Zweite Blüte durch Rückschnitt
Was bei vielen Rosensorten funktioniert, klappt auch bei manchen Stauden: Sie remontieren. Das heißt, schneidet man nach der Hauptblüte das Verblühte zurück, bilden sich neue Triebe, die auch Blüten entwickeln. Zu diesen Stauden zählt die Katzenminze, viele Ziersalbeisorten, etwa die beliebte Sorte ‚Caradonna‘, aber auch der Rittersporn und Kugeldisteln (Echinops) sowie die Bergflockenblume. Letztere treibt dabei nicht aus den Blattachseln neu aus, sondern aus der Basis. Dieses Prinzip klappt auch beim Lavendel.
Lavendel richtig zurückschneiden
Lavendel ist ein Halbgehölz. Ohne regelmäßigen Schnitt verholzt der Strauch und von innen wachsen keine Blütentriebe mehr. Damit das nicht passiert und der Lavendel schön kompakt bleibt, sollten Sie ihn unbedingt zwei Mal im Jahr schneiden.
Der erste Schnitt findet im Frühjahr statt, sobald die Pflanze beginnt auszutreiben. Für den Sommerschnitt ist Juli / August die perfekte Zeit. Auf keinen Fall sollten Sie ins alte Holz schneiden, dann treibt Ihr Lavendel dort nicht mehr aus, und der Trieb stirbt ab.
Der Schnitt im Frühling setzt tief an, über dem ersten grünen Austrieb - das kann sehr tief sein, aber nur Mut! Der Schnitt im Sommer setzt unterhalb des letzten Blattpaares an. Auch beim Lavendel gibt es Sorten, die nach dem Rückschnitt im Sommer eine zweite Blüte ansetzen.
Kompletter Rückschnitt fördert frische Blätter
Andere Stauden sehen nach der Blüte zerzaust und unschön aus, aber sie treiben aus ihrer Mitte neues Laub. Auch wenn sie nicht blühen, bekommen sie dadurch wieder ein frisches Aussehen. Zu dieser Gruppe zählt der Frauenmantel und manche Storchschnabelsorten. Wenn nach der Blüte die ersten neuen Blätter erscheinen, können sie alle Blätter abschneiden. Achtung: Storchschnabel ist nicht gleich Storchschnabel!
Der Rückschnitt von Storchschnabel
Der Storchschnabel begeistert mit seiner Blütenfülle und Anspruchslosigkeit, es gibt zahlreiche Sorten (um die 300!), die sich für die unterschiedlichsten Standorte und Zwecke einsetzen lassen.
Der Rückschnitt beim Storchschnabel ist nicht zwingend: Wer die Blütenstände zurückschneidet, verhindert das Aussamen und dass die Pflanzen zu stark auseinander. Zudem ist es eine Frage der Storchschnabel-Familie, ob geschnitten werden kann oder nicht.
Besonders bei früh blühenden Storchschnabelsorten (Geranium phaeum und magnificum) kann man durch einen bodennahen Rückschnitt nach der ersten Blüte frische Blätter und je nach Sorte auch eine zweite Blüte erreichen.
Andere Arten (Geranium macrorhizum und cantabrense) haben wintergrünes Laub und sollten besser nicht zurückgeschnitten zu werden. Auch die Sorten des Blutstorchschnabels (Geranium sanguinum) können Sie einfach wachsen lassen.
Wichtig: Da kein einheitlicher Tipp gegeben werden kann, sollten Sie unbedingt den Sortennamen aufbewahren und sich erkundigen!
Einzelblüten-Rückschnitt fördert neue Blüten
Manchen Stauden schieben eine Blüte nach der anderen, bis sie aus den Blüten ausreichend Samen bilden konnten. Dann hat die Pflanze für ihr Fortleben gesorgt und stellt das Blühen ein. Wenn wir hier regelmäßig das Verblühte rausschneiden, kann die Pflanze keine Samen ausbilden. Da sie das aber will, produziert sie immer weitere Blüten. Man verlängert damit also die Blütezeit. Zu dieser Staudengruppe gehören die Witwenblumen und Knautien, aber auch Mädchenauge (Coreopsis) und manche Asternsorten.
Im Garten: Eva Hofmann, Gartenakademie Baden-Württemberg
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