Adventszeit ist Spendenzeit: Ein Viertel aller Spenden sammeln Hilfsorganisationen rund um Weihnachten. Viele Menschen sind da spendabler als im Rest des Jahres.
Wer spenden will, sollte vorher genau hinschauen, und prüfen, ob die Organisation hinter dem Spendenaufruf seriös ist. Woran man das erkennt, weiß die Stiftung Warentest, die die großen Hilfsorganisationen untersucht hat.
Diese Spenden-Siegel sind seriös
- DZI-Spendensiegel
- ITZ-Logo
- Zertifikat des deutschen Spendenrats
Am vertrauenswürdigsten ist laut Stefan Fischer von der Stiftung Warentest das DZI-Spendensiegel. Das vergibt das deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI).
Es bezieht den Verwaltungs- und Werbekostenaufwand der Spendenorganisation mit ein. Organisationen, die dieses Siegel tragen, dürfen nicht mehr als 30 Prozent der Ausgaben für Verwaltung und Werbung verwenden.
Das leistet sonst kein Siegel und kein Label auf dem deutschen Markt.
Viele große Organisationen haben das DZI-Siegel, zum Beispiel das Deutsche Rote Kreuz oder die Johanniter. Einigen bekannten Hilfsorganisationen ist die Prüfung allerdings zu bürokratisch oder die Kosten für das Siegel sind ihnen zu hoch.
Die Malteser und der Arbeiter-Samariter-Bund haben beispielsweise zwei andere Siegel, bei denen die Kriterien laut Stiftung Warentest nicht so streng sind: Das rot-blaue ITZ-Siegel der Initiative Transparente Zivilgesellschaft und das rote Siegel des deutschen Spendenrats.
Spenden-Organisationen online checken
Fischer von der Stiftung Warentest empfiehlt, dass man sich vorm Spenden über den Empfänger der Spenden informieren sollte. Der erste Anlaufpunkt: Die Website. Findet man dort das Spendensiegel, wisse man, dass die Spende in guten Händen sei. Ist das Siegel nicht zu finden, solle man weiterrecherchieren.
Dann sollte ich Zahlen finden zu Spendenprojekten. Dabei sollte aufgeschlüsselt sein, in welche Projekte wie viel Geld fließt. Zum anderen sollte Auskunft darüber erteilt werden, wer über das Geld verfügen darf, wer also in der Geschäftsleitung oder im Vorstand der Organisation tätig ist.
Das ist besonders wichtig, wenn man die Organisation nicht kennt. Denn es gibt Betrüger, die Organisationen erfinden und das gesammelte Geld selbst einstecken. Das passiert häufig in sozialen Medien, aber auch auf der Straße oder an der Haustür.
Verbraucherzentrale RP warnt vor Organisationen, die nur auf Social Media werben
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt insbesondere vor den Organisationen, die nur bei Instagram, Facebook oder TikTok für sich werben. Einige seien frei erfunden. Auch hier gilt: Auf jeden Fall im Netz nach den Vereinen suchen und nachsehen, ob es sie überhaupt gibt.
Dann sollte man auch überprüfen, ob die Organisation einen Geschäftsbericht online veröffentlicht hat - und ob es Personen gibt, die im Impressum oder auf der Homepage genannt sind.
Dasselbe gilt bei Organisationen, die an der Haustür oder in der Fußgängerzone sammeln - etwa mit Tieren oder Fotos von misshandelten Kindern. Die Polizei rät, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und nur an Vereine zu spenden, deren Namen einem etwas sagt.
RP verhängt Sammlungsverbote gegen unseriöse Hilfsorganisationen
Eine reguläre staatliche Überprüfung von Spendenorganisationen gibt es bisher nur in Rheinland-Pfalz. Das Bundesland beschäftigt Spendenwächter bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), die checken, ob eine Organisation vertrauenswürdig ist. Gegen einige wurde bereits ein Sammelverbot verhängt.
Eine leicht abrufbare Liste vertrauenswürdiger Organisationen gibt es bisher nicht. Doch ein Check im Netz mit den Schlagwörtern „ADD“ und „Sammlungsverbot“ führt zu den Namen der Organisationen, die zumindest in RP nicht mehr sammeln dürfen.
Möglichst die Spende nicht zu arg stückeln
Die Stiftung Warentest empfiehlt außerdem, die Summe, die man spendet, nicht auf verschiedene Organisationen zu stückeln, sondern sich für eine zu entscheiden, der man die gesamte Spendensumme zukommen lässt.
Der Grund: Spendet man bei verschiedenen Organisationen, erhöht sich der Verwaltungsaufwand. Und damit kommt weniger des Geldes bei den Betroffenen an.