Eine Steuererklärung kostet oft Zeit und Nerven – aber nicht jeder muss sie zwingend machen. Laut Gesetz gibt es drei Fälle, bei denen eine Steuererklärung zwingend notwendig ist. Das gilt zum einen für Selbstständige: Wer freiberuflich arbeitet oder ein Gewerbe hat, muss immer eine Steuererklärung abgeben. Dann gilt es außerdem für Rentnerinnen und Rentner, sofern sie Einkünfte haben, die über dem Grundfreibetrag von knapp 11.800 Euro liegen.
Muss ich eine Steuererklärung für 2024 machen?
Der dritte Fall betrifft bestimmte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Wenn man nur von einem Arbeitgeber bezahlt wird und auch sonst keine anderen Einkünfte hat, muss man keine Steuererklärung machen. Sobald man aber Nebeneinkünfte hat oder Lohnersatzleistungen, wie Arbeitslosengeld oder Elterngeld, bekommen hat, ist eine Erklärung zwingend notwendig. Das gilt übrigens auch, wenn man sich bestimmte Freibeträge in die Lohnsteuerkarte hat eintragen lassen.
Warum sich eine Steuererklärung lohnen kann
Rund die Hälfte aller Arbeitnehmer in Deutschland gehören zu keiner der oben genannten Gruppen und müssen keine Steuererklärung machen. Trotzdem sollten sie es sich überlegen: Man bekommt fast immer Geld vom Finanzamt zurück. Denn es gibt viele Dinge, die steuerlich absetzbar sind und das läppert sich in der Summe. Das gilt vor allem für die Werbungskosten.
Frist endet bald: Viel Geld zurück dank der Werbungskosten
Wer zum Beispiel einen weiten Weg zur Arbeit hat oder sich fürs Homeoffice einen neuen Schreibtisch oder Stuhl kauft, kann dies unter den Werbungskosten angeben. Auch Fortbildungskosten, Fachliteratur oder Bildungsurlaub fallen unter Werbungskosten. Und auch Handwerkerrechnungen und Haushaltshilfen können teilweise abgesetzt. Die absetzbaren Kosten stehen übrigens in der Nebenkostenabrechnung oft ausgewiesen und kann einfach übernommen werden.
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Welche Steuer-App Testsieger bei Finanztip wurde und worauf Sie für Ihre Steuererklärung achten sollten, weiß Steuerexperte Jörg Leine.
Wie mache ich meine Steuererklärung für 2024 am besten?
Die Steuererklärung muss in elektronischer Form abgegeben werden, das entsprechende Programm heißt Elster. Leider ist Elster sehr kompliziert in der Nutzung. Wer damit Probleme hat, kann zum Beispiele eine Steuersoftware ("Wiso", "SteuerSparErklärung") oder App ("Taxfix", "Check24 Steuer") zur Hilfe nehmen. Manche davon sind kostenlos, andere kosten bis zu 50 Euro pro Jahr.
Allerdings sind sie eher für unkomplizierte Fälle gemacht. Wer Mieteinnahmen hat oder eine Photovoltaik-Anlage besitzt, sollte sich lieber eine spezielle Software für diese Fälle suchen oder sich Hilfe bei einem Steuerberater oder einer Steuerberaterin holen.