Die Erfolgsquote liegt bei fast 100 Prozent

Sträucher im Winter vermehren – so einfach geht's mit Steckhölzern

Beerensträucher wie der Johannisbeerstrauch oder Ziersträucher lassen sich einfach durch Steckhölzer vermehren. Volker Kugel erklärt, warum im Winter der ideale Zeitpunkt ist und wie die Methode funktioniert.

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Von Autor/in Volker Kugel

Sträucher vermehren durch Steckhölzer

Im Winter können Sie viele Sträucher wie den Johannisbeerstrauch oder Forsythien ganz unkompliziert durch Steckhölzer vermehren. Das sind verholzte Triebe, die Sie einfach von den Sträuchern abschneiden können.

Steckhölzer sind robuster und leichter zu handhaben als die weichen Stecklinge, die mit anderen Methoden vermehrt werden müssen. Stecken sie einmal in der Erde, entwickeln sie sich schnell zu neuen Pflanzen.

Zurechtgeschnittene Steckhölzer liegen neben einer Gartenschere auf dem Holzboden.
Steckhölzer sind verholzte Triebe der Pflanze.

Das Vermehren durch Steckhölzer im Winter ist kinderleicht und die Erfolgsquote liegt bei fast 100 Prozent.

So funktioniert die Steckholz-Methode

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in den sogenannten "Augen" der Triebe – kleinen Verdickungen, die alle fünf bis zehn Zentimeter entlang der kahlen Zweige sichtbar sind. Diese Augen enthalten teilungsfähiges Pflanzengewebe, aus dem sich sowohl Wurzeln als auch Blätter bilden können.

Die "Augen" bei Steckhölzer sind verholzte Triebe, um Sträucher zu vermehren.
Die "Augen" bei Sträuchern sind wichtig für die Entwicklung neuer Pflanzen.

Wenn man die Steckhölzer im Winter in die Erde steckt, entstehen im Frühjahr oberirdisch neue Blätter, während sich unterirdisch Wurzeln entwickeln. Das Ergebnis: eine genetisch identische Kopie der Mutterpflanze.

Eine Frau gießt einen kleinen Johannisbeerstrauch mit einem Wasserschlauch.
Regelmäßiges Bewässern ist wichtig für die Entwicklung der Sträucher.

Pflege und Ernte der vermehrten Sträucher

Schon im Juni können die ersten Austriebe zehn bis 15 Zentimeter lang sein. Wichtig: Diese Triebe muss man dann um zwei Drittel zurückschneiden, um einen gut verzweigten Strauch zu fördern.

Eine Frau schneidet einen Johannisbeerstrauch mit einer Gartenschere.
Für die Entwicklung der Pflanze müssen die Triebe um zwei Drittel zurückgeschnitten werden.

Die Pflanzen stellt man im Herbst oder im darauffolgenden Frühjahr an ihren endgültigen Standort. Und mit etwas Glück ist bereits im zweiten Jahr eine erste kleine Ernte möglich, so Gartenexperte Volker Kugel.

Vermehrung von Ziersträuchern und Hecken

Die Steckholz-Methode ist auch für Ziersträucher wie Weigelien, Spiersträucher oder Pfeifensträucher geeignet. Auch Liguster eignet sich hervorragend, wenn man eine Hecke kostengünstig selbst ziehen möchte.

Wer keinen eigenen Ligusterstrauch besitzt, kann sich möglicherweise bei Nachbarn oder Freunden Steckhölzer schneiden. Geduld zahlt sich aus: Eine selbst gezogene Ligusterhecke erreicht in etwa vier Jahren eine Höhe von 1,5 Metern – und spart dabei bares Geld.

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Autor/in
Volker Kugel
Porträt von SWR4 Experte Volker Kugel im blauen gemusterten Hemd
Onlinefassung
Bastian Caspar
Der Redakteur Bastian Caspar