Der passende Rasen bei Hitze und Trockenheit

Trockenrasen: So sparen Sie Wasser und sorgen für gutes Klima im Garten

Sie möchten trotz der Hitze nicht auf Rasen verzichten, aber auch kein Wasser verschwenden? Versuchen Sie es doch mal mit Trockenrasen. Volker Kugel gibt Tipps, worauf Sie bei Samenkauf und Pflege achten sollten.

Teilen

Stand

Von Autor/in Volker Kugel

Die richtige Mischung für Trockenrasen finden

Wenn Sie möchten, dass Ihr Rasen gut mit Hitze und Trockenheit klarkommt, sollten Sie beim Kauf auf das Kürzel RSM 222 achten. Die Abkürzung RSM steht für die sogenannte "Regel-Saatgut-Mischung". Das heißt, dass die Mischung Qualitätsstandards erfüllt und die auf der Verpackung angegebenen Eigenschaften tatsächlich vorhanden sind.

Die Zahl 222 hinter der Abkürzung weist auf Rasensamen hin, die Trockenheit gut vertragen. Bei nicht zertifizierten Rasensamen ist das Risiko wesentlich größer, dass die Samen nicht keimen.

Trockenrasen richtig aussäen: Schritt für Schritt

Die Aussaat von Trockenrasen folgt grundsätzlich ähnlichen Arbeitsschritten wie bei klassischem Rasen. Wichtig ist vor allem, den Boden gut vorzubereiten und die Samen korrekt auszubringen.

Eine Hand in Großaufnahme sät grüne Rasensamen.
picture alliance / Zoonar | Smilla72!

Der Untergrund sollte folgendermaßen beschaffen sein:

  • fein krümelig
  • gut gelockert
  • möglichst frei von Unkraut

Ebnen Sie anschließend die Fläche sorgfältig, damit später eine gleichmäßige Grasnarbe entstehen kann. Erst dann bringen Sie den Rasensamen aus.

Für Trockenrasen werden rund 40 Gramm Samen pro Quadratmeter empfohlen. Damit der Rasen gleichmäßig verteilt wird, ist ein Aussaatwagen sinnvoll. Solche Geräte können Sie in vielen Gartencentern oder Baumärkten problemlos ausleihen. Damit lässt sich die gewünschte Menge besser kontrollieren und großflächig verteilen.

Wasser sparen mit Trockenrasen

Natürlich braucht auch ein Trockenrasen Wasser – allerdings deutlich weniger als ein herkömmlicher. Durch die spezielle Rasenmischung lässt sich ungefähr die Hälfte der sonst üblichen Wassermenge einsparen. Das ist ökologisch sinnvoll und dient auch dem Klima, denn es muss weniger Energie fürs Bewässern aufgebracht werden.

Eine Person hält einen Gartenschlauch, aus dem Wasser strömt.
picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand

Zusätzlich Wasser sparen können Sie mit der sogenannten Unterflur-Bewässerung – sogar bis zu 75 Prozent. Das ist eine Bewässerungstechnik, bei der Sie die Bewässerungsleitungen oder -systeme unter der Grasnarbe verlegen. So kommt das Wasser direkt bei den Wurzeln der Rasengräser an. Die Anschaffung kostet am Anfang etwas Geld, kann sich aber im Laufe der Zeit finanziell rechnen – insbesondere in Regionen mit häufiger Trockenheit oder höheren Wasserpreisen.

Bewässern Sie den Rasen entweder früh morgens oder spät abends. Dann verdunstet weniger Wasser und die Rasenfläche wird optimal mit Feuchtigkeit versorgt.

Lichtkeimer, Wässern, Mähen: So wird der Rasen dicht

Rasengräser sind sogenannte Lichtkeimer. Sie benötigen Tageslicht, um aus dem Samenkorn zu keimen. Daher sollten die Samen nicht in den Boden eingearbeitet, sondern direkt auf die vorbereitete Fläche gestreut werden. Anschließend werden sie leicht angedrückt – idealerweise mit einer Rasenwalze oder mit Brettern, die provisorisch an die Schuhsohlen gebunden werden.

