Für Privatnutzer in der EU

Update-Frist für Windows 10 um ein Jahr verlängert - was tun?

Der Support wäre eigentlich ausgelaufen: Für alle Windows 10-Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum gibt es aber ein Jahr länger Gratis-Updates - allerdings unter einer Bedingung.

Teilen

Stand

Wer kostenlos Updates erhalten will, muss sich einen Microsoft-Account zulegen und sich darüber für ein bestimmtes Programm anmelden. Wie Microsoft in einem Blogbeitrag bekanntgab, wird das sogenannte Extended Security Updates Program (ESU) für Privatnutzer anders als zuerst geplant doch gratis angeboten. Verbraucherschützer hatten den Konzern stark unter Druck gesetzt. Windows 10 erhält so ein weiteres Jahr lang, bis zum 13. Oktober 2026, monatliche Updates.

Die Updates betreffen vor allem Sicherheitslücken und Systemstabilität. Neue Funktionen gib es nicht. Zunächst wollte Microsoft, dass Privatnutzer ab dem 14. Oktober 2025 für die Updates rund 30 Euro zahlen sollten.

Verknüpfung mit Microsoft-Konto nötig

Einen Haken gibt es allerdings: Die Sicherheitsupdates bekommen nur Privatnutzer in den EU-Ländern, Island, Norwegen und Liechtenstein, die ihre Windows-10-Installation mit einem Microsoft-Konto verknüpfen. Trotzdem sei das ein Fortschritt, meint Els Bruggemann von der Verbraucherorganisation Euroconsumers nach Angaben des IT-Nachrichtendienstes heise online.

Umwelthilfe fordert Updates für mindestens 15 Jahre

Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert Microsoft trotzdem: Weltweit könnten bis zu 700 Millionen Kilo Elektroschrott entstehen. Denn rund 40 Prozent der Computer könnten nicht auf Windows 11 aktualisiert werden. Die Umwelthilfe fordert gesetzliche Vorgaben für Softwarehersteller. Etwa eine Update-Garantie von mindestens 15 Jahren für Betriebssysteme und andere digitale Geräte. Und auch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg kritisiert das Vorgehen von Microsoft.

Noch 30 Millionen PCs laufen mit Windows 10

Privatkunden, die Windows 10 nutzen, sollten prüfen, ob das eigene Gerät für Windows 11 geeignet ist oder sich für das neue kostenlose Sicherheitsprogramm registrieren. Microsoft will zum Gratis-Update in den kommenden Wochen weitere Informationen veröffentlichen.

Der Softwarehersteller will Windows-Benutzer aber grundsätzlich weiterhin zum Umstieg auf Windows 11 bewegen. Das Upgrade wird kostenlos angeboten. Derzeit laufen nach Schätzungen allerdings noch mehr als 30 Millionen PCs mit Windows 10.

Microsoft-Konto eröffnen

Wer schon im Besitz einer Windows Live ID oder eine Xbox Live ID ist, hat schon ein Microsoft-Konto. Alle anderen müssen auf der Webseite von Microsoft auf den Link "Erstellen Sie ein Microsoft-Konto" gehen. Dort kann man dann verschiedene Optionen wählen, um ein Konto bei dem US-amerikanischen Softwareunternehmen zu eröffnen. Eine detaillierte Anleitung findet man beispielsweise beim Fachmagazin CHIP.

Von Windows 10 auf Windows 11 wechseln

Wer doch lieber auf Windows 11 umsteigen will, sollte einige Tipps beachten: Ein Backup, eine Sicherung der eigenen Daten, ist auf jeden Fall wichtig.

Wer einen älteren Drucker oder Scanner hat, sollte auf der Webseite des Herstellers nachsehen, ob Windows 11 unterstützt wird. Leider kann es sein, dass manche älteren Geräte unter Windows 11 nicht mehr oder nicht mehr richtig funktionieren.

Ist mein PC für Windows 11 tauglich?

In den Windows-Einstellungen wird beim Punkt Updates angezeigt, ob der Rechner Windows 11 ausführen kann oder nicht. Sollte da nichts stehen, kann es sein, dass wichtige Updates schon für Windows 10 fehlen. Das System muss aber auf dem aktuellen Stand sein. Hier kann es helfen, die Updates quasi "von Hand" anzustoßen.

Es kann auch sein, dass der Rechner zu alt für ein Windows 11-Upgrade ist und Voraussetzungen nicht erfüllt. Microsoft schreibt zum Beispiel einen bestimmten Chip auf der Hauptplatine des Rechners vor, einen sogenannten TPM-2-Chip. Das ist ein spezieller Chip in einem Laptop oder Desktop-Computer, der die Hardware mit integrierten kryptografischen Schlüsseln sichern soll. Ein TPM (Trusted Platform Module) hilft dabei, die Identität eines Benutzers nachzuweisen und sein Gerät zu authentifizieren.

Zu den Systemanforderungen gehören auch bestimmte Prozessoren im Gerät. Sind die nicht eingebaut, lässt sich das Upgrade nicht ohne weiteres installieren.

Wenn das Upgrade nicht funktioniert, was dann?

Es gibt ein paar Tricks, die sich unter den Suchworten "Windows 11" und "ältere PCs" bei Computerzeitschriften im Netz finden lassen. Dann sind ein paar Schritte notwendig, um die Überprüfung der Voraussetzungen auszutricksen. So kann es aber durchaus sein, dass es mit dem Upgrade doch klappt.

Natürlich lassen sich ältere Rechner auch mit anderen Betriebssystemen weiter benutzen. Allen voran mit dem kostenlosen Linux, das sich nicht soviel anders bedienen lässt als Windows. Wer das alles nicht will, sollte sich mit einem Kauf beschäftigen. Es gibt auch gebrauchte Computer, auf denen Windows 11 bereits installiert ist.

Windows 10 ohne Updates nutzen?

Sicherheitsexperten warnen davor, Windows 10 nach Mitte Oktober 2025 ohne Updates weiter zu benutzen. Denn wenn Windows 10 keine Sicherheitsupdates mehr bekommt, wird es anfälliger für Cyberangriffe. Da hilft dann auch kein Virenscanner. Bildlich gesprochen lässt der Virenscanner zwar die Rollläden runter, der Angreifer kann dann aber durch die offene Hintertür kommen.

Freiburg

Millionen private Rechner betroffen Verbraucherzentrale BW kritisiert Support-Ende für Windows 10

Am Dienstag endet der offizielle Support für Windows-10-Rechner. Sicherheits-Updates gibt es nun zwar noch ein Jahr länger - Verbraucherschützer üben trotzdem Kritik.

Landesschau Baden-Württemberg SWR BW