1. Rentenkonto klären
2. Erwartende Rente ausrechnen lassen
3. Eigene finanzielle Situation bedenken
4. Arbeitgeber informieren
5. Rente beantragen
6. Rentenbescheid abwarten und kontrollieren, bei Bedarf Einspruch erheben
7. Rente genießen
1. Rentenkonto klären
Das Rentenkonto mit ordentlich Vorlauf klären. Dazu bei der Rentenversicherung eine Mitteilung zum Versicherungsverlauf beantragen. Dann weiß man, welche Zeiten und Beiträge der Rentenversicherung bekannt sind. Dazu zählen Zeiten, in denen man sozialversicherungspflichtig gearbeitet hat, aber auch freiwillige Rentenzahlungen, Ausbildungszeiten und Kindererziehungszeiten. Wenn es Lücken gibt, können die geklärt, Nachweise besorgt und die Beitragsjahre nachgetragen werden. Nur wenn das klar ist, bekommt man die Rente, die man sich erarbeitet hat. Dafür gibt es den passenden Antrag - auch online, das ist einfach zu googeln und bei Fragen hilft die Rentenversicherung.
2. Zu erwartende Rente ausrechnen lassen
Sie sollten sich die Rente ausrechnen lassen, die Sie erwartet. Dies erfolgt auf Grundlage der Kontenklärung. Schon während des Erwerbslebens erhält man regelmäßig eine Rentenauskunft von der Rentenversicherung, in der jährlich mitgeteilt wird, welche Rente einen erwartet, wenn man wie in den letzten fünf Jahren im Schnitt verdient und bis zu seinem regulären Rentenalter weiterarbeitet. Da aber das Einkommen sich eventuell verändert hat oder man plant, früher in Rente zu gehen, können das immer nur ungefähre Hochrechnungen sein. Genauer lässt sich die Rente mit Hilfe eines Onlinerechners der Deutschen Rentenversicherung oder einer individuellen Beratung ermitteln. Für eine korrekte Vorausberechnung müssen allerdings die Versicherungszeiten vollständig geklärt sein. In einer Beratung können auch mögliche Abschläge bei einem früheren Rentenbeginn berechnet werden. Außerdem kann man sich darüber informieren, wie diese beispielsweise mit Sonderzahlungen ausgeglichen werden können.
3. Eigene finanzielle Situation bedenken
Der nächste Schritt ist, die eigene finanzielle Situation zu klären: Wie hoch ist die gesetzliche Altersrente, wie hoch sind Zusatzrenten wie z. B. Riesterrenten oder Betriebsrenten, private Altersvorsorge, Lebensversicherungen etc. Es geht also um die Frage, wie meine gesamte finanzielle Situation aussieht - nicht nur in Bezug auf die Altersrente, die ich von der Rentenversicherung erhalte. Dann sollte ausgerechnet werden, welche Kosten man im Ruhestand hat - und wie das mit den Einnahmen zusammenpasst. Auch im Alter sollte man eine Sicherheitsreserve nicht außer Acht lassen, denn Pflege kann richtig teuer sein und wird nicht immer durch die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung gedeckt. Wenn die Altersrente gerade so die Kosten deckt, kann es schnell eng werden. Hier gilt je früher, desto besser. Mit diesem Thema kann man sich auch schon nach meinem Eintritt ins Berufsleben auseinandersetzen.
4. Arbeitgeber informieren
Hier geht es z.B. um Kündigungsfristen oder Möglichkeiten, in der Rente bei seinem Arbeitgeber weiterzuarbeiten. Will ich komplett aufhören, oder bin ich an einer Altersteilzeit interessiert? Das hat auch steuerliche Auswirkungen, und sollte konkret mit dem Arbeitgeber abstimmt werden. Eventuell sollten Sie sich auch steuerlich beraten lassen.
5. Rente beantragen
Jetzt kommt ein ganz wichtiger Schritt: Nämlich die Rente zu beantragen, denn automatisch kommt diese nicht. Es gibt Fristen, die beachtet werden müssen, wenn alles übergangslos verlaufen soll. Die gesetzliche Rente sollte drei Monate vor dem gewünschten Rentenbeginn beantragen werden, damit diese auch pünktlich ausgezahlt wird. Beantragen kann ich meine Rente schriftlich mittels Antragsvordruck, bequem und ohne Registrierung über die Online Dienste der Webseite der Deutschen Rentenversicherung oder ich hole mir Unterstützung und stelle meinen Antrag zusammen mit einem ehrenamtlichen Versichertenberater bzw. Versichertenältesten, der Gemeinde oder der Deutschen Rentenversicherung. Wer Unterstützung für den Rentenantrag braucht, sollte daran denken, dass man eventuell eine Weile auf einen Termin warten muss. Also nicht erst drei Monate vor Rentenbeginn tätig werden. Vergessen sollten Sie auch nicht die übrige private oder betriebliche Vorsorge. Möglicherweise müssen Sie auch hier tätig werden und einen Antrag stellen. Hierzu wenden Sie sich am besten direkt an die jeweiligen Anbieter.
6. Rentenbescheid abwarten und kontrollieren, bei Bedarf Einspruch erheben
Jetzt heißt es abwarten. Warten auf den Rentenbescheid, und gegebenenfalls nachfragen. Mit dem Rentenbescheid wird einem die konkret Altersrente mitgeteilt. Diesen Rentenbescheid sollte Sie natürlich kontrollieren. Essenziell ist bei der Berechnung der Altersrente wieder, ob alle Versicherungszeiten vollständig und richtig erfasst sind. Bei Unstimmigkeiten können Sie binnen einer Frist von 4 Wochen Widerspruch gegen den Bescheid einlegen.
7. Rente genießen
Jetzt können Sie die erste Rentenzahlung zum Ende des Monats erwarten und den Ruhestand genießen!
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Im Studio: Laura Feldmann, Deutsche Rentenversicherung