So finden Sie das richtige Gerät

Augen auf beim Fernsehkauf

4K, O-LED, Q-LED - beim Kauf eines Fernsehers stößt man auf zahlreiche Fachwörter und technische Neuheiten. Im Elektronik-Markt sollte man am besten vorher wissen, was man will, dann wird man von den vielen Begriffen, die die Verkäufer benutzen und Werbeaussagen nicht überrannt.

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Stand

Von Autor/in Andreas Reinhardt

Tipp: Schauen Sie sich die Geräte an

Selbst mit einigem Wissen empfiehlt es sich, dennoch einen Technikmarkt zu besuchen und die Geräte mit eigenen Augen zu vergleichen. Einige Aspekte von Bild und Klang beschreiben die Datenblätter nicht, weshalb die subjektive Einschätzung vor Ort hilft.

Nur in einem Fachgeschäft können Sie dem Beratungspersonal ihre Bedürfnisse und Wünsche mitteilen und abwägen, welche der vielen Funktionen Sie wirklich brauchen.

Begriffserklärungen

2K / HD (Full HD)

  • Bildschirmauflösung mit 1920 × 1080 Bildpunkten bei einem Seitenverhältnis von 16:9. HD-Ready bedeutet eine geringere Auflösung mit nur 1280 × 720 Bildpunkten, die sich heute nur noch bei sehr günstigen, kleineren Fernseher-Modellen findet.
  • Mit einem Full HD Fernseher werden HD-Fernsehsender und Streamingangebote mit der vollen Bildqualität dargestellt.
  • Was nicht HD ist, wird oft SD (für Standard Definition) genannt oder hat keine besondere Bezeichnung. Klassische DVDs sind in SD Qualität. Bei Blu-ray Discs sind Filme in der Regel in höherer Auflösung, meist Full HD.

Nur HD-fähige Fernseher gibt es kaum noch, der Standard bei neuen Fernsehern ist inzwischen 4K.

4K / UHD-I (Ultra High Definition)

Bildschirmauflösung mit 3840 × 2160 Bildpunkten bei einem 16:9 Format. Als Nachfolger der Full HD-Auflösung sind damit aktuell die meisten Geräte ausgestattet. Der Anteil von Medien in 4K Qualität, die für den vollen Nutzen notwendig sind, wächst aktuell am Markt. Eine reguläre Ausstrahlung von Fernsehsendungen findet aber noch nicht in 4K-Auflösung statt.

8K / UHD-II

Die Bildschirme, die 8K (UHD-II) anbieten (ca. 7680 × 4320 Pixel), sind noch recht teuer. Verfügbare Inhalte und Medien sind mit dieser Auflösung aktuell recht selten. Es dürfte noch lange dauern, bis Sendungen mit 8K-Auflösung regulär zu empfangen sind.

Apps

Auf dem Fernseher installierte Programme, die zusätzliche Funktionen ermöglichen. Damit können z.B. über das Internet Streamingdienste oder Videoplattformen für Video auf Abruf, Mediatheken genutzt werden.

Frau sitzt am Abend auf dem Sofa vor dem Fernseher

Auflösung

Die Auflösung beschreibt die Anzahl der Bildpunkte (Pixel) in der Höhe und Breite eines Bildes. Bei höherer Auflösung können also mehr Details dargestellt werden. Bei besonders großen TV-Geräten und geringerer Sitzentfernung zum Gerät macht sich eine hohe Auflösung stärker bemerkbar, als bei kleinen TVs aus größerer Distanz.

Bildschirmdiagonale

Die Größe des Bildschirms wird meist in Zoll angegeben und diagonal gemessen. Ein Zoll (Synonym von Inch) entspricht 2,54 cm. Bei TVs mit Rand und Standfuß sollte man für den Platzbedarf auch das mit einkalkulieren.

HbbTV

ARD und einige andere Sender bieten Zusatzinformationen und Interaktivität über das Internet auf dem Gerät an. Hierfür muss man die rote Taste der Fernbedienung drücken. Die ARD-Mediathek ist hiermit ebenfalls nutzbar. Die Funktionen finden sich insbesondere auf modernen Geräten.

HDMI

Standard für Anschlüsse und Kabel, der Bild und Ton in hoher Qualität übertragen kann. Wer mehrere Aufnahme- und Abspielgeräte, Konsolen und PCs anschließen möchte, benötigt meist einige HDMI Anschlüsse. Wer ältere Geräte anschließen möchte, die noch kein HDMI unterstützen, sollte hier an passende Anschlüsse am TV, passende Kabel und/oder Adapter denken.

