Mehr als zwei Millionen Menschen verfolgen die Koch- und Backtipps von Influencerin Sally auf Youtube. Längst ist aus der Grundschullehrerin eine Selfmade-Businessfrau mit über 80 Angestellten geworden.
Und nun ist Sally auch Lesebotschafterin für die Stiftung Lesen. Wir haben mit ihr darüber gesprochen, wie sie die eigenen Kinder zum Lesen bringt.
Lesepatin und Influencerin Sally ist "Viel-Leserin"
SWR1: Wann haben Sie das letzte mal Zeit gehabt, selbst ein Buch zu lesen oder anderen vorzulesen?
Sally: Tatsächlich gestern Abend. Da habe ich mein eigenes Buch gelesen, und ich habe auch mit meiner kleinen Tochter gelesen. Lesen ist bei uns schon jeden Tag immer auf dem Programm.
Lesen fördert das analytische Denken. Es stärkt das Gedächtnis, die Konzentration und die Aufmerksamkeit.
SWR1: Wie sehr achten Sie bei Ihren beiden Töchtern darauf, dass sie lesen?
Sally: Ich habe ja die Grundschulausbildung, deswegen liegt mir Lesen sowieso sehr am Herzen. Und es ist mir wichtig, weil ich selbst als Kind schon viel gelesen habe. Ich sage meinen Kindern immer, dass der Start ins Leben und in die Welt Lesen ist.
Lesen gehört zum Alltag dazu, es fördert das analytische Denken. Es stärkt das Gedächtnis, die Konzentration und die Aufmerksamkeit. Und gerade heutzutage ist es sehr wichtig, weil viele Kinder, aber auch viele Jugendliche und Erwachsene, mittlerweile nur noch an den Smartphones sitzen und kurze Clips konsumieren. Umso wichtiger ist heute das Lesen.
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Man hat eine ganz neue Welt, die sich da eröffnet.
SWR1: Ist es schwieriger geworden, Kinder zum Lesen zu bringen?
Sally: Auf jeden Fall. In meiner Jugend hatte man nicht so viele Möglichkeiten. Da gab es Fernsehen und ein paar Serien und Kurzfilme. Aber heute ist es nochmal schwieriger, weil natürlich jeder schon ein Smartphone hat – auch in der Grundschule.
Bei vielen ist es einfach schwierig zu sagen: Lesen fördert die Fantasie und reduziert Stress, man kann abschalten. Als Kind will man so etwas natürlich nicht hören.
Und ich finde, man merkt es Kindern oder auch Erwachsenen an, die weniger lesen. Lesen fördert ja auch den Wortschatz. Und man hat eine ganz neue Welt, die sich da eröffnet.
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Wie Sally die eigenen Kinder zum Lesen bringt
SWR1: Wie kriegen Sie es denn hin, bei den eigenen Kindern?
Sally: (lacht) Da muss ich schon viel diskutieren und verhandeln. Aber tatsächlich lebe ich es ihnen vor. Es bringt nichts, als Mama oder Papa zu sagen: Ihr müsst lesen, Lesen ist super wichtig – aber selbst sitzt man nur am Fernseher und am Smartphone.
Ich sitze dann wirklich auch in meinem Bett und lese. Im Urlaub habe ich immer mindestens drei bis vier Bücher dabei und lese einfach jederzeit, wenn ich Freizeit habe.
Lieblingsbücher der Lesepatinnen und Lesepaten
SWR1: Unseren neuen Lesepatinnen und -paten geben wir den Tipp, zum ersten Treffen das eigene Lieblingsbuch mitzunehmen. Welches würden Sie mitnehmen?
Sally: Ich glaube, "Die Schule der magischen Tiere", weil es sehr kinderfreundlich ist und ein bisschen die Fantasie anregt. Das spricht Kinder und Jugendliche ganz gut an. Meine eigenen Präferenzen würde ich Kindern nicht vorlesen, weil ich sehr viele Thriller lese.