- Die Schattenseiten: aggressiv wachsend und umstritten
- Wie giftig ist der Kirschlorbeer?
- Vorteile für die Umwelt: Ein unterschätzter Aspekt
- Hat man sich am Kirschlorbeer "sattgesehen"?
- Pflegehinweise und Umweltaspekte
- Fazit: Eine Frage der Perspektive
Der Kirschlorbeer ist in deutschen Gärten allgegenwärtig – und ebenso umstritten. Während die einen ihn als Heckenpflanze schätzen, warnen andere vor seiner schnellen Verbreitung in der Natur. Denn das birgt potenzielle Gefahren.
Warum ist der Kirschlorbeer so beliebt?
Seine Beliebtheit verdankt der Kirschlorbeer einer ganzen Reihe von Vorteilen: Die Pflanze ist robust, immergrün und schnittverträglich. Sie verträgt Hitze sowie Trockenheit und wächst schnell. Zudem ist sie preiswert und optisch ansprechend – Eigenschaften, die sie zur idealen Heckenpflanze machen könnten. Doch vor allem diese Verbreitung sorgt auch für Kritik.
Die Schattenseiten: stark verbreitend und umstritten
Kritiker sehen im Kirschlorbeer einen aggressiven Neophyten, also eine nicht einheimische Pflanze. Ursprünglich aus Südosteuropa stammend, breitet er sich mittlerweile unkontrolliert aus. Vögel tragen die Samen über ihren Kot in die Natur. Dies hat Auswirkungen auf die heimische Pflanzenwelt. Auch die illegale Entsorgung von Schnittabfällen im Wald begünstigt diese Entwicklung.
In der Schweiz wurde der Kirschlorbeer aus genau diesen Gründen im letzten Jahr sogar gesetzlich verboten. Bislang konnte das Ausmaß der Bedrohung allerdings wissenschaftlich nicht eindeutig nachgewiesen werden.
Wie giftig ist der Kirschlorbeer wirklich?
Ein weiterer Kritikpunkt ist die Giftigkeit der Pflanze. Tatsächlich sind alle Pflanzenteile leicht bis mäßig giftig. Die Kerne der schwarzen Früchte enthalten ein Gift, das zerkaut Blausäure freisetzt. Das gleiche Gift ist übrigens auch in den Kernen von Zwetschgen, Kirschen und Mirabellen.
Doch das Risiko ist gering. Denn einen solchen Kern zu zerbeißen, ist ohne Schäden am Gebiss fast unmöglich. Und werden die Kerne verschluckt, werden sie unverdaut wieder ausgeschieden.
Auch das Laub ist nur in großen Mengen gefährlich. Ein Erwachsener müsste eine ganze Salatschüssel voll essen, um ernsthafte Vergiftungserscheinungen zu erleiden. Andere Gartenpflanzen wie Eibe oder Oleander sind ähnlich giftig, ohne vergleichbare Kritik auf sich zu ziehen.
Der Kirschlorbeer ist nützlich für die Natur: Ein unterschätzter Aspekt
Dass der Kirschlorbeer wenig hilfreich für die Natur ist, stimmt nicht. Er bietet durchaus Vorteile für die Tierwelt. Seine Blüten liefern zwar nur mäßig Nektar, doch die Blätter scheiden im Frühjahr zuckerhaltigen Nektar aus. Dieser wird von Bienen und Wildbienen geschätzt.
Amseln und Drosseln fressen die Früchte, und das dichte Laub bietet Vögeln ideale Nistmöglichkeiten. Zudem trägt der Kirschlorbeer zur Verbesserung des Kleinklimas bei, indem er CO2 aufnimmt und Sauerstoff produziert.
Hat man sich am Kirschlorbeer "sattgesehen"?
Ein oft angesprochener Punkt ist, ob der Kirschlorbeer in den letzten Jahren zu häufig gepflanzt wurde. Tatsächlich findet man ihn in nahezu jedem zweiten Garten. Das macht ihn für manche Gartenliebhaber wenig attraktiv. Der schlichte und immer gleiche Anblick kann zur Übersättigung führen. Auch das trägt dazu bei, dass die Pflanze in Verruf geraten ist.
Pflegehinweise und Umweltaspekte
Trotz seiner Vorteile ist der Kirschlorbeer nicht ganz pflegeleicht. Die großen Blätter sollten nicht mit einer Heckenschere, sondern mit einer Gartenschere geschnitten werden. So können unschöne Trockenstellen vermieden werden.
Auch die Schnittabfälle stellen ein Problem dar, da sie nur langsam verrotten. Um eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern, sollten sie gehäckselt und als Mulch verwendet oder korrekt entsorgt werden. Leider werden die Abfälle oft illegal im Wald entsorgt. Das förtert die Vermehrung der Pflanze in der Natur zusätzlich.
Fazit zum Kirschlorbeer: Eine Frage der Perspektive
Der Kirschlorbeer ist weder ein reiner Naturfeind noch ein perfekter Alleskönner. Seine Vor- und Nachteile hängen stark von der Nutzung und Pflege ab. Wer ihn bewusst einsetzt und verantwortungsvoll mit ihm umgeht, kann von seinen positiven Eigenschaften profitieren, ohne die Natur zu gefährden.