HDR

HDR ist eine Technologie, mit der das Bild besser dargestellt werden soll. Kontraste im Bild, sowie die Bandbreite der Helligkeiten im Bild werden dabei verbessert. Das funktioniert aber nur richtig gut, wenn schon die Aufnahmen in HDR gemacht wurden, und die gesamte Verarbeitungsstrecke bis zur Ausstrahlung in HDR erfolgt. Manche Streaminganbieter, Blu-Ray Discs und TV-Sender unterstützen HDR.

LED-TV

Bei LED TVs handelt es sich um LCD-Fernseher, die im Inneren eine Hintergrundbeleuchtung mit LEDs aufweisen. Durch Herunterregeln der Hintergrundbeleuchtung kann man besonders tiefe Schwarztöne in dunklen Bildbereichen erzielen und für hohe Kontraste sorgen.

OLED

OLED-TVs arbeiten mit „organischen Polymeren“, welche unter Spannung selber Licht aussenden.  OLED steht für „organic light emitting diode“ oder „organische Leuchtdioden“. Sie leuchten von sich aus, benötigen somit keine Hintergrundbeleuchtung. Ihre Vorteile liegen in einem sehr breiten Farbspektrum und folglich in einer natürlichen Darstellung. Mit dieser Technik können sehr flache Bildschirme gebaut werden, da man keine zusätzliche Hintergrundbeleuchtung unterbringen muss.

Pixel

Kleinster Bestandteil (Bildpunkt) eines Bildes /Bildschirms.

QLED

(Quantum Dot)-Bildtechnologie mit Nanokristallen, also besonders kleinen LCDs, die für eine besonders große Bandbreite an sehr reinen und starken Farben sorgt. Bei gleicher Abwärme können solche Bildschirme heller leuchten. Dieser Vorteil hilft besonders, wenn man in sehr heller Umgebung fernsieht.

Seitenverhältnis / Format 16:9 und 4:3

Verhältnis von Breite zur Höhe. Bei Röhrenbildschirmen war 4:3 gängig, bei modernen Geräten 16:9. Bei gleicher Diagonale, aber anderem Seitenverhältnis, ist die Höhe und Breite des Fernsehers abweichend.

Manche Fernsehgeräte weisen ein Verhältnis von 21:9 auf, um für Kinofilme optimal zu sein.

Smart-TV

Fernseher mit einigen Funktionen eines Computers. Darauf lassen sich häufig Apps und weitere Zusatzfunktionen nutzen. Typischerweise bieten Smart-TVs auch eine Möglichkeit, mit dem heimischen Internet (per W-LAN oder LAN) verbunden zu werden.

Streaming

Daten, oftmals Videos oder Musik, werden beim Streaming gleichzeitig übertragen und genutzt. Die Daten werden nicht dauerhaft gespeichert.

Triple Tuner

Ein Triple Tuner erspart in vielen Fällen die Notwendigkeit eines separaten Receivers/Tuners, um Bildsignale nutzen zu können. Mit ihm kann man Antennensignale, Satellitensignale und Kabelsignale sinnvoll nutzen. Wer mehrere Satellitenschüsseln nutzen will oder besondere Anforderungen hat, sollte sich hier eingehender informieren.

USB (Micro, USB-A, Typ-C)

Über einen USB-Anschluss lassen sich z.B. USB-Sticks und externe Festplatten verbinden. Je nach Gerät kann man darauf Filme aufzeichnen oder vom Datenträger Diashows, Filme und Musik abspielen. Je nach USB-Standard ist die Form des Steckers / der Buchse und die Geschwindigkeit der Datenübertragung eine andere. Falls Geräte hier nicht direkt zueinander passen, kann man Adapter der beiden Typen nutzen.

WiFi / W-LAN (Wireless LAN)

Übersetzt: Drahtloses lokales Netzwerk. Mit W-LAN kann man verschiedene Geräte mit dem Internet verbinden, sofern man einen W-LAN- Router mit Internetzugang besitzt. Nutzt man stattdessen ein Kabel, handelt es sich um LAN. (Daher LAN-Kabel.) Die Verbindung des Fernsehers mit einem LAN-Kabel zum Router ist, wenn technisch möglich, zu bevorzugen, denn dann ist die Stabilität des permanenten Datensignals eindeutig besser.

Weiterführende Informationen

Medienglossar - die wichtigsten Begriffe zu Fernsehen, Computer und Co. (Verbraucherzentrale)

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Marktcheck SWR

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Andreas Reinhardt
Bild von Wirtschaftsredakteur Andreas Reinhardt
Redakteur/in
Stephan Gramsch