Preise senken können Apps nicht, beim Sparen können sie jedoch helfen. Zwischen der teuersten und günstigsten Tankstelle innerhalb einer Stadt liegen manchmal bis zu sieben Cent je Liter.
Beschwerden bei Verbraucherzentrale Baden-Württemberg
Nach Auskunft der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gibt es seit Einführung der Preisbremse zahlreiche Beschwerden über Tankstellen, die auch nach 12 Uhr Kraftstoffpreise erhöht hätten. Allerdings hatten die Autofahrer keine Beweise dazu geliefert. Deshalb konnten die Verbraucherschützer bislang nichts unternehmen.
Der rheinland-pfälzischen Verbraucherzentrale sind keine Verstöße bekannt. Auch dem ADAC sind keine Fälle gemeldet worden, so ein Unternehmenssprecher gegenüber dem SWR.
Aktuelle Spritpreise auf Internetseiten oder Apps
Tank-Apps zählen zu den Informationsdiensten. Sie bekommen ihre Daten von der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt: Seit 2013 sind Tankstellen verpflichtet, jede Preisänderung für Benzin und Diesel an die Behörde zu melden.
Diese Preise gehen dann an die 75 aktuell angemeldeten Informationsdienste - angefangen vom ADAC, "Clever-Tanken", "Mehr-Tanken", "Benzinpreis-Blitz", "Pace Drive" bis zu "bessertanken.de". Die Portale müssen strenge Kriterien erfüllen, um von der Behörde für die Daten-Übertragung eine Zulassung zu erhalten.
Die Anzahl der Anträge auf Zulassung als Informationsdienst ist im Vergleich zu den Vorjahren sehr hoch. So hatten wir in den letzten drei Jahren jeweils zwischen 16 und 20 Anträge, während seit Jahresbeginn bereits 22 Anträge eingegangen sind.
Zugriffe bei "Clever Tanken" seit Kriegsbeginn verdreifacht
Beim Marktführer "Clever Tanken" haben sich die Zugriffe auf die App und die Website seit dem Kriegsbeginn im Iran nachhaltig verdreifacht, so "Clever Tanken"-Chef Steffen Bock. Am 1. April habe es zum Start der Tankpreisbremse ein neues Zugriffshoch gegeben, das sich allerdings nicht dauerhaft gehalten habe.
Autofahrer suchten verzweifelt nach günstigen Preisen
Insgesamt würden Autofahrerinnen und Autofahrer verzweifelt nach günstigen Preisen suchen, die es aber nicht gibt, so Bock. Die Preise seien stabil hoch.
Denn zwar hat sich die Anzahl der Preisänderungen pro Tag verringert, die Preise sind also stabiler, aber die Höhe der Preise - so wie ich es vor Einführung der Tankpreisbremse bereits erwartet habe - eben nicht.
Höhere Nutzung der "ADAC Drive App"
In der "ADAC Drive App" war zum Startzeitpunkt der Tankpreisbremse das Interesse deutlich erhöht, so ein Unternehmenssprecher. Anschließend habe sich die Nutzung auf einem höheren, stabilen Niveau eingependelt. Dem ADAC liegen keine Informationen vor, dass Tankstellen abseits der erlaubten Uhrzeit die Spritpreise erhöhen.
Die Einführung der 12-Uhr-Regel hat aus technischer Sicht zu keinen Problemen geführt. Es gibt keine Hinweise auf einen "Datenstau", die Systeme laufen stabil und verarbeiten die Daten wie gewohnt.
Tank-Apps auch zum mobilen Bezahlen
Manche Tank-Apps bieten auch die Funktion, direkt an der Zapfsäule mobil zu bezahlen. Einige Apps geben E-Ladesäulen oder Campingplätze an. Daten von Tankstellen aus dem europäischen Ausland gibt es auch bei einigen Anbietern.
Abfahrt von der Autobahn lohnt sich meist
Allerdings auch auf innerdeutschen Reisen können Tank-Apps beim Geld sparen helfen: Deutsche Autobahn-Tankstellen waren bei einer ADAC-Auswertung vom Sommer 2025 um rund 20 Prozent teurer als Tankstellen abseits der Autobahnen - in den Spitzen sogar um mehr als 30 Prozent.
Da lohnt sich meist ein Umweg zu einer Tankstelle in der Nähe einer Ausfahrt. Ob sich im Stadtverkehr der Weg zu einer günstigeren Tankstelle lohnt, hängt vom Tankvolumen, Verbrauch und der Entfernung ab. Dazu gibt es verschiedene Rechner im Internet. Die Abnutzung des Autos fließt dabei nicht mit ein.
Mit Preisvergleich mehrere hundert Euro sparen
Wie groß das Sparpotenzial mit Tank-Apps allgemein ist, hängt vom eigenen Fahrverhalten ab. Wer Preise vergleicht und entsprechend tankt, kann nach NDR-Angaben mehrere hundert Euro im Jahr sparen - vor allem bei hohen Spritpreisen. Dies hätten Auswertungen von Ratgebern ergeben.
Wer keine Zeit hat, das Maximum an Ersparnis herauszuholen oder immer dieselben Strecken fährt, kann auch mit einer Faustregel ohne Apps Geld sparen. Mit der Faustregel: "Günstige Tankstellen bleiben meistens günstig, teure bleiben meistens teuer", so Constantin Hack, Experte vom Auto Club Europa (ACE).