Isy, Hama, Inui und Co.

Handy laden unterwegs – Powerbanks im Test

Unterwegs kein Akku? Wir prüfen vier kabelgebundene und zwei Wireless-Powerbanks im Labor und Praxischeck: auf Ladeeffizienz, Kapazität und nach einem Falltest. Welche überzeugt?

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Von Autor/in Martin Küstermann

Powerbanks sind praktisch und werden in unterschiedlichen Situationen gebraucht, wenn man unterwegs ist: beim Sport, beim Wandern, beim Radfahren und überall dort, wo kein Strom ist. Doch welche Powerbank ist die Beste?

Bei einer Wandertour checken sechs Wanderer des Deutschen Alpenvereins die Geräte. Sie selbst nutzen Powerbanks häufig. Für den Powerbank-Check bekommen alle Wanderer ein baugleiches Smartphone - alle komplett entladen. Mit welcher Powerbank ist das Handy am schnellsten voll?  

Die Powerbanks im Check

Folgende Powerbanks wurden getestet: 

  • Intenso Powerbank A10000: 22,49 Euro 
  • Coolblue-Eigenmarke Bluebuilt Powerbank: 29,99 Euro 
  • MediaMarktSaturn-Eigenmarke ISY Portable 30W PD Powerbank: 34,99 Euro 
  • Hama Power Bank “PD 10“ 10000mAH: 34,99 Euro 
  • Iniu P73 10000mAH: 39,99 Euro (kabellos) 
  • Anker MagiGo Slim Wireless: 48,99 Euro (kabellos) 

Die Wireless-Powerbanks haben verbaute Magnete, die an geeigneten Smartphones zum Laden haften bleiben sollen. 

Alle Powerbanks haben einen USB-C-Anschluss, Hama und Intenso zusätzlich USB-A-Anschlüsse. Der Ladestand der Powerbanks wird unterschiedlich angezeigt: Bei einigen über LED-Leuchten, bei anderen als Prozentangabe. 

Im Labor: Wireless-Powerbanks bei Effizienz stärker

Liefern die Geräte tatsächlich die angegebenen 10.000 Milliamperestunden? Beim Anschließen der Geräte mit Kabeln sind die Wireless-Powerbanks am effizientesten. Der Energieverlust lag hier bei 30 Prozent. 

Von den rein kabelbetriebenen Modellen ist die Powerbank von Intenso am effizientesten. Am wenigsten Energie fließt aus der Isy, der Verlust liegt hier bei fast 40 Prozent. 

Auf den Powerbanks sind 10.000 Milliamperestunden angegeben. Der Anwender kann damit aber gar nicht rechnen, weil für den Betrieb an USB eben eine höhere Spannung benötigt wird. Und die reduziert automatisch die zur Verfügung stehenden Milliamperestunden.

Wireless-Powerbank löst sich während des Ladens vom Handy

Die Wireless-Powerbanks haben verbaute Magnete, an denen geeignete Smartphones zum Laden haften bleiben sollen. Das funktioniert mit einfachen Schutzhüllen fürs Handy nicht so gut. Besser ist es, die Hülle fürs Laden zu entfernen. 

Es gibt aber spezielle Hüllen mit einem extra Magnetring im Handel zu kaufen. Damit kann die Haftung zwischen beiden Geräten verbessert werden.

Unsere Tester hatten Probleme besonders mit der Wireless-Powerbank von Inui. Der Magnet löste sich, wenn das Handy mit der Powerbank in die Hosentasche gesteckt wurde. Die Powerbank lädt dann nicht mehr. 

Schnellladen im Test: Anker Powerbank eher schwach

Alle Powerbanks mit Kabel haben den Schnelladestandard Power Delivery und liefern am Kabel mindestens 20 Watt. Bluebuilt, Anker und Isy schaffen 30 Watt, die Iniu sogar 45 Watt. Doch das schnelle Laden hat auch Nachteile:

Schnellladen ist ineffizienter, weil eben ein Teil der Energie in Wärme umgesetzt wird. Die Wärme beim Energieübertrag kann man nicht als Energiekapazität nutzen, sie geht verloren.

