Wer Waschmittel korrekt dosiert, niedrigere Temperaturen nutzt und Spezialreiniger kritisch hinterfragt, kann Kosten sparen, ohne Abstriche bei der Hygiene.
Richtig waschen: Weniger Waschmittel, mehr Effekt
Wenige Waschmittel reichen aus Für die meisten Haushalte genügt eine kleine Grundausstattung:
- Colorwaschmittel (für Buntes und Dunkles)
- Vollwaschmittel als Pulver (für Weißwäsche, Hygiene, Maschinenpflege)
- Wollwaschmittel (für Wolle und Seide)
Spezialwaschmittel wie "für Schwarz", "für Sport" oder Hygienespüler sind nur in Ausnahmefällen sinnvoll, etwa bei stark riechender Sportkleidung oder speziellen hygienischen Anforderungen.
Waschmittel richtig dosieren
Zu viel Waschmittel ist der häufigste Fehler beim Waschen.
Die Dosierung hängt ab von:
- Verschmutzungsgrad der Wäsche
- Wasserhärte (steht auf der Wasserrechnung oder beim Wasserwerk)
- Beladungsmenge der Maschine
Faustregel: Bei halber Beladung reichen etwa zwei Drittel der angegebenen Waschmittelmenge.
Zu hohe Dosierungen führen zu:
- höheren Kosten
- Rückständen in der Wäsche
- schnellerem Verschleiß der Waschmaschine
Waschtemperatur: Kälter ist oft genug
Moderne Waschmittel reinigen heute bereits bei 20 bis 40 Grad zuverlässig.
Wann reichen niedrige Temperaturen?
- T-Shirts, Hemden, Blusen
- leichte Sportkleidung
- Alltagswäsche ohne starke Verschmutzung
Wann braucht es höhere Temperaturen?
- Handtücher und Bettwäsche
- stark verschmutzte Wäsche
- etwa einmal im Monat 60 Grad mit Vollwaschmittelpulver zur Maschinenpflege
Energiespar-Tipp: Wer statt 60 Grad mit 30 Grad wäscht, kann die Stromkosten pro Waschgang um rund zwei Drittel senken.
Programme clever wählen
- Eco-Programme sparen Energie, auch wenn sie länger laufen
- Kurzprogramme sind meist keine Sparprogramme, da sie mehr Wasser und Energie verbrauchen
Wichtig ist das Zusammenspiel aus Zeit, Temperatur, Waschmittel und Bewegung
Weniger Putzmittel bei gleicher Sauberkeit
Auch im Haushalt gilt: Die Produktflut ist unnötig. Für einen normalen Haushalt reichen wenige Mittel völlig aus.
Diese vier Putzmittel genügen:
- Allzweckreiniger für fast alle Oberflächen
- Scheuermittel für hartnäckige Verschmutzungen
- Säure (z. B. Zitronensäure) gegen Kalk
- Spülmittel vielseitig einsetzbar
Viele Spezialreiniger lassen sich damit ersetzen.
Natron und Soda: sinnvoll, aber gezielt
Natron: mild, gut für Gerüche und leichte Verschmutzungen
Soda: stärker fettlösend, aber reizend und ist deshalb mit Vorsicht zu verwenden
Wichtig: Nie Soda mit Säuren mischen und klar kennzeichnen.
Braucht man Desinfektionsmittel?
In gesunden Haushalten nein. Normale Reinigung mit Allzweckreiniger oder Spülmittel entfernt bereits über 90 % der Keime. Ausnahmen gelten nur bei ärztlich empfohlenen Hygienemaßnahmen.
Fazit: Sparen beginnt mit Wissen
Wer:
- Waschmittel richtig dosiert
- niedrigere Temperaturen nutzt
- auf unnötige Spezialprodukte verzichtet
spart übers Jahr Geld, Energie und Ressourcen und schont gleichzeitig Textilien, Geräte und Umwelt.
Sauberkeit braucht keine Chemieflut, sondern gute Entscheidungen.
Im Studio: Bärbel Neher, Hauswirtschaftliche Fachberaterin