- Wargame: "Toy Battle" – die Armeen aus Gummi-Enten
- Kampfspiel: "Tag Team" - Programmier-Prügelei mit Partner-Pfiff
- Lane-Battler: "Duell um Cardia" – der Kampf Karte-gegen-Karte
- Aufbau-Spiel: "Eine Stadt für Amytis" errichten mit Tic-Tac-Toe-Twist
- Würfelduell: "Kniffel - Das Duell" - Klassiker kombiniert mit Konkurrenz
- Deduktionsspiel: "Orapa" - mit Spektrum und Spiegelung Steine suchen
- Koop-Spiel: "Dorfromantik": Leichtes Gepäck" - gemeinsam gestalten
Wargame: "Toy Battle" – die Armeen aus Gummi-Enten
"Toy Story – das Spiel" könnte der Claim für "Toy Battle" sein. Denn wie beim Disney-Film zieht hier Spielzeug ins Gefecht. Wir haben auf dem Tableau ein Schlachtfeld mit Feldern. Diese belegt man in seinem Spielzeug mit Plättchen, die Spielzeug-Figuren mit aufsteigende Zahlen zeigen. Oder aber man zieht diese Plättchen nach. Das Ziel: Die Linien des Gegenübers durchbrechen und dessen Basis erobern. Oder das Beherrschen bestimmter Sektoren. Der Kniff: Man kann nur mit höheren Plättchen niedrigere des Gegenübers überdecken – außer Gummi-Enten, die dürfen auf alles und von allem überdeckt werden. Und: Jede Einheit, also jedes Plättchen, hat eine Spezialfähigkeit.
Um es gleich zu sagen: Wer Kriegsspiele nicht mag, dem bringt der Spielzeug-Anstrich auch nichts. Alle anderen erhalten mit "Toy Battle" ein flott gespieltes Duell, das man mit nur wenig Vorrede im Spiel erklären kann. Und das taktische Tiefe hat. Verschiedene Spielfelder mit Sonderregel bieten nette Varianz. Übrigens: "Toy Battle" hat frisch den "As d'Or", das französische Pendant zum Preis "Spiel des Jahres" gewonnen.
Ähnliche Zweier-Spiele: Eigentliche Wargames sind nischiger und komplexer. Unter den "normalen" Brettspielen kommt dem allenfalls die "Undaunted"-Reihe (Giant Roc) nahe, das aber schon deutlich herausfordernder und kriegerischer ist.
Kampfspiel: "Tag Team" - Programmier-Prügelei mit Partner-Pfiff
"High Noon" am Spieletisch: Bei "Tag Team" gibt's Haue - oder man sucht Deckung, wie früher im Arcade-Game "Street Fighter". Jeder baut dazu seinen Kartenstapel mit fixer Reihenfolge auf. Dazu nutzt er den Karten-Pool seiner zwei Charaktere – Aktionen zum Draufschlagen, Ausweichen, Unterstützen und Heilen. Eine dieser Karten steckt man wohlüberlegt in seinen Stapel, man programmiert also seine Aktionen, wie auch der Gegenüber. Dann deckt man gleichzeitig Karte um Karte auf und duelliert sich so. Am Ende liegt einer am Boden.
Kartenduell-Spiele wie dieses haben ein "Mindgame" im Kern, ein: Man agiert und versucht zugleich zu antizipieren, was der Gegenüber plant. Duellspiele fordern Nehmer-Qualitäten und die Bereitschaft, dazuzulernen. Dafür bescheren sie unmittelbare Interaktion und in jeder Runde Spannung und Emotion.
Ähnliche Zweier-Spiele: Der Klassiker, viel komplexer und ganze Spielewelten im Hintergrund, ist das berühmte "Magic: The Gathering" (Wizards of the Coast). Zugänglichere, einfachere Kartenspiele der Familie sind "Mindbug" und "Agent Avenue" (beide Nerdlab Games) oder "BANG! The Duel" (Abacusspiele).
Lane-Battler: "Duell um Cardia" – der Kampf Karte-gegen-Karte
Runde um Runde: Immer zwei gehen vor an die Linie und dann gibt es auf die Zwölf. Das ist das Konzept eines "Lane Battlers". Bei "Duell um Cardia" hat jeder dafür dieselben 16 Karten. Fünf davon hält man zunächst auf der Hand. Jeder wählt verdeckt eine, dann deckt man diese auf: Die höhere Karte gewinnt – aber: Bei der niedrigeren wird ihre Funktion aktiviert, was dieses Duell, vergangene oder kommende beeinflusst. Am Ende gewinnt, wer fünf Duelle für sich entschieden hat oder überhaupt noch Karten zum Spielen hat.
"Cardia" ist minimalistischer, regelarmer, flott gespielter und super zugänglicher "Lane Battler". In der Interaktion entwickelt das Spiel Finesse, man umtanzt und belauert sich. Und man kann noch Varianz nachschieben, wenn man meint, alles gesehen zu haben. In Summe ist es eben das, was man zugegeben martialisch als "knife fight in a phonebooth" ("Messerstecherei in einer Telefonzelle") bezeichnet.
Ähnliche Spiele: "Hanamikoji" (Kosmos) im Japan-Setting, "Radlands" (Grimspire) für Cyberpunk-Fans, "Compile" (Pegsus) für Fans der philosophischen Programmierung.
