch zum anspruchsvollsten Titel unter den Nominierten. Ein abend- und tischfüllendes Spiel, das mit viel tollem Material viel her macht und in das man tief eintauchen kann.

"Faraway": Vorwärts auslegen, rückwärts punkten

Weit weg von uns gibt es diesen geheimnisvollen Kontinent Alua. Dort erkunden wir die sich stets verändernde Welt, indem wir in acht Runden je eine Karte von links nach rechts vor uns ausspielen. Diese Karten zeigen Bewohner der Region, die uns Aufgaben stellen, für die sie uns am Spielende gerne belohnen wollen. Mit Glück gibt es sogar ein paar Naturwunder-Symbole mit auf den Weg, die wir zur Erfüllung anderer Aufgaben benötigen.

Der Clou ist, dass wir unsere Karten von links nach rechts vor uns auslegen, aber von rechts nach links werten. Man muss seine acht Züge also von hinten her denken: Liegen bei Spielende alle Karten aus, drehen wir sie erst um. Dann decken wir sie von hinten her auf und werten. Für das Erfüllen der Aufgabe auf der zuletzt gespielten Karte gelten nur die Symbole auf dieser Karte. Bei der zuerst gespielten zählen hingegen die aller Karten.

Diese Art, Karten zu spielen und zu werten, ist ungewöhnlich. Hat man sich aber daran gewöhnt, ist es unheimlich reizvoll, so das Beste aus seinen acht Zügen herauszuholen. Da man auch vom Kartenglück abhängig ist, helfen zusätzliche Heiligtums-Karten beim Erfüllen der Aufgaben. Das Spiel ist innovativ, bereitet großen Spielspaß, ist sehr schön ausgestattet und eine Partie dauert nicht zu lange. Und: Es bietet viele Möglichkeiten für Erweiterungen.

"Neuland": Wenn Wikinger im Wettstreit planvoll Plündern

Zunächst einmal sieht "Neuland" wie ein normales Legespiel aus. Als Wikinger kommen wir auf einer Insel an, betreten das Neuland und nehmen uns die Ressource, die uns das Feld bietet. Doch dann funktioniert das Spiel anders als die meisten.

Denn während wir unsere Wikinger im Konkurrenzkampf um die besten Plätze mit den Mitspielenden auf dem großen, für jede Partie wieder neu zusammensetzbaren Landschaftsplan absetzen, legen wir die erbeuteten sechseckigen Ressourcen-Plättchen auf unseren eigenen Siedlungsplan ab.

Der ist zu Beginn ziemlich leer. Doch es gilt von Anfang an, die Ressourcen geschickt zu platzieren. Denn damit erfüllen wir direkt daran anliegende Aufträge, die uns Punkte bringen. Und eine einzige Ressource kann da schon mal für zwei oder gar drei Aufträge genutzt werden.

"Neuland" ist eine geschickte Mischung aus Vorplanung und Reaktion auf die aktuelle Situation. Die Ressourcen sind meistens knapp, der Kampf um die besten Wege hart. Mit minimalen Regeln entsteht so ein spannendes Grübelspiel.

Jury "Spiel des Jahres": Bedeutung, Nominierung und Preisverleihung

Wer generell wissen will, was sich bei den Brettspielen und Kartenspielen getan hat, braucht nur einen Blick in die Regale des nächsten Spielzeug- oder Buchladens zu werfen: Die Regale quellen über vor immer neuen Spielen und die sollen beim "Spiel des Jahres" gerade Neulingen, Eltern und gelegentlich Spielenden Titel ans Herz legen, die besonders lohnend zu spielen sind.

Deswegen sucht die Jury "Spiel des Jahres" die Perlen heraus: Aus den Familienspielen, Kennerspielen und Kinderspielen hat sie je eine Empfehlungsliste von Titeln zusammengetragen, die herausstechen. Und daraus haben sie wiederum je drei Spiele herausgepickt, die für die jeweilige Auszeichnung infrage kommen. Am Sonntagabend, 13. Juli 2025 werden die Gewinner "Spiel des Jahres 2025" gekürt.

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