Es gibt viele Argumente, die für das Leitungswasser sprechen. Bestimmte Personengruppen sollten aber darüber nachdenken, einen Teil ihres Wasserbedarfs über Mineralwasser zu stillen. Hier die Argumente:
Leitungswasser - gut fürs Klima
Wer zum Wasserhahn greift, trifft die nachhaltigere Wahl. Studien zeigen, dass Mineralwasser durch Abfüllung, Verpackung und Transport im Vergleich zu Leitungswasser ein Vielfaches an Treibhausgasen verursacht - je nach Transportweg und Art der Flasche übertrifft der Wert des Mineralwassers den des Trinkwassers um das 50-fache bis hin zum 550-fachen.
Auf die Flasche kommt es an
Mehrwegflaschen mit Wasser aus regionalen Quellen schneiden dabei noch am besten ab. Einwegflaschen verursachen höhere Emissionen, weil sie nach jedem Gebrauch entsorgt werden und nur etwa ein Viertel des Materials recycelt wieder in einer neuen Flasche landet. Glasflaschen verursachen aufgrund ihres Gewichts mehr Klimagase beim Transport als Mehrweg-PET-Flaschen und haben deshalb meist eine schlechtere Klimabilanz.
Leitungswasser: Gut für den Geldbeutel
Leitungswasser kostet durchschnittlich weniger als einen halben Cent pro Liter, während das günstige Wasser in der Liter-Einwegflasche etwa 20 Cent kostet und Markenwasser bei etwa 50 Cent pro Liter beginnt. Bei einem täglichen Konsum von 1,5 Litern zahlen wir Verbraucher also etwa 270 Euro pro Jahr für Markenwasser, etwa 110,- Euro für Wasser in Einweg-Plastikflaschen und rund 2,20 Euro für Wasser aus der Leitung.
Ist Leitungswasser sicher?
In Deutschland gehört Leitungswasser zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln. Wasserversorger prüfen regelmäßig die Qualität und sorgen dafür, dass Grenzwerte eingehalten werden. So wird beispielsweise das Wasser in Mittelbaden, wo es vor einigen Jahren einen Umweltskandal gab, bei dem schädliche Ewigkeitschemikalien (sogenannte PFAS) in großer Menge ins Grundwasser eingedrungen sind, so gemischt, dass es keine höhere Belastung aufweist als Wasser in anderen Regionen. Von Stoffen, die nicht ins Wasser gehören, ist auch Mineralwasser nicht gänzlich frei. Aktuell gilt aber: Wasser – ob aus dem Hahn oder aus der Flasche – ist ein sicherer Durstlöscher.
Mineralwasser: Wann es dennoch sinnvoll sein kann
Mineralwasser kann in bestimmten Fällen eine Ergänzung sein, etwa um die Aufnahme von Calcium oder Magnesium zu erhöhen. Für die meisten Menschen ist eine ausreichende Mineralstoffversorgung zwar über eine ausgewogene Ernährung problemlos möglich. Schwangere, Ältere und Menschen, die sich ohne Milchprodukte ernähren, können aber über Mineralwasser einen Teil ihres Calcium-Bedarfs decken. Um das zu erreichen, ist es wichtig, zu einem Calcium-reichen Wasser zu greifen, das mindestens 150 mg/Liter mitbringt – und diese Wasser sind oft teurer als der Durchschnitt. Bevor Sie sich hierfür entscheiden, können Sie bei Ihrem lokalen Wasserversorger nachsehen, wie viel Calcium das Wasser aus der Leitung enthält. Das schwankt nämlich durchaus von Region zu Region.
Im Studio: Sabine Schütze, SWR Redaktion Umwelt und Ernährung