Achtung Heizungsluft

Kakteen überwintern: So finden Sie den richtigen Standort

Kakteen mögen keine Heizungsluft. Warum im Winter die Fensterbank über der Heizung kein guter Standort für die Zimmerpflanzen ist, erklärt SWR4 Gartenexpertin Heike Boomgaarden.

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Von Autor/in Heike Boomgaarden

Warum viele Zimmerpflanzen Heizungsluft nicht mögen

Die Heizungsluft entzieht der Raumluft Feuchtigkeit – oft sinkt die Luftfeuchtigkeit unter 30 %. Für viele Zimmerpflanzen, besonders für tropische Arten, ist das viel zu wenig. Die Blätter bekommen braune Spitzen, rollen sich ein oder fallen ab. Die Wurzeln leiden, wenn der Topf ständig warm ist. Dies kann zu Wurzelfäule oder einem Wachstumsstopp führen. Auch der Wechsel von warmer Luft tagsüber und kalter Luft nachts stresst die Pflanzen extrem.

Das trockene Raumklima macht die Zimmerpflanzen im Winter auch viel anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Das kann zum Beispiel den Befall durch Spinnmilben begünstigen. Selbst Kakteen fühlen sich in trockener Heizungsluft nicht wohl.

Ein kleiner Kaktus steht auf dem Heizkörperthermostat einer Heizung
Kakteen und Heizung? Das passt nicht gut zusammen.

Der richtige Standort für Kakteen im Winter

Dass sich Kakteen und Heizkörper nicht mögen, klingt zunächst merkwürdig und überraschend. Aber: Kakteen brauchen im Winter eine Ruhephase, ähnlich wie ein Winterschlaf. Die trockene Heizungsluft stresst sie. Zu viel Wärme verhindert sogar, dass sie Kraft für die Blüte im Frühjahr sammeln. Stattdessen mögen sie es jetzt kühl, hell und ruhig.

Am besten stellt man Kakteen auf die Fensterbank in einem hellen, kühlen Zimmer – zum Beispiel ins Gästezimmer oder Schlafzimmer. Die Temperatur sollte bestenfalls zwischen fünf und zehn Grad liegen.

Kakteen und Heizungsluft:
Kakteen brauchen viel Licht. Die Fensterbank ist ideal – aber ohne Heizung.

Wichtig: Nicht direkt über der Heizung! Größere Exemplare, die nicht auf die Fensterbank passen, brauchen einen sehr hellen Platz oder – wenn es dunkler ist – eine Temperatur um die fünf Grad. Wasser benötigen die Kakteen im Winterschlaf nur ganz wenig.

So bekommen Sie eine schöne Kaktusblüte

Die Ruhephase im Winter ist der Schlüssel für eine tolle Kakteenblüte im Frühjahr oder Sommer. Wenn man die Kakteen im Winter kühl und trocken hält, sammeln sie ordentlich Energie. Ab März kann man dann langsam wieder mit dem Gießen beginnen, die Temperatur erhöhen und etwas düngen. Dann zeigen sich oft schon bald die ersten Knospen – und mit etwas Glück blühen sie dann schon bald prachtvoll.

Ein eingetopfter Kaktus mit einer roten Blüte
Kaktusblüten können in unterschiedlichen Farben leuchten.

Das Usambaraveilchen liebt Heizungsluft

Das Usambaraveilchen ist tatsächlich eine der wenigen Pflanzen, welche die Heizungsluft liebt. Es verträgt die trockene Luft besser als viele andere Zimmerpflanzen, weil es ein warmes, gleichmäßiges Zimmerklima bevorzugt – solange die Luftfeuchtigkeit nicht zu stark absinkt und es nicht von oben gegossen wird. Am besten stellt man in die Nähe der Pflanze eine Schale mit Wasser – das erhöht die Luftfeuchtigkeit.

Ein Usambaraveilchen mit blauen Blättern auf einer Fensterbank
Das Usambaraveilchen kommt gut mit Heizungsluft klar.

Damit man lange Freude am Usambaraveilchen hat, muss man wissen, dass die samtigen Blätter keine Nässe von oben vertragen. Deshalb: Immer von unten über den Untersetzer gießen. Das ist besonders wichtig bei trockener Heizungsluft.

Und was am Schönsten ist: Man kann das Usambaraveilchen auf der Fensterbank stehen lassen. Bei guter Pflege blühen sie fast ganzjährig, auch im Winter.

Auch Badezimmer müssen nicht ohne grüne Gewächse bleiben. Egal ob dunkle oder helle Lichtverhältnisse: Diese pflegeleichten Zimmerpflanzen sorgen im Bad für eine entspannte Atmosphäre.

Pflegeleichte Zimmerpflanzen, die wenig Licht brauchen

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