Wasser und Kosten sparen

Wassermangel im Garten: So hilft der "Regendieb"

Der "Regendieb" bietet eine einfache Lösung, um Regenwasser effektiv im Garten zu nutzen und etwas gegen den Wassermangel zu tun.

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Von Autor/in Heike Boomgaarden

Wasserknappheit in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz

Der Grundwassermangel im Südwesten Deutschlands wird immer bedrohlicher. In Deutschland entnimmt jeder zweite Landkreis mehr Grundwasser, als natürlich nachgebildet wird. In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sind die Auswirkungen von "Wasserstress" deutlich spürbar: Das Trinkwasser wird knapper. Besonders kritisch ist die Lage in der Region Stuttgart, auf der Schwäbischen Alb und in Hohenlohe.

Risse im trockenen Boden eines Feldes: Wegen der Hitze und Trockenheit verbieten immer mehr Landkreise die Wasserentnahme (Symbolbild).
Wegen Hitze und Trockenheit: Immer mehr Landkreise in Baden-Württemberg schränken die Wasserentnahme aus Flüssen, Seen oder Brunnen ein.

Mit dem "Regendieb" Regenwasser direkt in den Garten leiten

SWR4 Gartenexpertin Heike Boomgaarden empfiehlt den "Regendieb" als eine praktische Methode, um Regenwasser nachhaltig zu nutzen. Der "Regendieb" ist ein Regenwassersammler, der in das Fallrohr der Dachrinne eingebaut wird. Er leitet das Regenwasser in eine Regentonne oder über einen angeschlossenen Schlauch direkt in den Gartenboden. Der Schlauch kann flexibel im Garten verlegt werden – ob auf dem Rasen, im Staudenbeet, unter Bäumen oder im Gemüsegarten.

Wenig Aufwand mit dem "Regendieb"

Zusätzlich sorgt der Filter im "Regendieb" dafür, dass Laub oder Moos nicht in den Schlauch gelangen und das System verstopfen. So bleibt die Technik wartungsarm und einfach zu handhaben.

Eine kurze Rechnung zeigt, wie viel Wasser so eingespart werden kann: In Rheinland-Pfalz fallen laut dem Deutschen Wetterdienst durchschnittlich 800 Liter Regen pro Quadratmeter im Jahr. Bei einer Dachfläche von 100 Quadratmetern ergibt das 80.000 Liter Regenwasser, die durch den "Regendieb" dem Boden zugeführt werden könnten.

Regen fällt auf einer Straße in eine Pfütze (Symbolbild). In Spaichingen ermittelt die Polizei wegen Diebstahls, weil Regenwasser gestohlen wurde.
Regenwasser fließt oft ungenutzt in die Kanalisation statt in den Boden und ins Grundwasser.

Der Boden als natürlicher Wasserspeicher

Ein immer größer werdendes Problem ist die Versiegelung von Flächen und die Ableitung von Regenwasser in die Kanalisation. Somit bleibt viel Wasser ungenutzt und die Neubildung von Grundwasser bleibt aus. Dabei kann ein lebendiger Gartenboden große Mengen Wasser speichern.

Je nach Bodenart sind das bis zu 200 Liter pro Quadratmeter. Besonders Böden mit hohem Humusgehalt wirken wie natürliche Schwämme, die Wasser aufnehmen und langsam an die Pflanzen abgeben. So wird nicht nur der Garten bewässert, sondern auch das Grundwasser langfristig gestützt.

"Der Boden ist ein Wasserspeicher und zugleich ein natürlicher Filter."

In einer Handvoll Erde leben mehr Mikroorganismen als es Menschen auf der Erde gibt. Diese Bodenlebewesen zersetzen organische Bestandteile und Schadstoffe wie Pestizide oder Arzneimittelrückstände. Außerdem reinigen sie das Wasser. Das Ergebnis: sauberes Trinkwasser für die Zukunft.

Eine Hand fängt Wasser auf, dass aus einem gelben Schlauch geflossen kommt.

Geld sparen mit Regenwasser

Neben dem ökologischen Nutzen bringt der "Regendieb" auch finanzielle Vorteile. Ein Beispiel: Für einen 100 Quadratmeter großen Garten werden von Mai bis September etwa 40.000 Liter Wasser benötigt. Diese Menge kann durch den "Regendieb" kostenlos gesammelt werden. Bei einem durchschnittlichen Wasserpreis von 4,50 Euro pro Kubikmeter spart das rund 180 Euro pro Gartensaison.

Fotomontage: Auf einem blauen Wegweiser befindet sich der Schriftzug Grundwasserstress vor einem blauen Himmel.

"Jeder Tropfen zählt" – mit dem "Regendieb" gegen Wassermangel

Mit einem "Regendieb" können Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer viel Gutes tun und den "Wasserstress" in den betroffenen Regionen mindern. Regenwasser wird sinnvoll genutzt – für den Garten, die Pflanzen und das Grundwasser.

Bei der Erstellung dieses Textes hat ein KI-Sprachmodell geholfen. Es hat einen Vorschlag gemacht, wie man aus dem Radiobeitrag zum Thema einen Artikel strukturieren und formulieren könnte. Anschließend wurde der Text von einer Redakteurin überarbeitet, das heißt: kritisch geprüft, ergänzt und verbessert. Generell handelt der SWR nach folgenden Richtlinien: SWR KI Richtlinien

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