- Welche Rosensorten eignen sich für Stecklinge? Die besten Tipps
- Diese Rosen haben die besten Erfolgsaussichten
- Schritt-für-Schritt-Anleitung am Beispiel der Rosen-Sorte "Gärtnerfreude"
- Warum nicht alle Rosenstecklinge Wurzeln schlagen
- Herausforderungen bei der Vermehrung: Das Problem mit Stecklingen
- Warum die Stecklingsmethode bei Rosen nicht immer einfach ist
Welche Rosensorten eignen sich für Stecklinge? Die besten Tipps
Bei vielen Bodendeckerrosen und Zwergrosen klappt die Vermehrung durch Stecklinge sehr gut und sie bilden schöne Wurzeln. Gerade weil wir viele dieser filigranen Rosen ja in Balkonkästen oder Pflanzgefäßen kultivieren, spielt die sogenannte "Bewurzelungstiefe" keine Rolle – denn wir müssen ja sowieso regelmäßig gießen (anders als bei den im Garten ausgepflanzten Rosen).
Diese Rosen haben die besten Erfolgsaussichten
Die Sortenpalette der Stecklingsrosen wird immer größer. Und Rosen, die schon vom Züchter durch Stecklinge vermehrt worden sind, lassen sich ganz problemlos durch Stecklinge vermehren. Dabei taucht auf den Etiketten der Pflanzen oft das Wort "wurzelecht" auf.
Bei diesen wurzelechten Rosen sind die Erfolgsaussichten größer. Bekannte Sorten sind: "Gärtnerfreude", "Amica", "Caracho" oder "Dolomiti".
Schritt-für-Schritt-Anleitung am Beispiel der Rosen-Sorte "Gärtnerfreude"
Stecklinge sind kleine Abschnitte von den Pflanzentrieben.
- Aus den Bodendeckerrosen zirka zehn Zentimeter lange Stücke schneiden. Oben und unten muss immer ein "Auge", also eine austriebfähige Knospe sein. Zwei Fiederblätter sollten auch dran sein.
- Steckling in Aussaaterde stecken. Die eine Hälfte kommt in den Boden, die andere schaut heraus.
Am besten macht man das in einem Minigewächshaus – hier ist die Luftfeuchtigkeit höher.
Warum nicht alle Rosenstecklinge Wurzeln schlagen
Nach vier bis fünf Wochen bilden sich an der Knospe unter der Erde die Wurzeln und danach wächst die junge Pflanze auch oberirdisch. Damit hat man eine neue Rosenpflanze, die man in einen größeren Topf pflanzen kann. Die optimale Zeit, Stecklinge von Rosen zu machen, ist Ende Juni. Bis Anfang September klappt das aber auch noch gut.
Das Bilden der neuen Wurzeln bei Stecklingen, egal ob bei Rosen oder Oleander, Hortensien oder Buchs ist ein kleines Wunder der Natur.
Aus einer Knospe, die eigentlich ein Trieb werden sollte, wird beim Steckling, der in die Erde gesteckt wird, eine Wurzel. Es wird quasi in der Pflanze alles umorganisiert.
Herausforderungen bei der Vermehrung: Das Problem mit Stecklingen
Das Vermehren der Rosen durch Stecklinge geht leider nicht ganz so einfach. Es gibt viele Sorten, die gar keine oder nur wenige neue Wurzeln beim Steckling bilden. Damit geht die Vermehrung schief. Gerade bei den prächtigen Edelrosen und den Beetrosen ist das oft der Fall. Die Rosenzüchter sind hier auch noch am Experimentieren, denn auch sie haben Interesse an der Stecklingsvermehrung.
Das Veredeln der Rosen durch das Einsetzen eines Pflanzenteils in eine Unterlage, also eine Träger-Pflanze, ist aufwendig und die Fachkräfte dafür werden immer weniger.
Es gibt aber noch ein weiteres Problem: Je nach Sorte wird nach einer erfolgreichen Vermehrung ein unterschiedlich starkes Wurzelwerk ausgebildet, mit der Gefahr, dass zu wenig Wurzelwerk gebildet wird. Wenige Wurzen sind bei Wassermangel ein Problem. Die Pflanze kann dann nicht richtig versorgt werden. Die pauschale Aussage, dass die Stecklinge bei Rosen eine einfache Lösung zum Geld sparen sind, stimmt also nicht.
Warum die Stecklingsmethode bei Rosen nicht immer einfach ist
Fast 100 Prozent der Freilandrosen werden in der Baumschule nach wie vor durch Veredelung auf eine sogenannte Veredelungsunterlage vermehrt. Das bedeutet, dass auf eine extrem robuste, tiefwurzelnde Trägerpflanze die jeweilige Edelsorte gepfropft wird. Dabei wird eine kleine Knospe der Edelsorte in die Trägerpflanze eingesetzt. Das ist handwerklich sehr anspruchsvoll und von Hobbygärtnern kaum zu schaffen.
Die Idee, seine Rosen durch die einfache Methode der Stecklinge zu vermehren, ist ganz logisch. Denn genau wie bei der Veredlung wird ein Pflanzenteil der Edelsorte weitervermehrt und die Blüheigenschaften der Sorte bleiben erhalten. So die Theorie. In der Praxis gibt es allerdings Probleme, weil gerade viele Beet- und Edelrosen eine schlechte Bewurzelung der Stecklinge zeigen.
Je nach Sorte ist die Wurzelkraft der Stecklingspflanzen auch sehr unterschiedlich. Trotzdem gibt es Rosen, die man erfolgreich durch Stecklinge vermehren kann. Man muss nur wissen, welche das sind!