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Trockene und gerötete Haut: Handcremes im Test

Welche Handcreme pflegt die Hände am besten und zieht schnell ein? Wir checken Balea, Nivea, Neutrogena und La Roche-Posay.

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Von Autor/in Annika Erbach, Julian Gräfe, Barbara Hirl

Kaltes Winterwetter kann der Haut zusetzen: sie wird trockener oder sogar schuppig und gerötet.

Mit welchen Handcremes kann man die Haut am besten pflegen? Wir machen den Praxischeck und lassen die Inhaltsstoffe im Labor untersuchen.

Handcremes im Test

Folgende Produkte haben wir uns genauer angeschaut:

  • dm-Eigenmarke Balea „Schnell einziehende Handcreme“: 0,95 Euro pro 100 Milliliter
  • Nivea „ Intensive Pflege“: 2,89 Euro pro 100 Milliliter
  • Neutrogena „Norwegische Formel - Sofort Einziehende Handcreme“: 3,93 Euro pro 100 Milliliter
  • La Roche-Posay „Lipikar Xerand“: 15 Euro pro 100 Milliliter

Unsere Tester: Wasserballer des PSV Stuttgart. Sie verbringen viel Zeit in chlorhaltigem Wasser. Das sorgt für trockene Haut, besonders an den Händen.

Marktcheck macht den Test: Handcremes
Marktcheck macht den Test: Folgende Handcremes werden getestet

Gestörte Hautbarriere: Grund für schuppige und gerötete Hände

Vor dem Handcreme-Praxistest werden die trockenen Hautstellen von Hautarzt Dr. Daniel Wilder mit einer digitalen Hautkamera dokumentiert.

So können mögliche Veränderungen der Haut im Testzeitraum besser verglichen werden. Gerade an den Handrücken sind bei allen Testern deutlich sichtbare, schuppige Areale zu erkennen.

Der Dermatologe teilt unseren Testern die Cremes je nach Hautzustand und Pflegebedarf individuell zu.

Schuppige, gerötete Haut sei ein Hinweis auf eine geschwächte Hautbarriere, erklärt Dr. Wilder. Körpereigenes Fett und Feuchtigkeit bildeten den sogenannten Hydrolipidfilm. Dieser schütze die Haut und sorge dafür, dass etwa Bakterien, Pilze, Allergene und Schadstoffe nicht so leicht eindringen können.

Beispielsweise durch Kälte, häufiges Händewaschen oder mechanische Beanspruchung könne diese natürliche Schutzschicht beeinträchtigt werden.

Handcremes im Praxistest

Unsere Tester wenden drei Wochen lang die Cremes an, mindestens zweimal täglich. Ziel ist es, die strapazierte Hautbarriere wieder aufzubauen und den Feuchtigkeitsverlust zu bremsen.

Bei unserem Tester Björn zieht die Handcreme von Balea im Vergleich zu den anderen Testern und Cremes nur langsam ein.

Auf Nachfrage antwortet dm der Marktcheck-Redaktion:

Empfindungen auf der Haut können individuell stark variieren – je nach Hautzustand, Feuchtigkeit oder verwendeter Menge. Insgesamt bestätigen uns jedoch die Rückmeldungen, dass wir mit der schnelleinziehenden Handcreme die Erwartungen der großen Mehrheit unserer Kundinnen und Kunden erfüllen.

Wie gut kommen unsere Tester mit den eingecremten Händen im Alltag zurecht? Wir lassen sie kleine Aufgaben lösen:

Die Schraubverschlüsse von Getränkeflaschen lassen sich – trotz eingecremter Hände – von allen Testern gut öffnen.

Auf Handydisplays hinterlassen die cremigen Finger zwar Spuren – Unterschiede zwischen den Cremes sind aber nicht zu erkennen.

Der letzte Test: Wie viel Kaffeepulver bleibt an den eingecremten Händen kleben? Am wenigsten ist es bei der Creme von Neutrogena.

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Cremes sind frei von Formaldehyd

Sind die Inhaltsstoffe der Cremes unbedenklich? Wir schicken sie ins Labor. Uns interessiert der Stoff Formaldehyd. Dieser ist zwar seit längerer Zeit verboten.

Was aber noch erlaubt sind, sind Formaldehyd-Abspalter, das heißt Produkte, die über die Zeit Formaldehyd in die Handcreme abgeben, als Konservierungsmittel.

Durch diese Abspalter können zwar Keime in Schach gehalten werden, aber empfindliche Haut kann gereizt und Allergien ausgelöst werden.

In unserer Stichprobe konnte allerdings kein Formaldehyd nachgewiesen werden. Ein gutes Ergebnis für die Anwender der Cremes.

Inhaltsstoffe der Hautcremes: Sind alle wirklich gut für die Haut?

Alle Cremes enthalten Glycerin. Der Stoff bindet – bei der richtigen Dosierung – Feuchtigkeit.

"Die Konzentration von Glycerin muss in einem relativ niedrigen Bereich sein. Man sagt zwischen drei bis acht Prozent", erklärt Prof. Julia Welzel, Direktorin Dermatologie und Allergologie an der Uniklinik Augsburg.

Einen Glycerin-Anteil von mehr als 10 Prozent sieht sie kritisch - hier könnten sogar Nachteile für die Haut entstehen: "Das kann sich ein bisschen klebrig anfühlen. Und dann hat man manchmal auch einen zu starken Polsterungseffekt, einen zu starken Quelleffekt der Hornschicht, was dann wiederum für die Barrierefunktion nicht so förderlich ist."

Marktcheck hat die Hersteller nach der Glycerin-Konzentration in ihren Produkten gefragt. Laut Angabe sind es bei der Balea-Creme rund sechs Prozent, bei der Neutrogena-Creme sieben Prozent, in der La-Roche-Posay-Creme zehn Prozent. Beiersdorf, der Hersteller von Nivea, verweist auf Wettbewerbsgründe und macht keine Angabe.

Die anderen Inhaltsstoffe sieht die Expertin als nicht problematisch an. Entscheidend sei, wie konsequent die Cremes angewendet werden.

Der häufigste Fehler ist, dass man erst dann auf die Idee kommt, Handcremes zu benutzen, wenn die Haut schon kaputt ist. Wenn die Schutzfunktion nicht gut ist, dann kann man auch Allergien kriegen, Ekzeme kriegen, es kann sich infizieren. Und deswegen ist da die Vorbeugung ganz wichtig. Also auch gesunde Haut braucht eine Creme, zum Beispiel im Winter oder bei mechanischer Belastung.

Ergebnis Praxistest

Nach drei Wochen intensiven Cremens werden von Dermatologen Dr. Daniel Wilder die betroffenen Hautstellen angeschaut und verglichen:

"Die Cremes kann man alle ganz gut anwenden“, so sein Fazit. „Indikationsgerecht, bei nicht so stark beansprucht oder gesunder Hautbarriere kann man auch die leichteren Alltagscremes, die eine leichtere Formulierung haben, anwenden."

Liegt eine Hauterkrankung oder Ekzemneigung vor, rät er dazu, beim Arzt oder in der Apotheke nachzufragen.

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Fazit

Im Alltagstest konnten alle Cremes gut abschneiden – nur die Creme von Balea bekam einen kleinen Punktabzug, da sie nach Ansicht unserer Tester nicht so gut einzog. In allen anderen Testkategorien performen alle Cremes gut.

Eine gute Pflege muss also nicht teuer sein. Wichtig ist, die Creme frühzeitig und regelmäßig anzuwenden.

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