"Ich wollte ein Mann sein, vor dem jeder Angst hat"
Das war das erklärte Ziel von Maximilian Pollux. Er kam aus einem guten Elternhaus, hätte nicht in die Kriminalität abrutschen müssen. Mit 15 saß er zum ersten Mal im Jugendarrest, mit 19 erging der erste Haftbefehl gegen ihn. Er floh nach Tschechien, dann nach Spanien und in die Niederlande, bevor er mit 21 für lange Zeit hinter Gitter wanderte. Nach einem Ausbruchversuch saß er in Isolationshaft. Alleine sieben Jahre verbrachte er in einem Hochsicherheitsgefängnis in Bayern.
"Der Schatten der Angst bleibt"
Erst seit knapp fünf Jahren ist er "komplett raus aus dem System" und nicht mehr auf Bewährung. Er ist ein freier Mann und inzwischen glücklich verheiratet. Mit seiner Frau hat er zusammen den Verein "Sichtwaisen" gegründet" und den Erfahrungen seiner Vergangenheit rückwirkend einen Sinn gegeben. Er gibt Workshops an Schulen, in Jugendhäusern und Gefängnissen und leistet Präventionsarbeit.
Hauptsache auffallen!
Seine kriminelle Vergangenheit hatte viel mit dem Bedürfnis zu tun, Aufmerksamkeit zu erlangen und wahrgenommen zu werden. Etwas was, wie er heute weiß, typisch für Narzissten ist. Er selbst ist diagnostizierter Narzisst und hat sich in seinem Buch "Gefährliches Ego" intensiv mit dem Thema Narzissmus und mit narzisstischen Straftätern beschäftigt – und damit, wie man Narzissten erkennt und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.