Aufbau-Spiel: "Eine Stadt für Amytis" errichten mit Tic-Tac-Toe-Twist
Jetzt wird's konstruktiver: In "Eine Stadt für Amythis" bauen wir Städte um die Wette. Wir nehmen Plättchen aus einer 3-mal-3-Auslage und legen sie in unser persönliches ebenso großes Raster. Dabei haben wie drei Ziele: Die Plättchen entsprechend des jeweiligen Gebäudetyps punkteträchtig auslegen. Dabei Plättchen entsprechend ihrer Farbe so anordnen, um Auftragskarten zu erfüllen. Und die Plättchen so auslegen und auftürmen, dass sie für Spielende-Wertungen punkten. Um diese Wertungen balgen wir uns, indem wir parallel "Tic Tac Toe" spielen.
In der Summe ist das zu komplex, um es aus dem Bauch heraus zu spielen. Die Regeln aber sind für etwas geübte Spielende kein Hindernis. Die Herausforderung ist viel mehr, die in sich verschränkten Aufgaben bestmöglich zu erfüllen und im Kopf taktisch flexibel zu bleiben. Ein Aufbauspiel par excellence mit einem hübschen, interaktiven Tic-Tac-Toe-Twist. Und: Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden, eine Stadt für Amythis steht hingegen in einer halben Stunde.
Ähnliche Spiele: Aufbauspiele gerade mit Plättchen gibt es viele. Speziell für zwei Spielende ist "Patchwork" ein Klassiker - und das Bauernhof-Aufbauspiel "Agricola: Die Bauern und das liebe Vieh" (beide Lookout Spiele). Weitere nicht zu komplexe Vetreter sind "Azul Duel" (Next Move Games), "Paris - Die Stadt der Lichter" (Kosmos) und "Limes" (Abacusspiele).
Würfelduell: "Kniffel – Das Duell" - Klassiker kombiniert mit Konkurrenz
"Kniffel" ist die Keimzelle aller "Roll'n'Write", also "Würfel-und-Abkreuzspiele". Nachdem Erfolgsautor Rainer Knitzia eine gute Solo-Variante davon vorgelegt hat, schiebt er nun das Duell nach. Ein Tauziehen: Wer es mit den fünf Würfeln in drei Würfen schafft, einen der Kniffel-Würfe ( "Straße", "Full House" oder "Vier Gleiche") zu würfeln, der gewinnt diese Kategorie für sich.
Zwei schöne Kniffe gibt es dabei: Wer scheitert, bekommt zum Trost einen Joker, mit dem er einmal einen Würfel auf eine beliebige Augenhöhe drehen kann. Und: Bei einem Kniffel darf man sich sofort eine Kategorie sichern. In der Summe eine hübsche Variante eines vertrauten Klassikers.
Ähnliche Spiele: Ein "Kniffel" gekleidet in ein Spiel, in dem sich Monster verkloppen, ist "King of Tokio" (Iello) - und auch diesen Titel gibt es nun auch als Duell-Spiel.
Deduktionsspiel: "Orapa" – mit Spektrum und Spiegelung Steine suchen
Genau an dem Schnittpunkt von "Schiffe versenken", Farbenlehre und Spiegelungen, da liegt "Orapa". Ziel des Spiels ist, herauszufinden, wo die Person gegenüber hinter dessen Sichtschirm seine verschiedenfarbige Drei- und Vierecke in einem 8-mal-10-Raster versteckt hat. Dazu schicken wir Strahlen durch dessen Raster – laut Spielgeschichte Ultraschallsignale, mit denen wir im Untergrund Edelsteine suchen. Wir fragen also: Wenn ich einen Strahl von einem bestimmten Rand aus durch dein Raster lasse, wo kommt er dann raus und welche Farbe hat er? So versucht man als Erster herauszufinden, wie die Dinge im Raster des Gegenübers liegen.
Das ist erstaunlich einfach, hinsichtlich der Regeln und erstaunlich knifflig zu lösen. Vor allem, wenn man noch einen schwarzen und einen durchsichtigen Stein einbaut. Ein Spiel für Fans des zweisamen zerebralen Workouts.
Ähnliche Spiele: Deduktionsspiele gibt es viele und viele sind auch zu zweit gut spielbar. Rarer sind aber reine Zweier-Spiele. "Codenames Duell", "Mr. Jack" und "Fugitive" sind darunter beliebte Vertreter.
Koop-Spiel: "Dorfromantik: leichtes Gepäck" – Gemeinsam gestalten
Es ist kein ausschließliches Zwei-Personen-Spiel – bei kooperativen Spielen braucht es diese Einschränkung selten, da man sie oft alleine spielen kann oder in Gruppen, die einfach gemeinsam Knobeln und entscheiden wollen. "Dorfromantik" bietet aber gerade für zwei Personen das beste Spieleerlebnis. Die nun erschienene Version "Leichtes Gepäck" ist designt dazu, etwa auf Reisen und ohne viel Anlauf zu spielen. Das Prinzip: Abwechselnd legt man mit Sechseck-Plättchen gemütlich eine Landschaft aus, erfüllt dabei Aufträge, erhält neue, bekommt kleine neue Herausforderungen und versucht, bestimmte Punktzahlen zu erreichen.
Diese analoge Umsetzung des gleichnamigen und sehr erfolgreichen Computerspiels hat 2023 das "Spiel des Jahres" geholt. Zurecht. Und mit Strahlkraft: Das Spiel hat in der Breite der Spielenden gezeigt, dass Brettspiel auch im Teamspiel faszinieren kann und Generationen verbindet.
Ähnliche Spiele: Kooperative Spiele lassen sich meist zu zweit spielen. Explizit nur für zwei Personen sind allerdings wenige. Erfolgreiche Vertreter sind das Flugzeug-Landespiel und "Spiel des Jahres 2024" "Sky Team" (Kosmos) und das Deduktionsspiel "Codenames Duett" (Czech Games Edition/HeidelBÄR Games).