Beleuchtung fürs Rad

Fahrrad-Akkuleuchten-Sets im Test

Das Angebot an akkubetriebenen Fahrradlampen ist kaum überschaubar und die Preisunterschiede sind groß. Können Billigprodukte mit Markenware mithalten?

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Stand

Von Autor/in Patricia Metz / Markt WDR, 17.09.2025

Wer in der dunklen Jahreszeit mit dem Rad unterwegs ist, braucht, um sicher ans Ziel zu kommen, eine sehr gute Beleuchtung. Besonders praktisch sind Akkubeleuchtungssets. Das Angebot ist kaum überschaubar und die Preisunterschiede sind groß.

Können Billigprodukte mit Markenprodukten mithalten? Markt nimmt sechs Modelle im Labor und im Praxischeck genau unter die Lupe.

Diese Produkte haben wir getestet

In einer Stichprobe haben wir uns sechs gängige Akkuleuchten-Sets verschiedener Preisklassen angeschaut:

  • Die Sigma Aura 100 Link mit Blaze Link Rücklicht (UVP 119,95 Euro)
  • Das Contec­-Set DLUX micro power 80 (UVP 89,95 Euro)
  • Die Busch + Müller Ixon Core 2 mit IXXI Rückleuchte (UVP 89,90 Euro)
  • Das Prophete 7125 Akkuleuchten-Set (UVP 38,99 Euro)
  • Das CFP Sunlight III-Set von B.O.C (UVP 35,99 Euro)
  • Toptrek Fahrradlicht-Set aus einem Amazon-Shop (UVP 23,99 Euro)

Der Praxischeck – Handhabung und Helligkeit

Im Praxischeck haben wir zwei passionierte Radfahrer die Beleuchtungssets ausprobieren lassen. Im Fokus des Checks standen Handhabung und Helligkeit bzw. Ausleuchtung. Auf einer spärlich beleuchteten Dorfstraße und auf einem komplett unbeleuchteten Feldweg konnten sich unsere Tester einen realistischen Eindruck von der Leuchtkraft der einzelnen Produkte verschaffen.

In puncto Helligkeit überzeugten vor allem die Sets von Busch + Müller, Sigma und Contec, wobei der zweigeteilte Lichtkegel der Contec-Frontleuchte als nicht ganz ideal bewertet wurde. Dagegen wurden die Sets von CFP, Prophete und Toptrek von unseren Testern vor allem auf dem unbeleuchteten Feldweg als zu dunkel empfunden.

Bezüglich der Handhabung gefiel den Testern das Set von Prophete besonders gut: Es war leicht zu montieren und die Halterungen können am Rahmen bleiben, wenn man die Lampen abnimmt.

Labortest auf Herz und Nieren

In einem Fachlabor in Hamburg wurden die Lampen technisch auf Herz und Nieren geprüft. Dabei ging es um Ausstattung, Laufzeitdauer der Akkus, Haltbarkeit der Schalter, Spritzwasserbeständigkeit, Stabilität des Gehäuses und Helligkeit der Lampensets.

Ausstattung der Ladeanschlüsse zum Teil veraltet

Beim Laden der Akkus fiel Untersuchungsleiter Marcus Walther auf, dass die Sets von CFP und Sigma noch mit dem veralteten Micro-USB-Anschluss ausgerüstet sind. Das Set von Contec (Hartje) hat am Frontlicht den neueren USB-C-Anschluss, allerdings am Rücklicht den Micro-USB-Anschluss. „Aus Kundensicht ist das natürlich negativ, weil man zwei verschiedene Ladekabel braucht,“ erläutert Walther.

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Laufzeitdauer der Akkulampen sehr unterschiedlich

Bei der Prüfung der Akku-Laufzeit stach ein Beleuchtungsset besonders hervor: Das Modell von Busch + Müller hielt auf der niedrigsten Stufe mit 20 Stunden am längsten und auch das Rücklicht lag mit 25 Stunden klar vor allen anderen.

