Wer sich Unterstützung im Garten wünscht, kann auch auf KI, also künstliche Intelligenz zurückgreifen. Unser SWR4-Gartenexperte Volker Kugel bringt uns heute auf den aktuellen Stand bei KI-Anwendungen im Garten.
Der Mähroboter
Die Gartenbewässerung
Apps zur Pflanzenerkennung
KI in öffentlichen Parks und Gärten
Der Mähroboter
Bei den Mährobotern steht ein Entwicklungssprung bevor. Bisher musste immer ein Begrenzungsdraht in den Boden verlegt werden, damit der Roboter nicht über das Ziel am Ende der Rasenflächen hinausmäht. Hier gibt es erste Geräte, die satellitengestützt arbeiten. Dabei "zeigt" man dem Roboter einmalig seine Mähfläche. Man lernt ihn sozusagen an und ab dann mäht er selbstständig. Noch ein Vorteil: Der Mähroboter ist leiser als ein normaler Rasenmäher. So kriegen Sie wegen des Lärms keinen Ärger mit den Nachbarn.
Viele Tierfreunde kritisieren die Mähroboter – wegen der Gefahr, Igel zu verletzen. Auch hier kann künftig die KI einspringen. In Zukunft sollen Geräte einsatzbereit sein, die Hindernisse erkennen und einordnen können. Dann wird zum Beispiel ein kleiner Igel auf der Wiese vom Mähroboter umfahren.
Die Gartenbewässerung
Auch hier hat sich in den letzten Jahren viel getan. Bekannte Hersteller von Bewässerungssystemen haben ihre Produkte längst optimiert. Sowohl beim Wasserverbrauch als auch in der Handhabung:
Gesteuert wird die Bewässerung per App vom Handy aus. Diese Apps haben direkte Verbindung zu Wetterdaten.
Damit läuft die Bewässerung nicht stur nach festen Uhrzeiten, sondern wird gestoppt, sobald Regen ansteht. Das spart wertvolles Wasser und die Pflanzen werden nicht zu stark gegossen, was ihnen schaden kann. Und wer ganz technikaffin ist, kann die ganze Bewässerung über Feuchtefühler steuern lassen, die per Bluetooth die Daten an die App melden. Und am besten verwenden Sie gleich Pflanzen, die mit Trockenheit gut zurechtkommen.
Apps zur Pflanzenerkennung
Apps zur Pflanzenerkennung gibt es schon seit Jahren. Aber sie werden immer besser und genauer. Gerade im Urlaub in fernen Ländern kann man unbekannte Pflanzen abfragen und erkennen.
Solche Apps werden inzwischen auf die Erkennung von Krankheiten und Schädlingen erweitert. So können auch unerfahrene Hobbygärtner ihre Pflanzen besser schützen und gesund erhalten.
Zum Schluss noch der Blick in die Zukunft: Es gibt bereits Versuche, Gartenscheren beizubringen, welche Äste sie bei welchem Strauch abschneiden sollen und welche nicht. Klingt ein bisschen verrückt, aber das wird in zwei bis drei Jahren wohl kommen.
KI in öffentlichen Parks und Gärten
Auch in öffentlichen Parks, Gärten und Stadtbäumen gibt es schon KI-gestützte Anwendungen. So wird den Pflanzen zum Beispiel die Anpassung an den Klimawandel erleichtert. Gerade in Zeiten, in denen die sommerlichen Hitzeperioden immer länger dauern.
Damit die Fachleute in den Gartenverwaltungen schnell und sicher erkennen können, welche Pflanzen Wasser oder einen Rückschnitt brauchen, gibt es ganz neue satelliten-gestützte Systeme. Dabei werden auf 50 Zentimeter genaue Bilder erstellt, auf denen man mit geschultem Auge erkennen kann, welche Bäume in gutem Zustand sind und welche nicht.
Die Gärtnerinnen und Gärtner müssen also nicht mehr aufwendig auf die Bäume steigen und können trotzdem sehr gezielt wässern, düngen oder zurückschneiden.