Softdrinks haben ein Imageproblem: Sie gelten als ungesund, insbesondere weil sie viel Zucker enthalten. Hinzu kommt, dass Pepsi gegen Coca-Cola um Marktanteile konkurriert.
Nun will Pepsi eine vermeintlich gesündere Cola-Alternative anbieten - und bringt die erste präbiotische Cola-Variante auf den Markt: "Pepsi Prebiotic Cola". Der Softdrink ist angereichert mit Ballaststoffen und soll ab Herbst erhältlich sein - zunächst online und nur in den USA.
Das fügt sich ein in den Trend hin zu mehr funktionellen Lebensmitteln - also Produkten mit zugesetzten Stoffen, die positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben sollen. Doch Fachleute sind zurückhaltend, was die vermeintlich gesundheitsförderliche Wirkung solcher Produkte angeht.
Ballaststoffe sind gut für den Darm - auch in einer Cola?
In einer Dose Cola - etwa 355 Milliliter - sind insgesamt drei Gramm lösliche Ballaststoffe. "Das ist mengenmäßig ein Witz", meint Sabine Schütze, Ernährungsexpertin beim SWR. "Zumindest, wenn damit auch noch groß geworben wird." Denn wir sollten täglich mindestens die zehnfache Menge an Ballaststoffen zu uns nehmen.
In vielen Nahrungsmitteln sind Ballaststoffe natürlicherweise enthalten: In einer Portion Kichererbsen oder Kidney-Bohnen erhält man zum Beispiel die fünffache Menge, verglichen mit einer Dose präbiotischer Pepsi. Selbst in einer Scheibe Vollkornbrot oder einer Portion Haferflocken sind mehr Ballaststoffe enthalten. Sie sättigen, sorgen für eine bessere Verdauung und fördern die guten Darmbakterien.
Zucker wiederum, der auch in der speziellen Cola enthalten ist, macht genau das Gegenteil - er ist also schädlich für den Darm. "Deshalb finde ich es widersinnig, mit einem gezuckerten Softdrink für Ballaststoffe zu werben", sagt Sabine Schütze.
Zucker und Süßstoffe können die Wirkung von Ballaststoffen stören
Die präbiotische Pepsi-Cola ist mit fünf Gramm je Dose als "zuckerreduziert" angekündigt. Allerdings heißt es in der Pressemitteilung des Pepsico-Konzerns, dass der Geschmack der neuen Cola „typisch Pepsi“ bleiben werde.
Das bezieht sich folglich auch auf die Süße der Cola. Dieser Geschmack kommt einerseits - zumindest ein bisschen - von den zugesetzten Ballaststoffen, also den drei Gramm löslichen Maisfasern. Darüber hinaus braucht es aber weitere Süßungsmittel, damit diese Cola so süß schmeckt wie das Original.
Künstliche Süßstoffe sind laut Hersteller in dem neuen Getränk nicht enthalten - also bleiben natürliche Stoffe wie etwa Stevia. Diese dürften in überschaubaren Mengen unproblematisch sein.
Trotzdem können süße Getränke die Lust auf Süßes steigern. Und Studien zeigen, dass sie nicht zum Abnehmen geeignet sind, weil die eingesparten Kalorien durch andere Lebensmittel wieder ausgeglichen werden.
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Was in funktionellen Lebensmitteln drinsteckt
Inzwischen gibt es etliche Lebensmittel, denen lösliche Ballaststoffe wie Inulin oder Oligofructose zugesetzt werden - zum Beispiel Milchprodukte, Fruchtsäfte oder Süßwaren. Die Rede ist bei solchen Produkten auch von funktionellen Lebensmitteln.
Solche - ob mit Ballaststoffen, Fettsäuren oder Vitaminen und Mineralstoffen - angereicherten Produkte sollen gesundheitliche Vorteile bringen. Zwar sind solche Gesundheitsversprechen - in englisch "Health Claims" - seit 2012 nur dann erlaubt, wenn sie wissenschaftlich nachgewiesen sind. Dennoch liegen entsprechende Produkte im Trend.
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Wichtig zu wissen: funktionelle Lebensmittel und ihre Risiken
Funktionelle Lebensmittel sind umstritten: Laut Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) und auch der Verbraucherzentrale können Hersteller einen gesundheitlichen Zusatznutzen oft wissenschaftlich nicht nachweisen.
Risiken könnten eine zu hohe Aufnahme bestimmter Stoffe und dadurch unerwünschte Folgen sein. Bei zu hoher, schneller Ballaststoff-Zufuhr könnte es bei empfindlichen Menschen etwa zu Verdauungsproblemen kommen.
Fachleute warnen daher davor, funktionelle Lebensmittel als Garant für eine ausgewogene Ernährung zu sehen. Wenn zwar einerseits Mineralstoffe oder Ballaststoffe enthalten sind, andererseits aber zum Beispiel auch viel Salz oder Zucker, ist das nicht automatisch gut für die Gesundheit.