Psychologe verrät: Steuert der "Dark Factor" das Böse in uns?

"Das Böse ist immer und überall" sang die Band "Erste Allgemeine Verunsicherung" in den 80ern. Der Psychologe Morten Moshagen erforscht, woher "das Böse" im Menschen kommt.

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So ein bisschen was Gemeines haben wir doch alle in uns. Mal kurz jemanden ärgern. Oder die kleine Lüge. Bei dem Einen ist es ausgeprägter als bei der Anderen. Und das lässt sich leider steigern: bis hin zu Hassreden, Diebstahl oder Mobbing.

Biologie und Karrierewege

Die Suche nach den Ursprüngen des Bösen führt unweigerlich zu der Frage, ob Boshaftigkeit eine Frage des Geschlechts oder des Umfelds ist. Systematische Untersuchungen deuten darauf hin, dass Männer im Durchschnitt eine höhere Tendenz zu bösartigem Verhalten aufweisen als Frauen.

Ein Erklärungsansatz liegt in der Biologie: Es wird vermutet, dass Frauen über eine genetische Programmierung verfügen, die sie empathischer macht – eine Eigenschaft, die als natürliche Barriere gegen Grausamkeit fungiert. Doch Empathie ist kein exklusives Privileg; selbstverständlich existiert das Böse auch in weiblicher Form, wenn auch seltener in der statistischen Mitte.

Wenn man empathisch ist, fällt es schwerer böse zu sein, es hindert das Böse. Aber es gibt selbstverständlich auch böse Frauen.

Macht als Magnet für das Böse?

In den Führungsetagen von Wirtschaft und Politik, wo Spitzenpositionen eine ausgeprägte Ellbogenmentalität erfordern, könnte der Faktor des Bösen überproportional vertreten sein. Hier dient die Skrupellosigkeit oft als Beschleuniger: Wer bereit ist, moralische Grenzen zu überschreiten, findet in kompetitiven Machtstrukturen oft den direktesten Weg nach oben.

Spitzenpositionen in Wirtschaft und Politik sind Positionen, die man nicht einfach so erreicht.

Ist der "Dark Factor" die Wurzel allen Übels?

Doch wie lässt sich das erklären? Dieser Frage ist der Ulmer Psychologe Prof. Morten Moshagen mit zwei Kollegen auf den Grund gegangen. Sie stießen bei ihren Untersuchung immer wieder auf eine ganz spezielle Persönlichkeitseigenschaft und nannten sie den "Dark Factor".

Mit Prof. Dr. Moshagen klären wir in SWR1 Leute, welche Rolle dabei Geschlecht, Alter und Bildung spielen. Wie wirkt sich dieser "Dark Factor" auf unsere Beziehungen, die Berufswahl oder unsere politische Einstellung aus? Kann man selbst diese Persönlichkeitseigenschaft beeinflussen oder gilt: einmal böse, immer böse?

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