Im Labortest nehmen wir zehn Kunststoff-Lunchboxen genauer unter die Lupe. Wir testen Boxen von:
- Tedi (3,00 Euro)
- Bio-Fabrik (6,50 Euro)
- Tchibo (9,45 Euro)
- Mepal (9,95 Euro)
- Koziol (9,95 Euro)
- Emsa (9,95 Euro)
- Ajaa (14,90 Euro)
- Ekobo (15,00 Euro)
- Bioloco von Chic Mic (19,99 Euro)
- Lekkabox (27,95 Euro)
Verbotene Stoffe in Lunchboxen?
Der Chemiker Alexander Heinrich von der Verbraucherzentrale schaut sich die auf der Verpackung angegebene Materialzusammensetzung der Lunchboxen an. Bei Kunststoffgegenständen, die für Lebensmittelkontakt vorgesehen sind, gibt es eine EU-Verordnung zu Substanzen, die im Material vorkommen dürfen.
Die Boxen von Ekobo und Bio-Fabrik enthalten Bambusmehl, das nie Teil dieser Liste war.
Lunchbox mit Bambus: Das Problem
Bei höheren Temperaturen können Kunststoffe mit Bambusfasern Mikrorisse bekommen, wodurch Substanzen aus dem Kunststoff an die Lebensmittel übergehen können.
Auch Holzmehl oder Holzfasern sind in Lebensmittel-Kontaktstoffen seit Februar 2025 verboten. In der Lunchbox von Koziol steckt laut Verpackung „Holz“.
Wir fragen die Hersteller an. Doch nur Koziol antwortet und weist darauf hin, dass ihre Lunchboxen Lignozellulose enthielten und damit verkauft werden dürften.
Weiter heißt es:
In unserer aktuellen Kollektion 2025 sind keine Produkte mit Lignozellulose mehr enthalten.
Verwirrend. Drei der zehn Boxen sind nun aus dem Rennen.
Labortest: Welche Lunchboxen enthalten Schadstoffe?
Die übrigen sieben Boxen kommen ins Labor, wo sie auf Schadstoffe untersucht werden. Im Kunststoff Institut Lüdenscheid kommen dafür Stoffproben in den Gaschromatographen. Hier werden sie erst auf minus 80 Grad runtergekühlt und dann auf 100 Grad erhitzt. Das Gerät analysiert die dabei entstehenden Stoffe.
Martin Doedt, Leiter des Instituts, präsentiert die Ergebnisse: Aus den Silikondichtungen sind teilweise Siloxan-Verbindungen ausgetreten. Bestimmte Siloxane (D4 und D5) können sich im Körper anreichern und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Die gefundenen Mengen hält der Laborleiter aber für unkritisch.
Lunchbox Bioloco wirklich kompostierbar?
Die „Bioloco“-Lunchbox von Chic Mic ist als „kompostierbar“ deklariert. Auch das lassen wir im Labor überprüfen. Es zeigt sich: Die Box selbst besteht aus einem Polymer, das kompostierbar ist.
Die Griffe und Dichtungen sind allerdings aus anderen Kunststoffen, die nicht biologisch abbaubar sind. Wir konfrontieren den Hersteller mit diesen Ergebnissen. Chic Mic antwortet uns: „Die ungenaue Deklaration ist unabsichtlich durch interne Fehler zustande gekommen und sofort korrigiert worden.“
Lunchboxen wirklich mikrowellengeeignet?
Auf fünf der übrigen Boxen befindet sich ein Symbol, welches sie als mikrowellengeeignet ausweist. Um die Angabe zu überprüfen, werden sie im Labor bei 100 Grad in den Wärmeschrank gesteckt.
Den Test bestehen alle, außer die teuerste Box im Test – die Lekkabox. Sie verzieht sich. Der Hersteller antwortet auf Nachfrage, er werde das Mikrowellensymbol künftig von den Boxen entfernen.
Wie alltagstauglich sind die Lunchboxen?
Nur noch fünf der Kunststoff-Lunchboxen sind im Rennen. Die lassen wir an der technischen Hochschule Bingen checken. Die Materialwissenschaftler Professor Bruno Grimm und Tim Lehmann überprüfen die Alltagstauglichkeit.
Zuerst ein Sturztest aus einem Meter Höhe. Außer ein paar kleineren Kratzern und Macken bleiben alle Boxen unversehrt. Besonders positiv fällt hier die Emsa-Box auf, denn durch die Trenner ist der Inhalt an Ort und Stelle geblieben.
Welche Lunchbox ist dicht und auslaufsicher?
Um festzustellen, ob die Boxen dicht sind, befüllen die Ingenieure sie mit Tomatensauce. Bei der Ajaa-Box reicht leichtes Kippen schon aus: ein Fall für den Wischmopp.
Auch die Faltbox von Tchibo besteht den Auslauf-Test nicht. Die Box von Emsa hält dicht – nur innerhalb der Kammern bleibt die Tomatensauce nicht an Ort und Stelle. Die Box von Mepal sowie die mit 3 Euro günstigste Box im Test, die Lunchbox von Tedi, beweisen sich als auslaufsicher.
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Wie langlebig sind Lunchboxen aus Kunststoff?
Um die Langlebigkeit der Boxen zu testen, werden sie 300 Mal geöffnet und geschlossen. Die günstige Tedi-Box übersteht den Langlebigkeitstest unbeschadet, genau wie die Box von Emsa.
Auch die Silikon-Box von Tchibo schafft das häufige Öffnen und Schließen problemlos, ist aber in der Handhabung unbequem. Professor Bruno Grimm, Experte für Werkstofftechnik, bemängelt in Sachen Handhabung das Material: Das biegsame Silikon bietet wenig Widerstand zum Gegendrücken.
Tchibo antwortet uns dazu: „Der Artikel hat einen umfangreichen Prüfprozess durch eigene Mitarbeiter sowie akkreditierte Prüflabore durchlaufen - alle Anforderungen wurden bestanden auch hinsichtlich der Haltbarkeit der Filmscharniere“.
Die 15-Euro-Box von Ajaa lässt sich nur schwer schließen und öffnen. Nach achtmal auf und zu bricht sogar der Verschluss.
Ajaa schreibt uns: „Aufgrund des nachhaltigen Materials sind die Verschlüsse keine Klappverschlüsse, sondern es handelt sich um einen Schnappverschluss. Wird dieser unsachgemäß hochgedrückt, kann es zu dem von Ihnen beschriebenen Weißbruch kommen.“
Nach dieser Runde sind die Ajaa-Box und die Tchibo-Box aus dem Rennen.
Welche Lunchbox ist die Beste?
Drei Boxen haben uns im Test überzeugt. Das sind die Lunchbox midi von Mepal, die Lunchbox von Emsa und als Preis-Leistungs-Sieger die Box von Tedi.
Alle drei Boxen bestehen aus zugelassenem Material, sind auslaufsicher, alltagstauglich und langlebig.