Die Wireless-Powerbanks liefern laut Hersteller im drahtlosen Zustand maximal 15 Watt. Trifft das zu? Bei einer Simulation eines Endgeräts – mit Hilfe einer sogenannten Testbench – liefert die Powerbank von Iniu bei jedem der zehn Versuche die angegebenen 15 Watt. Und die von Anker?

Die hat leider keine 15 Watt erreicht, sondern, wie wir sehen, nur 10,8 Watt. Irgendwann wird die Testbench dann feststellen, die 15 Watt werden nicht erreicht und den Test als nicht bestanden abbrechen.

Lediglich in vier von zehn Versuchen schafft die Anker Powerbank die maximale Leistung. 

Auf Nachfrage teilt uns das Unternehmen mit, dass bestimmte Bedingungen erfüllt sein müssten, damit die Powerbank die maximale Ladeleistung erreiche. 

Ladeanzeige funktioniert nicht bei allen Powerbanks

Im Praxistest zeigen nach drei Stunden Wandern fast alle Powerbanks den aktuellen Ladestand an. Nur bei der Powerbank von Isy wird eine Kapazität von 92 Prozent angezeigt.  

Im Labor geben die meisten Geräte den genauen Ladestand an, auch Isy. Daraufhin wird die Isy Powerbank aus dem Praxis-Check untersucht - die Anzeige funktioniert nicht korrekt. 

Auf Nachfrage antwortet MediaMarkt Saturn: 

[...] wenn die Batterie voll ist, bleibt die Spannung hoch und verändert sich nur langsam. Deshalb zeigt das Display oft lange 100 % bis 90 % an, bevor der Wert schneller abfällt. [...] Die Anzeige dient dazu, dem Nutzer eine grobe Einschätzung des Ladezustands zu geben.

Bluebuilt und Intenso laden am schnellsten auf

Während der Wanderung lud die Powerbank vom Bluebilt am schnellsten das Handy auf. Die Intenso folgt knapp darauf. 

Die Hama Powerbank schafft die 100 Prozent auch nach fünf Stunden nicht. Der Knopf stehe ein wenig heraus, erläutert eine Testerin. Wenn die Powerbank in der Tasche ist, kann es passieren, dass der Knopf noch einmal aus Versehen berührt wird. Wird der Knopf zweimal hintereinander gedrückt, wird das Laden unterbrochen. 

Hama antwortet uns darauf: 

Auch wenn wir bisher bei Powerpacks noch keine Reklamationen wegen der Schalter hatten, wurde beispielsweise bei den neuen Gerätegenerationen darauf geachtet, diese tiefer ins Gehäuse einzulassen.

Der Härtetest: Powerbanks im freien Fall

Zum Schluss der Härtetest: Die Powerbanks werden aus einem Meter auf Beton fallengelassen.

Dabei darf kein Feuer und keine Explosion entstehen. Das haben all unsere Powerbanks, die wir hier im Test hatten, bestanden.

Wird die Powerbank nach einem Sturz bei der weiteren Verwendung aber heißer als 40 Grad oder verformt sich das Gehäuse, sollte man sie auf jeden Fall entsorgen.

Powerbanks von Intenso und Iniu überzeugen am meisten

Bei den Powerbanks mit Kabel konnte die von Isy in Labor und Praxis nicht überzeugen. Hama wird abgewertet wegen ungewolltem Abschaltens beim Wandern.

Das Gerät von Bluebilt schneidet im Labor etwas schlechter ab als die günstige Intenso. 

Bei den Wireless-Geräten liefert Anker nicht genug Leistung. Dagegen ist das Gerät von Inui im Praxischeck okay und schneidet im Labor sogar gut ab. 

Die Gesamtsieger: die Powerbanks von Intenso und Inui.

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