Wohnen im Alter

WG für Senioren gesucht? Tipps für die Wohngemeinschaft im Alter

Wohngemeinschaften bieten Senioren Vorteile. Doch wie findet man die richtigen Mitbewohner und vermeidet Konflikte? Diese Tipps unserer Psychologin helfen beim WG-Leben im Alter.

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Stand

Von Autor/in Felicitas Heyne

Die Vorteile einer Wohngemeinschaft für Senioren
WG im Alter: Diese Herausforderungen gibt es
Wie funktioniert ein harmonisches WG-Leben?
Wie finde ich die richtigen WG-Partner?
Diese Wohnmodelle gibt es für Senioren

Das Leben in einer Wohngemeinschaft erfreut sich immer größerer Beliebtheit – auch bei Menschen im Alter. Darin hat jeder sein eigenes Zimmer, Gemeinschaftsräume und gemeinsame Kosten werden geteilt. Das WG-Leben bringt also Vorteile mit sich, aber auch Herausforderungen. Damit das Zusammenleben gelingt, sind klare Absprachen und die richtige Auswahl der Mitbewohner*innen entscheidend, sagt Psychologin Felicitas Heyne.

Die Vorteile einer Wohngemeinschaft für Senioren

Eine WG zu gründen oder in eine bestehende einzuziehen, kann viele praktische und emotionale Vorteile haben:

  • Geteilte Kosten: Miete, Strom, Internet und Co. können gemeinsam bezahlt werden. Die finanzielle Belastung für jeden Einzelnen wird dadurch reduziert.
  • Alltagsunterstützung: Gerade für Menschen, die keine Familie oder engen Kontakte in der Nähe haben, bietet eine WG Sicherheit. Ob Hilfe im Krankheitsfall oder die Pflege der Katze während eines Urlaubs – Mitbewohner*innen können im Alltag eine wertvolle Unterstützung sein.
  • Gemeinschaft und Nähe: Eine WG kann ein emotionaler Gewinn sein. Auf unkomplizierte Weise ermöglicht sie soziale Kontakte, ohne dass man gezwungen ist, ständig gemeinsam Zeit zu verbringen.

Ich muss nur in die Küche gehen und mich da mit einem Kaffee hinsetzen. Und wenn ich Glück habe, kommt jemand aus dem Nebenzimmer und setzt sich dazu auf ein Schwätzchen.

WG-Leben: Zwei Senioren kochen gemeinsam in der Küche ihrer Wohngemeinschaft.
Leben in einer WG mit Senioren: Regelmäßige Koch-Abende können Gemeinschaft unter den Mitbewohnern schaffen.

WG im Alter: Diese Herausforderungen gibt es

Wo Menschen zusammenleben, kann es auch zu Konflikten kommen. Die meisten Probleme entstehen durch banale Alltagsdinge, die sich jedoch schnell summieren können:

  • Ordnung: Wie sauber soll die Küche sein? Wer putzt das Bad? Unterschiede in der Auffassung von Ordnung können zu Spannungen führen.
  • Ruhe und Lärm: Während die eine Person gerne Musik hört, sehnt sich die andere nach Ruhe. Auch hier können sich Vorstellungen unterscheiden.
  • Einsamkeit: Viele Menschen ziehen in eine WG, um weniger allein zu sein. Doch eine WG ist kein Ersatz für eine Partnerschaft oder Therapie. Wer erwartet, dass Mitbewohner*innen ständig da sind, um die eigene Stimmung zu retten, überfordert das Gemeinschaftsgefühl schnell.
Senioren spielen ein Spiel am Tisch in ihrer WG, in der sie leben.
Leben in einer WG: Spieleabende mit Mitbewohnern sind in einer Wohngemeinschft möglich.

Wie funktioniert ein harmonisches WG-Leben?

Damit das Zusammenleben nicht im Chaos endet, sind klare Absprachen und Kompromissbereitschaft das A und O. Regeln können helfen, damit der Alltag in einer Wohngemeinschaft funktioniert. Besprechen Sie diese Punkte gleich am Anfang:

  • Wie handhaben wir Besuch?
  • Gibt es feste Ruhezeiten?
  • Wie sieht der Putzplan aus?
  • Essen wir gemeinsam? Wenn ja, wann und wie oft?

Es kann helfen, feste Treffen wie ein wöchentliches "WG-Meeting" zu vereinbaren. Hier können Themen wie gemeinsame Aktivitäten, Putzpläne oder Probleme besprochen werden. So verhindert man, dass sich Kleinigkeiten anstauen. Besonders am Anfang kann es hilfreich sein, sich einmal pro Woche für 15 Minuten zusammenzusetzen, um zu besprechen, was gut läuft und was verbessert werden kann.

Senioren einer WG diskutieren über ihre Leben in der Wohngemeinschaft.
Den Mitbewohnern einer WG kann ein wöchentliches Meeting helfen, um über Themen zu sprechen, die das Zusammenleben betreffen.

Wie finde ich die richtigen WG-Partner?

Nicht jeder ist für das Leben in einer WG geeignet. Um Enttäuschungen zu vermeiden, sollte man bereits vor dem Einzug möglichst genau prüfen, ob die Chemie stimmt. Ein "Probewohnen" über ein verlängertes Wochenende oder zwei Wochen kann helfen, herauszufinden, ob die Vorstellungen und Bedürfnisse zueinander passen.

Wichtig ist, dass alle Beteiligten kompromissbereit sind und ihre Erwartungen realistisch halten. Eine Wohngemeinschaft ist in erster Linie ein Wohnmodell – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Diese Wohnmodelle gibt es für Senioren:

Senioren-WGs können privat organisiert oder von Trägern wie Wohlfahrtsverbänden betrieben werden. Je nach Gesundheitszustand und Wunsch sollte darauf geachtet werden, die richtige Wohnform zu wählen.

  • In Senioren-WGs hat jeder sein eigenes Zimmer, Gemeinschaftsräume werden geteilt.
  • In Senioren-Hausgemeinschaften hat jeder eine individuelle Wohnung, Gemeinschaftsangebote verbinden.
  • Pflege-WGs bieten eine intensive Betreuung durch Pflegepersonal und richten sich an Menschen mit höherem Pflegebedarf.

Hier finde Sie weitere Informationen über unterschiedliche Wohnmodelle für Senioren und finanzielle Unterstützungen dafür.

Mit diesen Infos können Sie Streit ums Putzen in einer Wohngemeinschaft verhindern und hier erfahren Sie, wie ihre Beziehungen in einer WG trotz Macken funktionieren.

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Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Felicitas Heyne
Porträtfoto von SWR4 Psychologin Felicitas Heyne in dunkelblauem Blazer
Onlinefassung
Andrea Mayer
SWR Redakteurin und Moderatorin Andrea Mayer im SWR4 Studio am Mikrophon.