Unser Gehirn liebt Schubladen
Meyer erforscht seit vielen Jahren die psychologischen Mechanismen hinter Ausgrenzung, Diskriminierung und Polarisierung. Er weiß: Das Problem beginnt im Kopf. Denn unser Gehirn ist darauf programmiert, schnell zu sortieren: Wir und die anderen. Das macht die Welt für uns einerseits überschaubar. Doch andererseits kommen mit den Schubladen auch Stereotype – und mit ihnen die Vorurteile.
Bertolt Meyer spricht aus Erfahrung: Er wurde ohne linken Unterarm geboren, ist homosexuell und wurde als "Gastarbeiter" aufgrund seiner deutschen Nationalität in der Schweiz ausgegrenzt. Doch er glaubt fest daran: Wenn wir die psychologischen Mechanismen hinter Ausgrenzung und Vorurteilen verstehen, können wir auch wieder zueinander finden.