Warum Dachbegrünung jetzt schon planen?
Die Vorteile begrünter Dächer
Was muss das Dach können?
So gelingt die Dachbegrünung mit Pflanzen Schritt für Schritt
Welche Pflanzen eignen sich für die Dachbegrünung?
Kosten
Pflegeaufwand
Fazit: Jetzt starten und im Sommer profitieren
Warum Dachbegrünung jetzt schon planen?
Der Sommer mag vorbei sein, doch der nächste kommt ganz sicher und mit ihm die Hitze. Dachbegrünung kann helfen, das Kleinklima zu verbessern. Außerdem: Wer schaut nicht lieber auf ein grünes Dach mit Pflanzen, als auf grauen Kies oder schwarze Bitumenflächen? SWR4 Gartenexperte Volker Kugel empfiehlt, schon jetzt mit der Planung zu beginnen. Denn gerade auf kleineren Dächern können Hobbyhandwerker selbst aktiv werden. Für größere Dächer sollte man lieber Fachleute hinzuziehen.
Die Vorteile begrünter Dächer
Grüne Dächer bieten zahlreiche Vorteile:
- Klimaverbesserung: Pflanzen verdunsten Wasser, was die Umgebung kühlt.
- Regenwassermanagement: Begrünungen speichern Wasser und entlasten die Kanalisation.
- Feinstaubfilter: Pflanzen filtern Schadstoffe aus der Luft.
- Ästhetik: Ein grünes Dach sieht einfach schöner aus.
Besonders geeignet sind Dächer von freistehenden Garagen, Carports oder Schuppen. Doch bevor Sie loslegen, gibt es einiges zu beachten.
Was muss das Dach können?
Das wichtigste Kriterium ist die Tragfähigkeit des Dachs. Die sogenannte Dachlast gibt an, wie viel Gewicht das Dach pro Quadratmeter tragen kann. Eine zehn Zentimeter hohe Begrünung wiegt bereits rund 120 Kilogramm pro Quadratmeter. Im Winter kommt noch eventuell die Schneelast hinzu.
Ebenso wichtig: Das Dach muss dicht und mit einer wurzelfesten Abdichtung versehen sein. Ein umlaufender Rahmen schützt davor, dass die Begrünung abrutscht. Die Dachabläufe sollten auf die Höhe der Begrünung angepasst werden, damit sie Wasser speichern können.
So gelingt die Dachbegrünung mit Pflanzen Schritt für Schritt
Der Aufbau einer Dachbegrünung besteht aus sechs Schichten:
Wurzelschutzbahn: Verhindert, dass Pflanzenwurzeln die Dachabdichtung beschädigen. Man kann sie in beliebiger Größe und fix und fertig vorbereiten lassen.
- Dickes Schutzvlies: Schützt das Dach vor Schäden durch Betreten.
- Drainageschicht: Speichert Wasser für Trockenzeiten und hält Wasser zurück. So kommt bei Starkregen weniger in die Kanlisation.
- Dünnes Trennvlies: Trennt die Drainage von der Substratschicht.
- Dachsubstrat: Eine etwa acht bis zehn Zentimeter hohe Schicht aus mineralischen Materialien wie Lava oder Ziegelsplitt.
- Pflanzen: Die "Harten der Harten", die Trockenheit und Hitze gut vertragen.
Am Rand empfiehlt sich eine 30 Zentimeter breite Kiesschicht, um Spritzwasser zu vermeiden.
Welche Pflanzen eignen sich für die Dachbegrünung?
Für die Dachbegrünung sind besonders pflegeleichte Pflanzen gefragt. Ideal sind Sukkulenten wie Sedum-Arten, die nicht nur robust, sondern auch blühfreudig sind. Sie bieten zudem einen Lebensraum für Insekten. Die Pflanzen gibt es als Einzelballen, fertige Pflanzmatten oder lose Sprossen zum Ausstreuen.
Kosten
Die Kosten für eine selbstgemachte Dachbegrünung belaufen sich auf etwa 60 Euro pro Quadratmeter. Für ein drei mal sechs Meter großes Carport-Dach sind das etwas mehr als 1.000 Euro.
Pflegeaufwand
Die Pflege ist überschaubar: Mindestens einmal im Jahr sollten Sie keimende Baumsämlinge wie Birke oder Ahorn entfernen. Außerdem sollten die Dachabläufe von Laub befreit werden. So bleibt das grüne Dach langfristig erhalten.
Fazit: Jetzt starten und im Sommer profitieren
Mit einer Dachbegrünung tun Sie nicht nur der Umwelt, sondern auch sich selbst etwas Gutes. Die Planung und Umsetzung erfordert zwar etwas Aufwand, aber die Vorteile machen sich schnell bemerkbar. Deshalb am besten jetzt schon die Garage oder den Carport für den nächsten Sommer vorbereiten.
https://www.swr.de/unternehmen/innovation/so-arbeiten-wir-im-swr-mit-ki-100.html