Gut zu wissen

Was mein Smartphone über mich weiß – und wo ich es nachschauen kann

Unser Smartphone begleitet uns den ganzen Tag. Dabei sammelt es nebenbei jede Menge Daten. Wir zeigen: Was weiß mein Handy eigentlich über mich – und wo kann ich das nachschauen?

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Stand

Von Autor/in Marco Zaremba

Mein Standort: Das Handy weiß, wo ich war

Viele Smartphones speichern, wenn erlaubt, den Standortverlauf. Das bedeutet: Ihr Handy kann nachvollziehen, wo Sie waren, wann und wie lange.

Typische Beispiele dafür sind: Das Handy erkennt den täglichen Weg zur Arbeit, den Lieblings-Supermarkt um die Ecke und die letzten Urlaubsorte.

Wo finde ich das?

  • iPhone: Einstellungen → Datenschutz → Ortungsdienste → „Wichtige Orte“
  • Android: Google Maps → Profil → „Zeitachse“

Das Handy speichert diese Informationen auch zur schnelleren Navigation, für Verkehrswarnungen und Erinnerungen wie „Jetzt losgehen“. Diese Funktionen entfallen, wenn man diese Standortdienste deaktiviert.

Handy Standort

Fotos enthalten mehr Infos, als man denkt

Ein Foto ist nicht nur ein reines Bild. Es enthält oft zusätzliche Daten, sogenannte Metadaten. Gespeichert werden in der Regel zum Beispiel: Datum und Uhrzeit, der Aufnahmeort und auch Kamera-Informationen. Man kann dadurch in der Regel jetzt noch nachvollziehen, wo und mit welcher Kamera man Fotos vor etlichen Jahren geschossen hat.

Das Smartphone erstellt damit unter anderem automatisch Alben wie „Sommerurlaub“, „Am Strand“ oder „Geburtstag“.

Die Informationen kann man aber auch eigenständig abrufen: Einfach ein Foto öffnen und nach oben wischen (iPhone) oder auf „Details“ tippen (Android).

Suchverlauf: mein digitales Gedächtnis

Alles, was wir suchen oder im Internet besuchen, wird oft gespeichert. Das gilt besonders für:

  • Google-Suchen
  • besuchte Webseiten
  • angeklickte Inhalte

Aber auch diese Daten kann ich nachvollziehen:

  • Google-Konto → „Meine Aktivitäten“
  • Oder im Browser-Verlauf (Safari, Chrome)

Sprachassistenten: Was wird hier gespeichert?

Sprachassistenten wie Siri, Alexa oder Google Assistant reagieren auf Befehle wie „Hey Siri“ oder „Ok Google“. Was viele nicht wissen: Nicht alle, aber zumindest manche dieser Sprachbefehle, werden gespeichert.

Das dient dazu, die Spracherkennung zu verbessern und Befehle zukünftig vermeintlich besser zu verstehen.

Sie können in den Einstellungen der jeweiligen Dienste Ihre Daten einsehen, Aufnahmen anhören, einzelne Einträge löschen und sogar die Speicherung deaktivieren.

Gut zu wissen:

Das Handy hört nicht dauerhaft mit (das ist nach Datenschutzgrundverordnung verboten!), es hört nur auf das Aktivierungswort und danach mit.

Frau spricht in ihr Handy mit einem Sprachassistenten

App-Nutzung: mein Alltag in Zahlen

Das Smartphone weiß außerdem ziemlich genau, welche Apps Sie nutzen, wie lange und wie oft. Das kann spannend sein, um seine eigene Nutzung besser zu analysieren und das Nutzungsverhalten zu verbessern.

  • iPhone: Einstellungen —> „Bildschirmzeit“
  • Android: „Digital Wellbeing“ / „Digitales Wohlbefinden“

Werbung: Warum passt die Anzeige so gut?

Viele kennen das Gefühl: Man spricht über etwas und plötzlich sieht man Werbung dazu. Das liegt meist an einem Interessenprofil, das aus verschiedenen Daten entsteht:

  • Suchanfragen
  • besuchte Webseiten
  • Standort
  • App-Nutzung

Wenn man Google mit einem angemeldeten Benutzer verwendet, kann man dieses persönliche Profil sogar einsehen: im Google-Konto unter „Personalisierte Werbung“. Das wirkt oft „magisch“, ist aber meist durch vorheriges Nutzerverhalten gut erklärbar. Auch andere Dienste, wie zum Beispiel Instagram, zeigen dem Nutzer das persönliche Werbeprofil an.

Kontrolle behalten: Das kann ich selbst einstellen

Die gute Nachricht: Fast alles, was gespeichert wird, kann man auch einsehen, ändern oder abstellen.

Ein paar einfache Schritte:

  • Standortverlauf prüfen oder deaktivieren
  • Suchverlauf löschen
  • App-Berechtigungen checken
  • personalisierte Werbung anpassen

Mein Smartphone ist mein digitales Tagebuch

Das Smartphone sammelt viele Daten. Meist macht es das aber nicht heimlich, sondern nachvollziehbar. Entscheidend für uns Nutzer ist, dass wir uns bewusst machen, was gespeichert wird und ebenso bewusst entscheiden, was man von den Diensten nutzen möchte, die auf den gesammelten Daten basieren. Am Ende gilt: Nicht das Smartphone entscheidet, sondern wir als Nutzer.

Smartphone aufräumen: So bekommen Sie wieder mehr Speicher und Tempo

Das Handy wird langsamer, Fotos lassen sich nicht mehr speichern und ständig erscheint die Meldung "Speicher voll"? Das liegt oft daran, dass sich über die Zeit viele Daten ansammeln. Mit ein paar einfachen Schritten können Sie Ihr Smartphone aufräumen.

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