Hitze und Ozonbelastung

Nur noch selten Ozon-Alarm - stattdessen Dauerbelastung für die Gesundheit

Früher warnten Behörden oft vor hohen Ozonwerten - heute kaum noch. Die Gesundheitsgefahr hat sich aber nicht erledigt - nur verschoben. Im Südwesten sind Ozonwerte besonders hoch.

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Von Autor/in Janina Schreiber, Dominik Bartoschek

Ozon ist kein Gas, das sich einfach so in der Luft befindet. Es entsteht aus anderen Schadstoffen - wie zum Beispiel Stickstoffoxiden - in Verbindung mit Wärme und starker Sonneneinstrahlung.

Größte Gefahr durch Ozon liegt nicht mehr in gerissenen Grenzwerten

In den vergangenen 30 Jahren sind die Vorläuferschadstoffe in der Luft weniger geworden - daher entsteht auch weniger Ozon. Deshalb wird auch nur noch selten die sogenannte Informationsschwelle von 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft - oder gar die Alarmschwelle von 240 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft - gerissen.

Die Folge: Es gibt kaum noch Warnungen oder Ozon-Alarm im Radio.

Vor Dauerbelastung durch Ozon wird nicht gewarnt

Es gibt zwar nur noch wenige einzelne Extremwerte, aber nach wie vor gibt es eine dauerhafte Belastung im Hintergrund. Sie liegt viel zu häufig weit oberhalb eines Zielwertes der EU zum Schutz der menschlichen Gesundheit.

Dieser sagt: Der Wert von 120 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft sollte pro Messstation nicht häufiger als 25 Mal pro Jahr überschritten werden.

Tut er das aber doch, erfahren wir das trotzdem nicht, weil wir nicht aktiv gewarnt werden. Es gibt quasi eine Dauerbelastung, die von uns nicht wahrgenommen wird.

Ozon in der Luft kann Atemwege reizen und Kopfschmerzen auslösen

Ozon ist ein Reizgas. Es kann die Atemwege angreifen, Husten, Kopfschmerzen oder Atembeschwerden verursachen.

Das trifft allerdings nicht Jeden. Das Umweltbundesamt sagt: Etwa zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung reagieren empfindlich auf Ozon. Diese Menschen sollten bei hohen Ozonwerten besonders vorsichtig sein.

Aber auch für alle anderen gilt: Sollte die Warnschwelle überschritten sein, besser auf Sport und hohe Belastung im Freien verzichten - so die Empfehlung des Umweltbundesamtes.

Umweltbundesamt: Ozonwerte an Wohnort und Arbeitsplatz

Wer die Ozonwerte für die Orte herausfinden will, an denen er oder sie sich in der Regel aufhält, kann sich auf der Internetseite des Umweltbundesamtes darüber informieren. Dort sind die aktuellen Werte aller Messstationen bundesweit einsehbar. Außerdem gibt es eine Ozon-Vorhersage für die kommenden Tage.

Das Landesamt für Umwelt in Rheinland-Pfalz und das Landesamt für Umwelt Baden-Württemberg veröffentlichen Daten für das jeweilige Bundesland.

Höchste Ozonwerte bundesweit: Schwarzwald, Pfälzerwald und Westerwald

Gerade viele Messtationen im Südwesten reißen den Ziel-Wert der EU für Ozon sehr häufig. Allein in diesem Jahr bis Mitte August waren das in Rheinland-Pfalz zum Beispiel die Stationen Pfälzerwald-Hortenkopf mit 30 Überschreitungen und Westerwald-Dunzweiler mit 28 Überschreitungen.

Je sonniger eine Region, desto höher die Ozon-Konzentration. Außerdem sind die Ozon-Konzentrationen häufig in der Höhe und in waldigen Regionen ebenfalls besonders hoch.

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