Produkttest

Batterien im Test - ist teurer gleich besser?

Wir testen AA-Batterien verschiedener Hersteller von günstig bis teuer: Duracell, Varta, ja!, Paradies & Co.: Wo stimmen Preis und Leistung?

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Stand

Von Autor/in Patricia Metz / Markt WDR, 14.01.2026

Alkaline-Batterien sind in den meisten Haushalten immer noch unverzichtbar. Allein im Jahr 2023 wurden 55.000 Tonnen Gerätebatterien in Deutschland in Verkehr gebracht.

Ein Vorteil von Einwegbatterien: Bei längerer Lagerung entladen sie sich deutlich langsamer als Akkus. Wer zum Beispiel bei einem nächtlichen Stromausfall eine Taschenlampe benötigt, ist zumeist mit einer Batterie besser bedient als mit einem Akku, der sich nach längerem Nichtgebrauch eventuell schon entladen hat.

Auch bei Geräten mit sehr niedrigem Stromverbrauch wie einer Computermaus, einem Wecker oder TV-Fernbedienungen sind Batterien die bessere Wahl.

Zum Problem der Selbstentladung kommt bei solchen Geräten das Phänomen der Tiefentladung, die zur Zerstörung des Akkus führen kann.

Diese Produkte haben wir getestet

Im renommierten Elektroniklabor HTV haben wir prüfen lassen, ob es Qualitätsunterschiede zwischen Marken- und günstigen No-name-Produkten gibt.

Diese sieben handelsüblichen Standard-Batterien vom Typ Alkaline haben wir uns in der Stichprobe angeschaut:

  • Duracell Plus, hergestellt in Belgien für umgerechnet 1,25 Euro das Stück.
  • Varta Longlife, hergestellt in Deutschland für 1,12 Euro.
  • Energizer Max, hergestellt in Belgien für 99 Cent.
  • Paradies von dm, hergestellt in Deutschland für 18 Cent.

Außerdem für jeweils 16 Cent die in China hergestellten

  • Ja! von REWE
  • Active Energy von Aldi
  • Star Q von Netto.

Vergleichender Kapazitätstest zeigt deutliche Unterschiede

Ob die günstigen Batterien in puncto Kapazität mit Markenbatterien mithalten können, sollte Gunter Mößinger, Master of Science der Elektrotechnik bei HTV in Bensheim, einem Testhaus für elektronische Bauteile, in einer vergleichenden Untersuchung herausfinden.

Dafür wurden alle sieben Batterien bei zwei unterschiedlichen Stromstärken entladen. Einmal bei 1 Ampere, das entspricht etwa einem Spielzeugauto und einmal bei 50 Milliampere, vergleichbar mit einer LED-Lichterkette.

Die unterschiedlichen Entladeströme werden deshalb angewandt, weil manche Zellen bei einem hohen Strom gut abschneiden, dafür aber bei einem niedrigen Strom schlechter und auch umgekehrt.

Die Untersuchung brachte deutliche Kapazitätsunterschiede der verschiedenen Batterien zutage: Bei Entladung mit 1 A lagen die Kapazitätswerte zwischen 1400 und 1040 mAh, bei Entladung mit 50 mA zwischen 2690 und 2280 mAh.

Für Untersuchungsleiter Gunter Mößinger war das Rankingergebnis überraschend:

Erstaunlich für uns war, dass eine der günstigsten Batterien (Star Q von Netto) bei allen Tests am besten abgeschnitten hat, wohingegen eine der teureren Markenzellen (Energizer) bei fast allen Tests am schlechtesten abgeschnitten hat.

Alterungstest: gute Langlebigkeit der Ladung

Um die Langlebigkeit der Ladung und die Selbstentladung der Batterien zu prüfen, wurden sie außerdem bei höherer Temperatur einer beschleunigten Alterung unterzogen.

Nach sieben Tagen bei 50 Grad wurden die Batterien ebenfalls mit 50 mA entladen. Es zeigte sich, dass fast alle Batterien nach dieser künstlichen Alterung im Vergleich zu den nicht gealterten Batterien kaum weniger Kapazität hatten.

Eine Ausnahme bildetet die Varta Longlife, die circa 10 Prozent weniger Kapazität nach Alterung aufwies. Für Untersuchungsleiter Gunter Mößinger ein ungewöhnliches Ergebnis, da die Varta in den beiden anderen Testparametern (Entladung bei 1 A und bei 50 mA) vergleichsweise gute Werte zeigte.

Deshalb wurde die Testung mit einer weiteren Varta-Zelle wiederholt. Das schlechte Ergebnis bestätigte sich nicht.

Goldene Regeln für den Gebrauch von Batterien und Akkus

Für den Gebrauch von Batterien und Akkus empfiehlt es sich, ein paar goldene Regeln zu beachten:

  • In einem Gerät immer identische Batterien verwenden. Niemals Einwegbatterien mit Akkus kombinieren.
  • Batterien trocken, kühl und getrennt von Metallgegenständen möglichst in der Originalverpackung lagern, um die Lebensdauer zu erhalten.
  • Schenken Sie scheinbar leeren Batterien ein zweites Leben, indem Sie sie in Geräten mit niedrigem Energiebedarf z.B. Weckern noch weiterverwenden.
  • Entfernen Sie Batterien aus Geräten, die Sie länger nicht benutzen, um Auslaufen zu verhindern.
  • Aufgrund von Brandgefahr die Pole von Lithium-Batterien und -Akkus vor dem Entsorgen unbedingt abkleben.
  • Leere oder ausgelaufene Batterien gehören nicht in den Hausmüll oder zum Metallschrott, sondern in dafür vorgesehene Sammelboxen.

Fazit

Teure Markenbatterien müssen nicht unbedingt sein. Für den seltenen Gebrauch können günstige Einwegbatterien manchmal die bessere Wahl sein.

Der Umwelt zuliebe sollte man jedoch Akkus weitgehend bevorzugen.

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Autor/in
Patricia Metz / Markt WDR, 14.01.2026