Wie er auf die Idee gekommen ist, hat er unserem Moderator Hanns Lohmann erzählt.
So wurde Markus Olusanya zum Sneaker-Reiniger
SWR1: Was hat Sie motiviert, beruflich Sneaker zu reinigen?
Markus Olusanya: Das hat eigentlich ganz klein angefangen. Ich habe mir irgendwann mal gedacht, dass zu viele Leute mit zu dreckigen Schuhen herumlaufen. Zusammen mit meinem Freund Ronny haben wir gesagt: "Lass uns doch einfach mal anfangen, die Schuhe der Freunde sauberzumachen".
Viele denken, dass ein bisschen Vintage-Look sein muss. Aber es geht hauptsächlich darum, dass die Schuhe sauber sein sollen. Die sind manchmal echt verschmutzt und verdreckt. Da haben wir uns gedacht, das machen wir anders, das machen wir sauber.
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Reinigungs-Tipps von Markus Olusanya
SWR1: Wie geht das? Einfach in die Waschmaschine stecken geht nicht, oder?
Olusanya: Nee, das lassen wir sein. Natürlich hat jeder schon seine Schuhe in der Waschmaschine gehabt – ich auch. [...] Wir haben Bürsten und Reinigungsmittel von einer Firma in Mainz und damit reinigen wir wirklich in Handarbeit die Schuhe.
Man darf dann einfach keine Angst haben, an den Schuh ranzugehen. [...] Man muss vorsichtig sein und nicht irgendeine Bürste nehmen. Mein Kumpel Ronny hat auch schon eine Erfahrung gemacht. Er hatte einen Schuh, an den er mit der Zahnbürste rangegangen ist. Das war auch gut so, weil das Blaue in das Weiße gelaufen ist. Wir konnten den Schuh noch retten.
Aber mit einer normalen Bürste oder mit einer Wurzelbürste, wäre er hin gewesen. Wenn man vorsichtig dran geht, ist es eigentlich auch kein Problem.
Helfen beim Reinigen auch Hausmittel?
SWR1: Im Internet gibt es viele Reinigungstipps mit Backpulver, Natron oder Zahnpasta. Ist das alles Quatsch?
Olusanya: Quatsch bestimmt nicht. Ich denke, da ist bestimmt etwas dran. Wenn man reinigen möchte, kann man dafür ganz normale Hausmittel nehmen. Es gibt aber auch sehr gute Pflegemittel [...] und davon braucht man gar nicht mal so viel. [...]
An sich kann man sagen, die normale Seife, das normale Hausmittel, aber auch die speziellen Pflegeprodukte, sind super, schäumen gut auf und reinigen. Nachhaltigkeit spielt dabei auch noch eine Rolle, und da sind ganz gute Produkte auf dem Markt.
SWR1: Einige Sneaker haben einen Wert in vierstelligen Beträgen und sind echte Sammlerstücke. Da kann man auch in die Reinigung investieren. Was kostet das beispielsweise bei Ihnen?
Olusanya: Wir fangen an mit 25 Euro pro Paar. Natürlich gibt es Schuhe, die teuer sind. Aber ob ich jetzt einen Schuh reinige, der 1.000 Euro kostet, oder einen, der in die Kategorie Lieblings-Sneaker fällt – der muss am Ende auch sauber sein.
Über 50-60 Prozent sind Alltagsschuhe. Die Leute wollen sie aber einfach wieder sauber haben. Den Sneaker gibt es vielleicht auch so gar nicht mehr. Dann machen wir den sauber und sie ziehen den Schuh wieder an.
Die Kunden kommen dann auch zum zweiten, dritten und vierten Mal. Und es sind wirklich keine Schuhe für 5.000 Euro, sondern der ganz normale Air Force One.