Miniwald, Mikrowald oder "Tiny Forest" – es gibt verschiedene Namen für ein Konzept, bei dem viele Gehölze auf wenig Fläche (ab 100 Quadratmetern) gepflanzt werden. Aber auch wer nur Platz für einen kleinen Baum oder eine dichte Hecke hat, tut sich und dem Klima etwas Gutes. Heimische Pflanzen stehen dabei besonders hoch im Kurs, denn an sie sind auch unsere Wildtiere am besten angepasst.
Kleine Bäume für kleine Gärten
Bäume im Garten sind wie Klimaanlagen: über die Blätter verdunsten sie Wasser und kühlen dabei im Sommer, zusätzlich zum Schatten, den sie spenden. Bäume wurzeln tief und holen dabei die Bodenfeuchtigkeit aus tiefen Schichten nach oben und versorgen damit auch weniger tief wurzende Pflanzen.
Pflanz-Empfehlungen:
- Kleine Obstgehölze wie Quitte, Apfelbaum (Halbstamm) oder Kaki, für heiße Lagen: Aprikose, Reneclaude oder Feige.
- Bäume für einen schattigen Sitzplatz wie Zierapfel, Weidenblättrige Birne oder Apfelbaum (Hochstamm).
Grüne oder blühende Hecken
Es gibt zwei Arten von Hecken im Privatgarten: schmale Schnitthecken, die zwei Mal im Jahr gestutzt werden, damit sie schmal und blickdicht wachsen. Oder freier wachsende Blütenhecken.
Pflanz-Empfehlungen:
- Schmale Schnitthecken: Hainbuche, Eibe, Liguster. Gepflanzt werden meist drei Exemplare pro laufendem Meter.
- Freie Blütenhecke: Weiß- oder Rotdorn, Felsenbirne, Kornellkirsche, Wildrose. Die Sträucher werden mit einem Abstand von einem bis anderthalb Meter gepflanzt.
Tipp: Kostengünstig wird´s, wenn Sie zwischen November und März wurzelnackte Gehölze kaufen. Gerade bei Hecken lohnt es sich!
"Tiny Forest" oder Miniwälder für den urbanen Raum
Die Idee stammt aus Japan und verbreitet sich seit den 1970er Jahren auf der ganzen Welt. Der "Tiny Forest" ist ein geschützter Begriff, der nur verwendet werden darf, wenn wichtige Kriterien eingehalten werden. Dazu zählen eine Mindestgröße von 100 Quadratmetern, die Verwendung von regionaltypischen Gehölzen und eine dichte Pflanzung von drei Gehölzen pro Quadratmeter. Auch der Boden muss vor der Pflanzung des ‚Tiny Forest‘ gründlich mit Kompost aufgewertet werden.
Die dichte Bepflanzung hat den Zweck, eine maximale Konkurrenzsituation zu schaffen, in der nicht alle Gehölze überleben. Am Anfang schießen die Sträucher in die Höhe, später dominieren die Bäume. So bildet sich bereits innerhalb weniger Jahre ein dichter Dschungel – samt kühlendem Effekt und Oase für viele Wildtiere.
Im Zuge der Erderwärmung werden solche Miniwälder zunehmend auch in Städten gepflanzt, um die Temperaturen im Sommer zu senken. Dabei werden im Vergleich zu aufgeheizten Asphaltflächen Unterschiede von bis zu 10°C gemessen.
Kombiniert werden große, mittlere und strauchige Gehölze. Von der Gartenakademie Rheinland-Pfalz wurden unter anderem diese Arten erprobt:
- Große Waldbäume wie Buche, Eiche, Linde oder Ahorn
- Mittelgroße Bäume wie Hainbuche, Birke, Feldahorn oder Holunder
- Sträucher wie Pfaffenhütchen, Hasel und Gewöhnlicher Schneeball.
Ein "Tiny Forest" eignet sich für Firmengelände, Kommunen und Stadtteilprojekte. Bundesweit gibt es bereits mehrere hundert Mini-Wälder.
Expertin im Kaffee-oder-Tee-Garten: Eva Hofmann, Leiterin der Gartenakademie Baden-Württemberg, ehemals Beauftragte für ‚Tiny Forests‘ bei der Gartenakademie Rheinland-Pfalz.
Alle Ratgeber-Themen von Kaffee oder Tee
Unsere Ratgeber auf einen Blick!