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Schutz vor FSME durch Zecken - fünf Fakten zur Impfung

Zecken übertragen ein Virus, das FSME auslöst. Eine Ansteckung ist theoretisch in ganz Deutschland möglich. Wie schützt man sich? Und was gibt es bei der Impfung zu beachten?

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Von Autor/in Julia Nestlen

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Bei einem Ausbruch von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) kann sich das Gehirn und die Hirnhaut entzünden. Auslöser ist ein Virus, das unter anderem von Zecken übertragen wird. Bei einem schweren Verlauf kann die Erkrankung bleibende Hirnschäden verursachen oder sogar zum Tod führen.

Wir beantworten fünf wichtige Fragen zum Schutz vor FSME:

Schutz vor Zecken: In welchen Gebieten Deutschlands ist eine Impfung gegen FSME empfohlen?

Die ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die FSME-Impfung Menschen, die sich in einem Risikogebiet oft draußen aufhalten. In den Risikogebieten können etwa fünf Prozent der Zecken das Virus in sich tragen, das bei einer Übertragung auf den Menschen FSME auslöst.

Eine Karte des Robert-Koch Instituts (RKI) zeigt, dass vor allem der Süden Deutschlands als Risikogebiet gilt. Hier sind vor allem Bayern und Baden-Württemberg - bis auf Heilbronn - und in Rheinland-Pfalz der Landkreis Birkenfeld betroffen.

Aber die Tiere wandern auch immer mehr in den Norden. Auch große Teile Sachsens und Thüringens gehören zum Risikogebiet, ebenso wie der Südosten Brandenburgs und Teile von Hessen. Fachleute sagen, dass eine Ansteckung mit FSME mittlerweile theoretisch in ganz Deutschland möglich ist. Auch für Menschen, die nicht in einem Risikogebiet leben, könne die Impfung in Betracht gezogen werden, so die Angabe des RKI.

Ist eine Impfung auch spät im Sommer noch sinnvoll?

Die meisten FSME-Infektionen treten zwischen Mai und Oktober auf. Nach einer FSME-Impfung dauert es etwa zwei Wochen, bis ein vollständiger Schutz besteht. Dementsprechend lohnt sich die Impfung auch noch im fortgeschritten Sommer.

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Sollen sich auch Erwachsene noch impfen lassen?

Die Krankheit verläuft bei Kindern und Erwachsenen meist sehr mild. Bei einem schweren Verlauf haben Erwachsene aber deutlich öfter als Kinder Folgeschäden. Bei jeder zweiten bis dritten schweren Erkrankungen bleiben Symptome wie Lähmungen und Sprachstörungen. Bei Menschen über 60 Jahren ist das Risiko für einen schweren FSME-Verlauf deutlich höher - vor allem wenn sie Bluthochdruck haben.

Illustration Mensch mit Kopfschmerzen, das Gehirn ist rot eingefärbt. Bei einem schweren Verlauf von FSME entzünden sich Gehirn oder Hirnhaut. Es treten starke Kopfschmerzen auf, aber auch Sprachstörungen oder Lähmungen sind möglich. Eine Impfung bietet Schutz.
Bei einem schweren Verlauf von FSME entzünden sich Gehirn oder Hirnhaut. Es treten starke Kopfschmerzen auf, aber auch Sprachstörungen oder Lähmungen sind möglich. Eine Impfung bietet Schutz.

Wie viele Impfungen sind für einen Schutz vor FSME notwendig?

Wenn es schnell gehen soll, sind zwei Impfungen innerhalb von zwei Wochen möglich. Diese Impfungen schützen dann für etwa ein Jahr.

Eine dritte Impfung wird dann für die meisten nach einem halben bis nach einem Jahr angesetzt. Laut Studien hält der Impfschutz nach dieser Grundimmunisierung mindestens drei Jahre. Aber auch nach fünf bis zehn Jahren besteht bei gut 90 Prozent der Geimpften noch ein sehr guter Schutz. Wer über 60 Jahre alt ist, sollte aber alle drei Jahre zur Auffrischung gehen.

Das gefährliche an der FSME ist, dass die auslösenden Viren ab der ersten Sekunde nach dem Zeckenstich übertragen werden können. Eine nachträgliche Impfung nach einem Zeckenstich schützt daher nicht mehr rückwirkend.

FSME ist außerdem - anders als Borreliose - nicht behandelbar. 99 Prozent derjenigen, bei denen eine FSME-Infektion festgestellt wird, waren nicht geimpft.

Zecken in unterschiedlichem Saugstadium. Die Übertragung von FSME kann ab der ersten Sekunde des Zeckenstichs erfolgen. Eine Impfung bietet Schutz.
Etwa fünf Prozent der Zecken in einem Risikogebiet übertragen das Virus, das FSME auslöst. Dabei spielt es keine Rolle, wie vollgesaugt die Zecke ist. Die Übertragung kann ab der ersten Sekunde des Zeckenstichs erfolgen.

Gibt es Nebenwirkungen?

Nach der Impfung können die üblichen Impfreaktionen auftreten - beispielsweise Schmerzen am Arm, Müdigkeit, Unwohlsein und Kopfschmerzen. Diese können einige Tage anhalten - vor allem bei der ersten Impfung. Schwerwiegende oder lebensbedrohliche Nebenwirkungen sind bisher in keiner Studie beschrieben.

Merdingen/Freiburg

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Julia Nestlen
Onlinefassung
Lilly Zerbst
Portraitbild der Reporterin Lilly Zerbst.