Nach der Aussaat ist regelmäßiges Wässern entscheidend. Mindestens zwei Wochen lang sollten Sie die Fläche kontinuierlich feucht halten, bis der Rasen gut gekeimt ist und sichtbar zu wachsen beginnt. In dieser empfindlichen Phase darf der Boden nicht austrocknen.

Eine Person mäht mit einem Rasenmäher den Rasen.
picture alliance / Monkey Business 2/Shotshop | Monkey Business 2

Sobald der junge Rasen etwa zehn Zentimeter hoch ist, steht der erste Schnitt an. Dieses frühe Mähen ist wichtig, damit sich die Rasengräser verzweigen und ein möglichst dichter Rasenteppich entsteht. Werden die Halme rechtzeitig gekürzt, fördern sie die Bildung neuer Seitentriebe. Das Ergebnis ist eine belastbare, gleichmäßig geschlossene Fläche, die auch Trockenphasen besser übersteht.

Für einen schönen und gleichmäßigen Rasen ist auch die richtige Pflege entscheidend. Dazu gehören auch das richtige Vertikutieren und Düngen.

Rasensamen nicht zu lange lagern

Ein oft unterschätzter Punkt in der Rasenpflege ist die Haltbarkeit von Rasensamen. Viele Hobbygärtner bewahren angefangene Packungen im Keller oder in der Garage auf und greifen Jahre später wieder darauf zurück. Dabei lässt sich oft nicht mehr nachvollziehen, wie alt die Samen tatsächlich sind.

Die Keimfähigkeit von Rasensamen nimmt ab etwa dem dritten Lagerjahr deutlich ab – und zwar pro Jahr um bis zu 20 Prozent. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Teil der Samen gar nicht mehr keimt. Das führt dazu, dass die Rasenfläche nach der Aussaat ungleichmäßig aussieht, Lücken entstehen oder das gewünschte Ergebnis ganz ausbleibt.

Profi-Tipps für die Rasenpflege So mähen, vertikutieren und düngen Sie Ihren Rasen richtig

Jetzt im Frühling sollten Sie Ihren Rasen pflegen, damit er besonders grün und dicht wird. Mit unseren Profi-Tipps zum Mähen, Vertikutieren und Düngen gelingt's.

Landesschau Baden-Württemberg SWR BW

Gut für trockene Sommer Alternativen für Rasen: Was kann man anstelle von Rasen pflanzen?

Trockenheit und Hitze – da ist Rasen nicht so praktisch. Eine Alternative sind Thymian oder niedrige Stauden. Wir stellen einige Pflanzen vor, die ein guter Rasenersatz sind.

SWR4 am Donnerstag SWR4

Balkonpflanzen bei Hitze Hitze, Sonne, trockene Erde: So überleben Ihre Balkonkästen den Sommer

SWR4 Gartenexpertin Heike Boomgaarden erklärt, wie Sie Ihre Balkonkästen vor Sonne und Hitze schützen, richtig gießen und passende, klimaresiliente Balkonpflanzen auswählen.

SWR4 am Donnerstag SWR4

Hitzeverträgliche Pflanzen und Pflanzen für trockene Böden

Hitze und Trockenheit sorgen dafür, dass wir unsere Pflanzen im Garten anpassen müssen. Welche hitzeresistenten Pflanzen besonders geeignet sind, erklärt Experte Volker Kugel.

SWR4 am Donnerstag SWR4

"Hitzeopfer" im Garten Braune Blätter im Beet? Mit diesen Tests und Pflegetipps retten Sie Ihre vertrockneten Pflanzen

Hitze und Trockenheit haben vielen Gartenpflanzen geschadet – doch mit den richtigen Tests erkennst Du, welche jetzt noch zu retten sind. So behandelst du Hitzeschäden.

SWR4 am Donnerstag SWR4

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Volker Kugel
Porträt von SWR4 Experte Volker Kugel im blauen gemusterten Hemd
Onlinefassung
Bastian Caspar
Der Redakteur Bastian Caspar