Klimafreundlichere Weihnachten

Geschenke einpacken: So geht es nachhaltig!

Zu Weihnachten füllen sich jedes Jahr die Mülltonnen mit Geschenkpapier, Tüten, Schleifen, Folie. Vieles davon ist gar nicht recycelbar. Wir zeigen Ihnen nachhaltige Alternativen.

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Stand

Von Autor/in Diana Stier

In jeder Rolle Papier steckt eine Menge Energie, Wasser und CO₂: Studien zeigen, dass bei der Produktion von einem Kilo Papier im Schnitt rund 0,9–1,3 Kilo CO₂ freigesetzt werden, je nach Papiersorte auch mehr.

Wenn wir für Verpackungen statt Recyclingpapier frische Fasern nutzen, steigen Energie- und Wasserverbrauch weiter an. Recyceltes Papier spart dagegen bis zu 70 % Energie und rund 80 % Wasser im Vergleich zu Frischfaserpapier und schont zusätzlich Wälder. 

Die gute Nachricht: Schon bei der Geschenkverpackung können wir unseren Klima-Fußabdruck spürbar senken, ohne auf schöne Pakete verzichten zu müssen.

Warum Geschenkverpackungen fürs Klima relevant sind

  • Hoher Ressourcenverbrauch: Für Papier braucht es Holz, Wasser und Energie. Die Papierindustrie gehört weltweit zu den ressourcenintensiven Branchen. 
  • Einweg statt Mehrweg: Klassisches Geschenkpapier wird oft nur ein Mal genutzt und dann verbrannt oder deponiert. Ein großer Teil der Weihnachtsabfälle in Europa besteht aus Verpackungen. 
  • Recyclingprobleme: Beschichtungen, Glitter und Kunststoff machen aus Papier schnell ein Problemfall im Recycling, ganze Altpapierchargen können dadurch unbrauchbar werden.

Je weniger neues Papier wir verbrauchen und je besser es recycelt werden kann, desto kleiner ist unser Klima-Fußabdruck rund ums Schenken.

Klimafreundlich verpacken: die besten Alternativen

Mehrweg statt Einweg

Jede Verpackung, die mehrfach genutzt wird, spart Ressourcen:

  • Stofftücher (Furoshiki-Style): Alte Tücher, Schals oder Stoffservietten werden zur Geschenkverpackung und danach weiterverwendet.
  • Geschenktüten: Stabile Tüten lassen sich viele Jahre im Familien- oder Freundeskreis im Kreis geben.
  • Gläser & Konservendosen: Ideal für Selbstgemachtes, Gutscheine oder kleine Überraschungen. Das Glas bleibt im Haushalt.

Mehrweg spart nicht nur Papier, sondern auch die CO₂-Emissionen, die bei Produktion und Transport von neuem Geschenkpapier anfallen.

Geschenk inn Tüchern verpackt
Adobe Stock

Upcycling statt Neukauf

Alles, was schon da ist, muss nicht neu produziert werden:

  • Packpapier aus Paketen: Das Füllmaterial aus Online-Bestellungen lässt sich wunderbar als schlichtes Geschenkpapier nutzen. 
  • Zeitung & Magazine: Seiten mit schönen Fotos oder Illustrationen ergeben originelle Verpackungen.
  • Altes Geschenkpapier retten: Zerknittertes Papier kann man vorsichtig ohne Dampf bügeln und nochmals nutzen (nicht bei Glitzer/Folie). Auch kleine Reste eignen sich für Band-Manschetten, Banderolen oder Anhänger.

Jede Wiederverwendung verlängert die Lebensdauer des Papiers und reduziert den Bedarf an Neuware.

Geschenk wird verpackt
Adobe Stock

Wenn Geschenkpapier - dann klimabewusst

Manchmal soll es klassisches Geschenkpapier sein. Dann lohnt sich ein genauer Blick:

  • Recyclingpapier mit Umweltsiegel wählen: In Deutschland kennzeichnet der Blaue Engel besonders umweltfreundliches Geschenkpapier aus 100 % Recyclingfasern. Es spart bis zu 70 % Energie und 80 % Wasser gegenüber Frischfaserpapier und schützt Wälder. 
  • Auf Glitzer, Folie & Kunststoff verzichten: Glitzer besteht meist aus Mikroplastik. Gelangt es ins Altpapier, verschlechtert es die Qualität des recycelten Papiers, im schlimmsten Fall wird die ganze Charge aussortiert und landet in der Verbrennung oder auf der Deponie.
  • Einfache, matte Papiere bevorzugen: Unbeschichtetes, nicht zu dickes Papier ohne Metallic-Effekte lässt sich in der Regel deutlich besser recyceln. Viele Kommunen und Umweltorganisationen empfehlen genau diese Sorten. 

Wer auf Recyclingpapier mit Umweltzeichen setzt, senkt den CO₂-Fußabdruck der Verpackung deutlich, ohne auf schöne Farben oder Muster verzichten zu müssen. 

Richtig entsorgen: so bleibt Papier im Kreislauf

Damit Altpapier wirklich recycelt werden kann, kommt es auch auf die Entsorgung an:

  • Reines Papier ins Altpapier: Dünnes, unbeschichtetes Geschenkpapier ohne Glitzer, Folie oder Kunststoffanteile darf in den meisten Kommunen ins Altpapier. Ein hilfreicher Test ist der „Einreiß- oder Knittertest“: Lässt es sich leicht reißen und bleibt beim Zerknüllen zusammen, ist es oft recycelbar.
  • Beschichtetes Papier in den Restmüll: Stark glänzende, metallische, folierte oder glitzernde Papiere sowie viele Laminate gehören in den Restmüll, weil sie das Recycling stören. 
  • Bänder & Deko trennen: Plastikbänder, Kunststoffe und Klebebandreste entfernen, bevor das Papier ins Altpapier kommt. Papierbänder können – je nach Kommune – oft mit ins Altpapier, weil sie aus dem gleichen Material bestehen.
Zerknülltes Geschenkpapier unterm Weihnachtsbaum
IMAGO/Bernd Leitner

Wer unsicher ist, sollte einen Blick in die lokalen Entsorgungshinweise der eigenen Stadt werfen – dort ist genau geregelt, was wohin gehört.

Kleine Entscheidungen, großer Effekt

Ob Mehrweg-Verpackung, Recyclingpapier oder das schlichte Zeitungspaket mit Naturdeko: Jede Entscheidung weg von Einweg-Glitzerpapier hin zu klimafreundlicheren Alternativen senkt den Ressourcenverbrauch. Wenn viele Menschen rund um Weihnachten auf recycelte oder wiederverwendete Materialien umsteigen, summiert sich das zu einer echten Entlastung für Klima und Umwelt. 

Fazit für den Alltag:

  • Erst schauen, was schon da ist.
  • Wenn neu, dann Recyclingpapier mit Umweltzeichen.
  • Glitzer & Folie so gut es geht vermeiden.
  • Richtig trennen und entsorgen.

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Autor/in
Diana Stier
Diana Stier