Mein Standort: Das Handy weiß, wo ich war
Viele Smartphones speichern, wenn erlaubt, den Standortverlauf. Das bedeutet: Ihr Handy kann nachvollziehen, wo Sie waren, wann und wie lange.
Typische Beispiele dafür sind: Das Handy erkennt den täglichen Weg zur Arbeit, den Lieblings-Supermarkt um die Ecke und die letzten Urlaubsorte.
Wo finde ich das?
- iPhone: Einstellungen → Datenschutz → Ortungsdienste → „Wichtige Orte“
- Android: Google Maps → Profil → „Zeitachse“
Das Handy speichert diese Informationen auch zur schnelleren Navigation, für Verkehrswarnungen und Erinnerungen wie „Jetzt losgehen“. Diese Funktionen entfallen, wenn man diese Standortdienste deaktiviert.
Fotos enthalten mehr Infos, als man denkt
Ein Foto ist nicht nur ein reines Bild. Es enthält oft zusätzliche Daten, sogenannte Metadaten. Gespeichert werden in der Regel zum Beispiel: Datum und Uhrzeit, der Aufnahmeort und auch Kamera-Informationen. Man kann dadurch in der Regel jetzt noch nachvollziehen, wo und mit welcher Kamera man Fotos vor etlichen Jahren geschossen hat.
Das Smartphone erstellt damit unter anderem automatisch Alben wie „Sommerurlaub“, „Am Strand“ oder „Geburtstag“.
Die Informationen kann man aber auch eigenständig abrufen: Einfach ein Foto öffnen und nach oben wischen (iPhone) oder auf „Details“ tippen (Android).
Suchverlauf: mein digitales Gedächtnis
Alles, was wir suchen oder im Internet besuchen, wird oft gespeichert. Das gilt besonders für:
- Google-Suchen
- besuchte Webseiten
- angeklickte Inhalte
Aber auch diese Daten kann ich nachvollziehen:
- Google-Konto → „Meine Aktivitäten“
- Oder im Browser-Verlauf (Safari, Chrome)
Sprachassistenten: Was wird hier gespeichert?
Sprachassistenten wie Siri, Alexa oder Google Assistant reagieren auf Befehle wie „Hey Siri“ oder „Ok Google“. Was viele nicht wissen: Nicht alle, aber zumindest manche dieser Sprachbefehle, werden gespeichert.
Das dient dazu, die Spracherkennung zu verbessern und Befehle zukünftig vermeintlich besser zu verstehen.
Sie können in den Einstellungen der jeweiligen Dienste Ihre Daten einsehen, Aufnahmen anhören, einzelne Einträge löschen und sogar die Speicherung deaktivieren.
Gut zu wissen:
Das Handy hört nicht dauerhaft mit (das ist nach Datenschutzgrundverordnung verboten!), es hört nur auf das Aktivierungswort und danach mit.
App-Nutzung: mein Alltag in Zahlen
Das Smartphone weiß außerdem ziemlich genau, welche Apps Sie nutzen, wie lange und wie oft. Das kann spannend sein, um seine eigene Nutzung besser zu analysieren und das Nutzungsverhalten zu verbessern.
- iPhone: Einstellungen —> „Bildschirmzeit“
- Android: „Digital Wellbeing“ / „Digitales Wohlbefinden“
Werbung: Warum passt die Anzeige so gut?
Viele kennen das Gefühl: Man spricht über etwas und plötzlich sieht man Werbung dazu. Das liegt meist an einem Interessenprofil, das aus verschiedenen Daten entsteht:
- Suchanfragen
- besuchte Webseiten
- Standort
- App-Nutzung
Wenn man Google mit einem angemeldeten Benutzer verwendet, kann man dieses persönliche Profil sogar einsehen: im Google-Konto unter „Personalisierte Werbung“. Das wirkt oft „magisch“, ist aber meist durch vorheriges Nutzerverhalten gut erklärbar. Auch andere Dienste, wie zum Beispiel Instagram, zeigen dem Nutzer das persönliche Werbeprofil an.
Gut zu wissen: Die Verbraucherzentralen haben eine Schritt-für-Schritt Anleitung für Android und iOS erstellt, wie man App- und Werbe-Tracking im eigenen Smartphone reduzieren und deaktivieren kann:
Kontrolle behalten: Das kann ich selbst einstellen
Die gute Nachricht: Fast alles, was gespeichert wird, kann man auch einsehen, ändern oder abstellen.
Ein paar einfache Schritte:
- Standortverlauf prüfen oder deaktivieren
- Suchverlauf löschen
- App-Berechtigungen checken
- personalisierte Werbung anpassen
Mein Smartphone ist mein digitales Tagebuch
Das Smartphone sammelt viele Daten. Meist macht es das aber nicht heimlich, sondern nachvollziehbar. Entscheidend für uns Nutzer ist, dass wir uns bewusst machen, was gespeichert wird und ebenso bewusst entscheiden, was man von den Diensten nutzen möchte, die auf den gesammelten Daten basieren. Am Ende gilt: Nicht das Smartphone entscheidet, sondern wir als Nutzer.
Im Studio: Marco Zaremba, SWR-Multimediaredakteur
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