Was in der Restaurantküche passiert, sehen Gäste meistens nicht. Damit Verbraucher vor gesundheitlichen Gefahren durch Lebensmittel geschützt werden, gibt es in Deutschland rund 2.500 Lebensmittelkontrolleure. Jedes Jahr wird etwa eine halbe Million Betriebe kontrolliert, die Lebensmittel herstellen, verarbeiten oder in den Verkehr bringen. In etwa jedem dritten kontrollierten Betrieb werden Beanstandungen festgestellt.
Gastronomie-Kontrollen: unangekündigt und regelmäßig
Verbraucher können davon ausgehen, dass jeder Gastronomiebetrieb alle ein bis zwei Jahre kontrolliert wird. Die Kontrollen finden unangekündigt statt. „Wir wollen ja den Ist-Zustand in den Betrieben erfahren und nicht irgendetwas, was uns vorgespielt wird“, erklärt der Lebensmittelkontrolleur und Veterinär Thomas Buckenmaier.
Dass bei Lebensmittelkontrollen häufig Tierärzte im Einsatz sind, ist üblich, da ihre Ausbildung sie insbesondere für die Kontrolle tierischer Produkte sowie für die Bewertung von Schädlingsbefall qualifiziert.
Wo können Gäste Hygieneverstöße im Restaurant melden und einsehen?
Fallen Gastronomiebetriebe negativ auf, sind die zuständigen Behörden verpflichtet, die Namen der Betriebe und Details der festgestellten Hygienemängel zu veröffentlichen. Für das Land Baden-Württemberg kann man diese Einträge online abrufen – maximal 6 Monate lang nach der jeweiligen Kontrolle. Der Betrieb bekommt die Möglichkeit, die Hygienemängel zu beheben, was in Nachkontrollen überprüft wird.
Neben anderen Bundesländern haben Rheinland-Pfalz und das Saarland dafür kein eigenes Online-Portal. Hier können sich Verbraucher auf Anfrage beim zuständigen Verbraucherschutzamt oder direkt beim Lebensmittelüberwachungsamt über aktuelle Hygieneverstöße informieren.
Rechtsgrundlage dafür ist das Verbraucherinformationsgesetz. Das Informationsinteresse der Öffentlichkeit überwiegt dabei das unternehmerische Interesse an Vertraulichkeit. Eine Ermessensentscheidung ist gesetzlich ausgeschlossen, wodurch dem Verbraucherschutz rechtlich ein besonderer Stellenwert eingeräumt wird.
Wenn Gästen unhygienische Zustände in Gastronomiebetrieben auffallen, können sie diese der Lebensmittelüberwachung melden. „Wir gehen da auch jedem Hinweis nach“, sagt Thomas Buckenmaier.
Wie verbindlich sind Reservierungen im Restaurant?
Eine Tischreservierung stellt rechtlich ein Angebot zum Abschluss eines Bewirtungsvertrags dar. Wird sie vom Restaurant bestätigt, entsteht ein verbindlicher Vertrag. Das Restaurant kann Schadensersatz fordern, wenn es nachweisen kann, dass ihm durch das Fehlen der Gäste ein Schaden entstanden ist. Die Höhe der Gebühr variiert, muss aber angemessen und transparent sein.
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Hat man als Erwachsener Anspruch auf einen Kinderteller?
Erwachsene Gäste haben grundsätzlich keinen rechtlichen Anspruch auf einen Kinderteller, einen Seniorenteller oder eine kleinere Portion. Der Gastronomiebetrieb kann selbst entscheiden, welches Gericht er in welcher Form anbietet - das fällt unter die sogenannte Vertragsfreiheit. Das bedeutet also auch, dass Restaurants selbst für Kinder keine kleinere Portion anbieten müssen.
Können Gäste im Restaurant kostenlos Leitungswasser verlangen?
Die EU-Trinkwasserrichtlinie, die eine kostenlose Bereitstellung von Wasser in der Gastronomie anregen soll, ist in Deutschland nicht verpflichtend umgesetzt worden. Gebühren für Leitungswasser sind in deutschen Restaurants rechtlich zulässig und üblich. In anderen EU-Ländern, wie Frankreich, ist kostenloses Leitungswasser in der Gastronomie gesetzlich vorgeschrieben.
Zählen Eiswürfel zur Füllhöhe?
Eiswürfel zählen laut Eichbehörden nicht zur Getränkemenge und dürfen nur zusätzlich beigefügt werden. Leichte Abweichungen gelten als zulässig. Ist das Glas jedoch deutlich zu wenig gefüllt, haben Verbraucher das Recht, sich nachschenken zu lassen.
Informierte Gäste können also auf ihr Recht pochen. Gleichzeitig sollte man als Gast Verständnis dafür zeigen, dass Gastronomiebetriebe nicht jeden Wunsch erfüllen können - ein fairer Umgang auf beiden Seiten sorgt für einen entspannten Restaurantbesuch.