Deutliche Unterschiede stellte Walther auch bei der höchsten Helligkeitsstufe fest: „Das Set von Contec hält auf der höchsten Helligkeitsstufe mit 10 Stunden doppelt so lang wie alle anderen Modelle, allerdings erreicht es auf der niedrigsten Stufe die vom Hersteller angegebenen Laufzeiten von bis zu 20 Stunden nicht.“

Auf unsere Anfrage hat der Contec-Hersteller Hartje nicht reagiert. Das preisgünstigste Set aus einem Amazon-Shop hielt nicht, was es verspricht. „Das Modell von Toptrek hat die angegebene Laufzeit von 5 Stunden in unserem Test nicht erreicht, das Modell ist eine halbe Stunde eher ausgegangen,“ beanstandet der Produktprüfer.

Weil der Hersteller in China sitzt, haben wir die Verkaufsplattform Amazon um Stellungnahme gebeten. Eine Antwort erhielten wir jedoch nicht.

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Zum Vergleich machen wir einen Praxis-Check mit zwei erfahrenen Radlern vom ADFC, lassen die Fahrradkörbe von einem Sachverständigen überprüfen und führen einen Labortest durch.

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Sehr gute Haltbarkeit der Schalter und Spritzwasserbeständigkeit

Auch die Haltbarkeit der Schaltknöpfe prüfte das Labor: In einem Prüfstand wurden die Schalter aller Lampensets 10.000mal an- und ausgeschaltet. Alle Leuchtensets haben diesen Test unbeschadet bestanden. Die Spritzwasserbeständigkeit der Leuchten wurde in einer Beregnungsanlage getestet. Gerade bei Regen sollten Akkuleuchten einwandfrei funktionieren. Nach einer halben Stunde Dauerregen waren alle Lampen noch dicht.

Härtetest – Sturz auf Beton

Um die Stabilität der Lampen zu ermitteln, wurde eine Fallprüfung durchgeführt: drei Stürze aus 1 Meter Höhe auf Beton. Im Dunkeln können Fahrradlampen beim Festmachen und Abnehmen schnell mal herunterfallen. Nur die Lampe des Herstellers Prophete ging bei diesem Härtetest kaputt, wie Walther feststellen musste: „Nach dem dritten Aufprall ist die Lampe definitiv defekt. Ich sehe, dass die Dichtung offenliegt und in diesem Zustand ist die Lampe nicht mehr wasserdicht.“

Prophete hat auf unsere Anfrage reagiert und schreibt: "…Wir nehmen die Rückmeldung Ihres Partnerlabors ernst und möchten den beschriebenen Sachverhalt intern genauer prüfen. (…) Die von Ihnen beschriebenen Auffälligkeiten sind uns bislang nicht bekannt…"

Helligkeit – nicht immer drin was draufsteht

Bei der Helligkeitsprüfung (Lux-Messung) zeigte sich, dass fünf der Frontleuchten (Sigma, Busch + Müller, Contec, Prophete und CFP) die von den Markenherstellern ausgelobte Helligkeit in Lux bei einem Abstand von zehn Metern erreichen. Ein erfreuliches Ergebnis, erläutert Untersuchungsleiter Walther. Anders bei der Toptrek-Frontleuchte aus dem Amazon-Onlineshop, die laut Hersteller auf der hellsten Stufe 70 Lux bringen soll.

„Allerdings ist bei dieser Lampe (Toptrek) die Helligkeit nur bei 5 Metern gegeben. Das ist natürlich viel zu dunkel, weil der Radfahrer das Hindernis erst zu spät erkennt,“ bemängelt Walther das Messergebnis.

Da es keine Vorschrift gibt, auf welche Entfernung sich die Lux-Angabe beziehen muss, bedeutet das im Umkehrschluss: Lux ist nicht immer gleich Lux. Die Markenhersteller haben hier offensichtlich einen Konsens, an den sich der Billighersteller Toptrek nicht hält.

Teurere Marken-Beleuchtungssets überzeugend

Fazit: In unserem Test konnten vor allem die teureren Marken-Beleuchtungssets überzeugen. Das Noname-Produkt aus dem Amazon-Shop fiel im Labor und bei unseren Praxistestern durch.

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