Lebensmittel einzufrieren und sich einen Vorrat anzulegen, erlebt derzeit ein echtes Comeback. Kein Wunder: Richtig eingefroren bleiben Nährstoffe besser erhalten als beim Einkochen, und Krisensituationen haben gezeigt, wie wichtig ein durchdachter Vorrat im Haushalt sein kann.
Abtauen leicht gemacht – Schritt für Schritt
Die kalten Wintermonate eignen sich ideal zum Abtauen, da die Lebensmittel problemlos draußen zwischengelagert werden können.
So gehen Sie vor:
1. Alle Lebensmittel in einen Wäschekorb legen und in die kalte, schattige Winterluft stellen. Empfindliche Produkte wie Fleisch oder Eis kommen in eine Kühlbox mit Kühlakkus. Undefinierbare oder sehr alte Lebensmittel besser direkt entsorgen oder auftauen, prüfen und zeitnah verbrauchen.
2. Tiefkühltruhe ausmachen. Einen Eimer mit heißem Wasser in die Truhe stellen, Deckel oder Tür schließen und etwa 30 Minuten warten. Bei Bedarf wiederholen.
2. Gelöste Eisplatten und Schmutz entfernen. Truhe oder Schrank mit einer milden Allzweckreinigerlösung auswischen und gründlich trocknen. Gummidichtungen nicht vergessen. Körbe und Schubladen separat reinigen.
3. Gerät neu und strukturiert einräumen.
Wie lange sind eingefrorene Lebensmittel haltbar?
Auch Tiefkühlware ist nicht unbegrenzt haltbar. Als grobe Richtwerte gelten:
- Gemüse & Obst: ca. 8–12 Monate
- Geflügel: 7–12 Monate
- Fisch: 4–6 Monate
- Mageres Fleisch: 6–12 Monate
- Fettes Fleisch: 4–6 Monate
Die Faustregel lautet: Je fetter ein Lebensmittel, desto kürzer die Haltbarkeit. Bei -18 °C vermehren sich zwar keine Bakterien, doch Qualität, Geschmack und Geruch können mit der Zeit leiden. Daher immer auf Aussehen, Geruch und Geschmack achten.
Ordnung im Gefrierschrank: Einräumen mit System
Ein gutes Ordnungssystem spart Zeit, Nerven und verhindert
1. Lebensmittelverschwendung. Lebensmittel nach Gruppen sortieren, z. B. Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Geflügel, Kartoffelprodukte, Eis, Wurst/Käse. Jede Gruppe erhält einen eigenen Korb oder eine Schublade.
2. Eis und selten genutzte Lebensmittel unten oder hinten lagern. Lieblingslebensmittel griffbereit vorne oder oben platzieren.
3. Produkte mit bald erreichter Haltbarkeit in einem Extra-Korb sammeln.
4. Alles konsequent beschriften: Inhalt, Menge, Einfrierdatum
5. Eine Inhaltsübersicht führen, zum Beispiel ein Whiteboard oder beschreibbare Folie an der Truhe, ein Notizbuch oder eine Vorrats-App
Gefriertruhe richtig nutzen: Martinas Tipps
Unübersichtlichkeit entsteht meist, wenn die Truhe zu voll ist und neue Einkäufe einfach obendrauf gelegt werden. Abhilfe schaffen diese Maßnahmen:
- Eckige, unterschiedlich große, gefriergeeignete Behälter verwenden (auf das Eiskristall-Symbol achten)
- Unnötige Verpackungen entfernen und Lebensmittel – z. B. Pizza – in Tiefkühlbeutel umpacken.
- Lebensmittel in Tiefkühlbeuteln einfrieren und möglichst wenig Luft im Beutel lassen. Ein Vakuumiergerät spart zusätzlich Platz und verlängert die Haltbarkeit.
Ordnung in der Gefriertruhe spart Strom
Tiefkühltruhen und -schränke sollten ein- bis zweimal jährlich abgetaut werden. Denn eine dicke Eisschicht wirkt wie eine Isolierung und kann den Stromverbrauch um 10 bis 50 Prozent erhöhen. Regelmäßiges Abtauen spart also bares Geld. Ein weiterer wichtiger Punkt: Eine gut gefüllte Truhe verbraucht weniger Strom als eine leere. Der Grund ist einfach: kalte Lebensmittel speichern die Kälte besser, während Luft sich schneller erwärmt und häufiger nachgekühlt werden muss.
Im Studio: Martina Schäfer, Hauswirtschaftliche Fachberaterin
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