Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Hautausschlag oder Schwindel - schnell ist die Suchmaschine geöffnet. Das Internet kann eine gute erste Anlaufstelle sein, wenn wir uns über Symptome und Krankheiten informieren möchten. Aber: Nicht alles, was bei Google & Co. weit oben steht, ist automatisch richtig oder seriös.
Wer Gesundheitsinformationen im Internet sucht, sollte deshalb ein paar einfache Regeln beachten.
Das Wichtigste zuerst: Der erste Treffer ist nicht unbedingt der beste
Suchmaschinen sortieren ihre Ergebnisse nicht danach, wie medizinisch zuverlässig eine Seite ist. Ganz oben können beispielsweise bezahlte Anzeigen stehen. Auch die Reihenfolge der Treffer sagt nichts darüber aus, ob eine Information wissenschaftlich belegt ist. Deshalb lohnt es sich, nicht nur den ersten Treffer anzuklicken, sondern mehrere Quellen miteinander zu vergleichen.
Fünf Fragen helfen beim Gesundheits-Check im Internet
1. Wer steckt hinter der Seite?
Schauen Sie ins Impressum oder in den Bereich "Über uns". Ist klar erkennbar, wer die Informationen erstellt? Werden Autorinnen und Autoren genannt und welche Qualifikation haben sie?
2. Wie aktuell ist die Information?
Bei medizinischen Themen kann sich der Wissensstand verändern. Seriöse Seiten nennen deshalb ein Veröffentlichungs- oder Aktualisierungsdatum.
3. Gibt es nachvollziehbare Quellen?
Gute Gesundheitsinformationen zeigen, worauf ihre Aussagen beruhen – beispielsweise auf wissenschaftlichen Studien oder medizinischen Leitlinien.
4. Wird mir etwas verkauft?
Vorsicht ist angesagt, wenn ein Text gleichzeitig ein bestimmtes Nahrungsergänzungsmittel, Medikament, Diagnoseverfahren oder eine Behandlung verkaufen möchte. Auch spektakuläre Heilungsversprechen sollten skeptisch machen.
5. Macht die Seite Angst oder verspricht sie Wunder?
Formulierungen wie "Diese Krankheit wird von Ärzten verschwiegen" oder "Mit diesem Mittel werden Sie garantiert geheilt" sind Warnsignale. Seriöse Informationen erklären dagegen auch Unsicherheiten und unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten.
Wo finde ich verlässliche Gesundheitsinformationen?
Wer nicht lange suchen möchte, kann direkt bei etablierten Informationsangeboten beginnen:
gesund.bund.de
Das Gesundheitsportal des Bundes bietet verständliche Informationen zu zahlreichen Krankheiten, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten. Die Inhalte beruhen auf ausgewählten wissenschaftlichen und evidenzbasierten Quellen. Das Portal warnt ausdrücklich davor, aus Informationen im Internet eine Selbstdiagnose abzuleiten.
patienten-information.de
Das Portal des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin bietet Patienteninformationen zu zahlreichen Erkrankungen und medizinischen Themen.
krebsinformationsdienst.de
Bei Fragen rund um Krebs ist der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums eine gute Anlaufstelle.
Und was ist mit Foren und sozialen Medien?
Erfahrungsberichte können interessant sein, etwa wenn jemand beschreibt, wie er eine Erkrankung erlebt hat. Sie sind aber kein Beleg dafür, dass eine bestimmte Behandlung wirkt oder dass die eigene Situation dieselbe ist.
Besonders bei TikTok, Instagram, Facebook oder YouTube sollte man genau hinschauen: Wer verbreitet die Information? Gibt es Quellen? Geht es vielleicht um Werbung? Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt ebenfalls, bei Gesundheitsinformationen im Internet nach Autor, Quelle, Aktualität und dem Zweck der Information zu fragen.
Google kann informieren – aber nicht diagnostizieren
Online-Recherche kann helfen, medizinische Begriffe zu verstehen, sich auf einen Arzttermin vorzubereiten oder Fragen zu sammeln.
Eine Diagnose kann eine Suchmaschine allerdings nicht stellen. Viele verschiedene Erkrankungen können ähnliche Symptome verursachen. Und auch wenn eine Trefferliste scheinbar genau zur eigenen Situation passt, bedeutet das noch lange nicht, dass man tatsächlich an dieser Krankheit leidet.
Deshalb gilt: Informieren ja – selbst diagnostizieren und behandeln lieber nicht.
Unser Tipp für die nächste Suche:
Wer Symptome googelt, kann sich diese kurze Reihenfolge merken:
- Suchen
- Quelle prüfen
- mehrere Informationen vergleichen und dann:
- kritisch bleiben und bei Beschwerden medizinischen Rat einholen.
Und noch ein wichtiger Punkt: Bei starken, plötzlich auftretenden oder ungewöhnlichen Beschwerden sollte man nicht erst stundenlang im Internet recherchieren, sondern medizinische Hilfe suchen.
Noch einmal im Überblick: Gute Startpunkte für die eigene Recherche
- gesund.bund.de – Gesundheitsportal des Bundes
- patienten-information.de – Patienteninformationen
- krebsinformationsdienst.de – Informationen rund um Krebs
Denn bei Gesundheit gilt besonders: Nicht der erste Treffer zählt, sondern die Qualität der Information.
Im Studio: Julia Nestlen, ARD Wissenschaftsredaktion